Fragen und Antworten Verdienstausfall: Wie Eltern mit Kindern in Quarantäne entschädigt werden

Berufstätige Eltern können weiterhin Entschädigungen für Verdienstausfälle erhalten, wenn ihre Kinder wegen einer behördlichen Schließung oder angeordneten Quarantäne zu Hause betreut werden müssen. Bundestag und Bundesrat haben am Mittwoch den Anspruch bis Ende März 2021 verlängert. Wir beantworten die wesentlichen Fragen.

Eine Frau neben zwei KIndern an einem Tisch
Eltern müssen nicht vollständig auf ihr Gehalt verzichten, wenn sie coronabedingt ihre Kinder zu Hause betreuen müssen. (Symbolbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eltern von in Quarantäne geschickten Kindern und Schülern bekommen weiterhin Verdienstausfallgeld. Bundestag und Bundesrat haben am Mittwoch beschlossen, den derzeitigen Anspruch über das Jahresende zu verlängern. Demnach werden Eltern bis März des nächsten Jahres Verdienstausfallgeld erhalten, wenn ihr Kind von coronabedingter Schließung oder angeordneter Quarantäne betroffen ist.

Verdienstausfall: Arbeitgeber legt Entschädigung aus - Land erstattet

Anders als für den Fall, dass berufstätige Eltern selbst in Quarantäne sind, bekommen sie nicht ihren gesamten Verdienstausfall erstattet, sondern lediglich 67 Prozent, jedoch höchstens 2016 Euro pro Monat. Dabei muss der Arbeitgeber das Geld vorstrecken und kann es sich vom Freistaat Thüringen zurückholen. Gezahlt wird höchstens zehn Wochen pro erwerbstätigem Elternteil beziehungsweise 20 Wochen für Alleinerziehende.

Fragen und Antworten im Überblick:

Erhalten Eltern Geld, die nicht arbeiten, aber selbst gesund sind?

Eltern, die ihre Kinder wegen einer Schließung durch die zuständige Behörde zu Hause betreuen müssen, erhalten eine Entschädigung. Das gilt auch, wenn das Gesundheitsamt eine Quarantäne des eigenen Kindes anordnet, wie es aus dem Thüringer Sozialministerium heißt. Der Anspruch ist zunächst befristet bis zum 31. März 2021. Gezahlt werden 67 Prozent des Gehalts, jedoch höchstens 2016 Euro pro Monat. Die Entschädigungen werden außerdem für maximal zehn Wochen pro erwerbstätigem Elternteil beziehungsweise 20 Wochen für Alleinerziehende gezahlt.

Wer stellt den Antrag und innerhalb welcher Fristen?

Den Antrag stellt der Arbeitgeber, da er die Verdienstausfallentschädigung für das Land Thüringen "vorstrecken" muss und vom Freistaat erstattet bekommt. Bei Krankheit des Arbeitnehmers wird keine Verdienstausfallentschädigung gezahlt. In diesem Fall wird der Lohn durch den Arbeitgeber weitergezahlt. Die Anträge müssen innerhalb eines Jahres nach dem Ende der notwendigen Betreuung gestellt werden. Notwendige Informationen und Formulare finden Sie hier:

Mein Kind ist wegen einer Reise in ein Risikogebiet in Quarantäne. Bekomme ich eine Entschädigung für die Betreuung?

Eine Entschädigung für einen Verdienstausfall wird nicht gezahlt, wenn eine vermeidbare Reise in ein Risikogebiet unternommen wurde.

Dürfen Schulen bei Corona-Fällen eigenmächtig schließen?

Nur örtliche Gesundheitsbehörden dürfen Schulschließungen anordnen. Zwar haben Schulen einen großen Spielraum beim Infektionsschutz, aber eigenmächtig schließen dürfen sie nicht. Damit würden die Rechtsansprüche auf Bildung und Betreuung berührt, die nur behördlich eingeschränkt werden können, wie das Gesundheitsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. November 2020 | 13:00 Uhr

5 Kommentare

yucata11 vor 14 Wochen

Hallo Maenlein....
stell dir mal vor Du hast dein Rentenalter erreicht und es gäbe nach Deiner Geburt keine weiteren Kinder mehr, dann kannst du schön weiter arbeiten nur für dich🤑.

schr vor 14 Wochen

Immerhin finanzieren diese Kinder später auch deine Rente.
Es ist Schade, dass die Diejenigen, die keine Eltern sind auf die merkwürdigsten Ideen kommen und seltsame Vorschläge, bzw. Bestimmungen veranlassen wollen. Prominentes Beispiel dafür ist unsere Bundeskanzlerin. Leider kann unserer Politik sich sehr schlecht in Familien hineinversetzen.

Sia vor 14 Wochen

Das ist schön, dass sie gerne Steuern dafür zahlen. Das kommt im übrigen auch Unverheirateten, Homosexuellen und Anderen die Kinder (auch adoptierte) haben zu gute. Immerhin zahlen diese Kinder dann auch sehr gerne Renten-, Pflege- und Krankenkassenbeiträge für sie. Und einige weden ihnen, in ihrem hohen Alter, das Essen bringen und den Arsch im Altenheim abwischen.

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