Corona-Beschränkungen Thüringer feiern wieder - Hunderte größere Veranstaltungen gemeldet

Die Thüringer sind wieder in Feierlaune. Trotz Coronavirus wurden seit Mitte Juni rund 1.000 größere private und andere nicht-öffentliche Feiern angemeldet. Kontrolliert werden sie nach Behördenangaben selten.

Ein Mädchen hängt bei einer Geburtstagsfeier eine Gierlande auf
Ein Mädchen hängt bei einer Geburtstagsfeier eine Girlande auf. In Thüringen wird wieder mehr gefeiert (Symbolfoto). Bildrechte: imago images/Westend61

Trotz der Corona-Pandemie sind in den Kreisen und kreisfreien Städten seit Mitte Juni etwa 1.000 größere private und andere nicht-öffentliche Feiern angezeigt worden. Teils kamen dabei bis zu 200 Menschen zusammen, wie eine Umfrage bei den Behörden ergab. Zuckertütenfeste und Polterabende waren ebenso dabei wie runde Geburtstage, Hochzeiten und Zeugnisübergaben.

Allein im Kyffhäuserkreis wurden bis Ende Juni 79 solcher Veranstaltungen und Feiern angezeigt, die größte hatte 230 Teilnehmer. Von etwa 50 Veranstaltungen und Feiern pro Woche ist im Saale-Orla-Kreis die Rede.

Thüringer Corona-Verordnung schreibt Regeln vor

Laut Thüringer Corona-Verordnung müssen nicht-öffentliche Veranstaltungen und private Feiern ab einer bestimmten Größe mindestens 48 Stunden vor Beginn den Behörden angezeigt werden. Vielerorts gibt es Formulare und Merkblätter, die online abgerufen werden können. Alternativ können Einwohner die Anzeige oft formlos per E-Mail, Fax oder Post einreichen.

Für Feiern in geschlossenen Räumen ist eine Anmeldung bei mehr als 30 Personen vorgeschrieben, unter freiem Himmel bei mehr als 75. Dabei müssen Vorkehrungen zum Infektionsschutz ergriffen und die Nachverfolgung von Kontakten gewährleistet sein.

Laut Behörden bisher kaum Corona-Kontrollen

Kontrolliert wurden solche privaten Feiern und nicht-öffentlichen Veranstaltungen in vielen Landkreisen und Städten den Angaben zufolge bisher kaum. In Erfurt werde nur nach Hinweisen kontrolliert, sagte eine Sprecherin.

In den Landratsämtern in Sondershausen und Meiningen ist von stichprobenartigen Kontrollen die Rede, bei denen bisher keine Verstöße aufgedeckt wurden. Im Kreis Saalfeld-Rudolstadt wurden dagegen bei Kontrollen fehlende Infektionsschutzvorkehrungen und die Nichteinhaltung des Mindestabstands festgestellt.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 05. Juli 2020 | 16:00 Uhr

4 Kommentare

lobo56 vor 4 Wochen

Sicher sollen Menschen auch wieder feiern. Im Rahmen der Regeln !
Leider gibt es zu viele, die sich- solange nicht selbst betroffen- nicht daran halten.
Psychotherapeuten zu Profiteuren der Pandemie zu erklären,ist geschmacklos.
Ebenso ihre Empfehlung an die Seniorenheime,
Und mit der DDR hat das ganze überhaupt nichts zutun. Erstens wäre es 30 Jahre her und zweitens habe ich in den 30 Jahren,in denen ich in der DDR gelebt habe, keine Familienfeier angemeldet. Selbst im Grenzgebiet nicht!
Corona Corona sein lassen ? Was für eine egoistische, zynische Aufforderung!
Erinnert mich an den US Präsenten, klappt ja auch prima ! 50 000 Infektionen am Tag !

Ignatz Frobel vor 4 Wochen

medizinisch notwendiges zum Überleben notwendiges als Verfolgungswahn diffamieren passt zu Impfgegnern und unmenschliche Verschwörungsverbreitern ohne mitmenschliches Mitgefühl

Critica vor 4 Wochen

Ich finde es gut, dass die Menschen wieder feiern. Und es sollten noch mehr tun und Corona Corona sein lassen. Alles andere macht die Menschen krank und die Praxen der Pschotherapeuten voll. Sie werden wahrscheinlich zu den Profiteurender Pandemie zählen.
Wenn Feiern bis zu 30 Personen ohne Anmeldung erlaubt ist, dann sollten dass mindestens zig 29er Gruppen tun. Und unbedingt auch in Seniorenheimen.
Anmelden einer privaten Feier war übrigens in der DDR zwingend notwendig. Schon vergessen?
Dieser Verfolgungswahn muss aufhören.

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