Corona-Krise Seelsorge unter Pandemie-Bedingungen im Bistum Erfurt

Das katholische Bistum Erfurt hat Hinweise veröffentlicht, wie in der Coronakrise mit Taufen, Trauungen, Beerdigungen und Seelsorge-Angeboten umzugehen ist.

Angesichts der Coronakrise hat das Bistum Erfurt seine Regelungen zur Seelsorge und Feier von Gottesdiensten aktualisiert. Der Erfurter Generalvikar Raimund Beck teilte am Donnerstag schriftlich folgende Hinweise und Dienstanweisungen mit, die MDR THÜRINGEN im Wortlaut dokumentiert:

Sakramentenspendung

  • Taufen und Trauungen: Bei geplanten Taufen und Trauungen ist durch die Seelsorger das Gespräch mit den betreffenden Familien und Eheleuten zu suchen, um die Feier zu verschieben. Nottaufen sind möglich.
  • Erstkommunion und Firmung; Erstkommunionen am Weißen Sonntag sind abzusagen und auf einen späteren Termin zu verlegen. Bei nach dem Weißen Sonntag geplanten Erstkommunionfeiern ist vor Ort abzuwägen, ob diese Termine vorläufig beibehalten werden oder schon jetzt auf später verschoben werden. Gleiches gilt für die Firmungen.
  • Beichte: Das Sakrament der Buße sollte nur unter besonderer hygienischer Sorgfalt gespendet werden. Die Osterbeichte kann auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
  • Krankenkommunion und Krankensalbung: Die Spendung der Kommunion und Krankensalbung an einzelne Schwerstkranke und Sterbende ist möglich. Dabei sind jedoch Hygienemaßnahmen zu treffen.
  • Beerdigung: Es sind zwingend die Vorgaben einzuhalten, die durch die regionalen Allgemeinverfügungen erlassen sind. Momentan gilt: Beerdigungen finden in einem verkürzten Ritus statt. Es kann nur die Feier am Grab unter Beteiligung der engsten Familienmitglieder (Verwandte ersten und zweiten Grades) gehalten werden.

Taufe eines Babys
Taufen sollen angesichts der Coronakrise verschoben werden. Bildrechte: Colourbox

Gottesdienste

  • In allen Kirchen und Kapellen des Bistums Erfurt unterbleiben alle öffentlichen Gottesdienste.
  • Die Priester feiern stellvertretend für die Gläubigen die Heilige Messe unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bei diesen Gottesdiensten werden beim Hochgebet die Glocken geläutet.
  • Menschen sollen die Möglichkeit haben, ihre Anliegen in die Feier der Heiligen Messe, die die Priester stellvertretend für die Gläubigen feiern, einzubringen. Dafür könnten in den Kirchen Pinnwände aufgestellt oder Fürbitten per Brief oder E-Mail eingereicht werden.
  • Das Bistum wird keine Streamingangebote zur Verfügung stellen. Es wird auf die vorhandenen Möglichkeiten im Internet (etwa Katholisch.de oder Domradio) verwiesen.
  • Das Angelusläuten und das Sonntagsläuten sind beizubehalten. Zusätzlich werden an jedem Sonntag und vor allem am Ostersonntag bistumsweit um 10 Uhr die Glocken geläutet.

In einem Aushang am Domberg in Erfurt wird darauf hingewiesen, dass wegen des Coronavirus keine Gottesdienste stattfinden.
Gottesidenste finden bis auf weiteres nicht statt. Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

Kirchengemeinden vor Ort

Die jetzige Situation sollte laut Generalvikar Beck nicht verhindern, vor Ort kirchliche Gemeinschaft zu sein und aufeinander zu achten. Möglicherweise gebe es nun Impulse, sich neu als Gemeinschaft zusammenzufinden. Dazu könnte Folgendes dienen:

  • Alleinstehende, die sonst oft in Gottesdienste und andere Veranstaltungen kommen, anzurufen und zu fragen, wie es ihnen geht und ob sie Unterstützung brauchen.
  • Vernetzungen zu ermöglichen: Vielleicht können Ministranten Einkaufdienste anbieten oder Kinder im Notfall betreuen.
  • Ein Seelsorgetelefon einrichten für Menschen, die Gesprächsbedarf haben. Möglicherweise kann man sogar der Kommune ein solches Gesprächsangebot machen.
  • Das Pfarrbüro unter besonderer Beachtung von Hygienevorschriften offenzuhalten. Die Möglichkeiten telefonischer oder digitaler Kommunikation sind soweit als möglich auszunutzen.
  • Solange es von staatlicher Seite keine anderen Anweisungen gibt: die Kirchen für persönliches Gebet offenzuhalten – auch so, dass Menschen nach Feierabend zum Gebet kommen können. Die Menschen wahrzunehmen, deren wirtschaftliche Existenz durch die derzeitige Situation bedroht ist und – wo es möglich ist – Solidaritätsangebote zu machen.

Einzelseelsorge

Auch die Menschen in Altenheimen und Krankenhäusern brauchen die Zuwendung der Priester und der anderen hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger. Reguläre Krankenbesuche sollten ausgesetzt werden, allerdings sollten die Seelsorger Kontakt zu den Hauskranken halten.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 19. März 2020 | 19:00 Uhr

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