Religion Christliche Kirchen verlieren in Thüringen weiter Mitglieder

Die beiden großen christlichen Kirchen leiden in Thüringen weiter unter Mitgliederschwund. Wie die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) am Freitag mitteilte, ist die Zahl ihrer Gemeindeglieder im Freistaat im vergangenen Jahr um rund 13.860 gesunken. Derzeit gehören der Kirche knapp 426.000 Menschen an.

Karte Evangelische Kirche in Thüringen
Die Gebiete der evangelischen Kirche in Thüringen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die katholische Kirche hat im vergangenen Jahr rund 2.160 Mitglieder im Freistaat verloren. Laut Deutscher Bischofskonferenz gehören derzeit rund 163.600 Menschen der katholischen Kirche in Thüringen an.

Eine Wartenummer für den Antrag auf den Austritt aus der Kirche.
Rund 4.800 Menschen sind im vergangenen Jahr in Thüringen aus der evangelischen oder der katholischen Kirche ausgetreten. Bildrechte: dpa

Der stellvertretende Landesbischof der EKM, Propst Christoph Hackbeil, sagte, die aktuellen Zahlen gäben ihm "einen Stich". Der erneute Rückgang sei zwar vor allem auf Todesfälle zurückzuführen. Aber auch Austritte spielten eine Rolle. So sind rund 3.700 Menschen im vergangenen Jahr aus der evangelischen Kirche in Thüringen ausgetreten. Beim katholischen Bistum Erfurt gab es im gleichen Zeitraum 1.040 Austritte.

Gemessen an der Gesamtbevölkerung gehört derzeit fast jeder fünfte Thüringer der evangelischen Kirche an. Die Katholiken machen sieben Prozent der Bevölkerung aus. Zur EKM gehört der größte Teil des Gebietes von Thüringen. Ausnahme ist der Kirchenkreis Schmalkalden mit rund 24.000 Kirchenmitgliedern, der zur evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck gehört. Die katholische Kirche ist in Thüringen mit drei Bistümern vertreten: das Bistum Erfurt, das flächenmäßig den größten Teil Thüringens erfasst, das Bistum Fulda, zu dem ein kleines Gebiet um Geisa in Westthüringen gehört, sowie das Bistum Dresden-Meißen, zu dem größere Gebiete in Ostthüringen gehören (Regionen Altenburg-Gera-Eisenberg sowie Greiz-Schleiz).

Karte Bistum Erfurt
Die katholische Kirche in Thüringen Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Quelle: MDR THÜRINGEN / dpa / KNA / dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 19. Juli 2019 | 15:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2019, 18:23 Uhr

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25 Kommentare

20.07.2019 22:26 martin 25

@23 k: Ich würde es begrüßen, wenn sich Staat und Kirche(n) deutlicher trennen. Auch wenn das nicht die Lösung aller Probleme ist - wie man in Frankreich gut beobachten kann.

Wie sich der Einzelne zu verfassten Kirchen, Glaubensgemeinschaften oder überhaupt Weltanschauungen verhält, sollte seine persönliche Entscheidung bleiben.

Allerdings endet die (Religions-) Freiheit des Einzelnen für mich dort, wie die Freiheit der Anderen anfängt.

Ich halte es allerdings für mehr als fragwürdig, wenn Sie dem Kirchentag einen Diskussionswillen absprechen. Innerhalb der Kirchen ist das wohl der Ort mit den meisten Diskussionen - gerade auch mit Anders-Gläubigen oder -Denkenden. Daran ändert sich für mich auch nichts daran, dass die Leitung keine AfD-Funktionäre auf den Podien haben wollte.

Keine Ahnung, was der olle Luther zu den heutigen Zuständen sagen würde. Finde ich für mich auch nicht so wirklich wichtig.

20.07.2019 18:45 Zu Nr. 18 24

Ihre Aussage ist an Unverschämtheit nicht zu überbieten! Es gibt in Deutschland Religionsfreiheit. Diese Aussage sollten auch Sie akzeptieren!

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