Plan gegen Corona Thüringen teilt Krankenhäuser in drei Versorgungsstufen

Gesundheitsministerin Heike Werner und Prof. Dr. Mathias Pletz vom Uniklinikum Jena haben am Dienstagmittag das Konzept zur Bewältigung der Coronakrise für das Thüringer Gesundheitssystem vorgestellt.

In einem speziellen Register werden alle Intensivbetten im Freistaat erfasst. Derzeit verfüge das zwei Millionen Einwohner starke Thüringen über 650 Intensivbetten, sagte Pletz. Diese Bettenzahl soll verdoppelt werden. Nur zehn Prozent der Intensivbetten seien derzeit von Covid-19-Patienten belegt.

Laut Heike Werner hat Thüringen ein Versorgungskonzept für Covid-19-Patienten erarbeitet, das Krankenhäuser in drei unterschiedliche Kategorien einteile:

  • Level 1-Krankenhaus. Diese Kliniken verfügen über große, voneinander getrennte Intensivstationen und sollen die an Corona erkrankten Patienten aufnehmen, die eine Beatmung benötigen. Derzeit haben neun Thüringer Krankenhäuser den Auftrag erhalten, Level-1 zu sein.

  • Level 2-Krankenhaus. Diese Kliniken sollen sich stationär um die leichter an Covid-19 Erkrankten kümmern, also diejenigen, die nicht beatmet werden müssen oder nur leichte Sauerstoffunterstützung benötigen.

  • Level 3-Krankenhaus. Diese Kliniken sollen alle Patienten versorgen, die nicht an Covid-19 erkrankt sind

Schwerpunkt-Krankenhäuser für Covid-19-Patienten

Als Schwerpunkt-Krankenhäuser wurden laut Deutscher Presse-Agentur das Südharz-Klinikum Nordhausen, die Lungenklinik Neustadt/Südharz sowie das SRH Zentralklinikum Suhl und das St. Georg Klinikum Eisenach. Zu dieser Kategorie gehörten außerdem das Helios Klinikum Erfurt, die Zentralklinik Bad Berka sowie das Universitätsklinikum Jena, das SRH Wald-Klinikum Gera und das Klinikum Altenburger Land.

Das Uniklinikum Jena berät und unterstützt hierbei die anderen Kliniken. 23 Krankenhäuser wurden für das LEvel 2 benannt. Sollten die Belegbetten in den Thüringer Krankenhäusern nicht ausreichen, um Covid-19-Patienten zu versorgen, könnten Reha-Kliniken einspringen. Auch die letzte Option, ein Notfallkrankenhaus zu eröffnen, bestünde. Um zusätzliches Personal zu gewinnen, könne nach Auskunft Werners sowohl auf fachfremde Ärzte, die dann für die Intensivmedizin weitergebildet werden, als auch auf Medizinstudierende zurückgegriffen werden.

Mehr Tests und mehr Schutzausrüstung

Weiterhin sehe das Versorgungskonzept, das teilweise bereits Anwendung finde, eine Ausweitung der Testungen vor. Derzeit könnten mehr als 9.000 Tests wöchentlich durchgeführt werden. Diese Kapazität solle erweitert werden, so dass bis zu 21.000 Tests pro Woche möglich wären. Zudem sei geplant Zielgruppenspezifisch zu testen, um den Schutz von Risikogruppen zu verbessern.

Wir unterstützen die Pflegeeinrichtungen mit notwendiger Schutzausrüstung.

Heike Werner

Das Coronavirus soll sich nach Möglichkeit nicht weiter in Thüringer Pflegeeinrichtungen ausbreiten. Eine Unterbringung der Pflegebedürftigen in Hotels sei daher im Gespräch, falls alternativlos ein Heim evakuiert werden müsse, so Werner. Der Freistaat haben für elf Millionen Euro Schutzausrüstung bestellt. Davon seien Masken, Handschuhe und Desinfektionsmittel im Wert von einer Million Euro bereits angekommen und werden an die Einrichtungen verteilt.

Abschließend wies Werner darauf hin, dass das medizinische Personal mehr Wertschätzung erfahren solle, etwa in Form von steigenden Löhnen oder Tarifabschlüssen. Auch besondere Bonuszahlungen seien im Gespräch aller Gesundheitsminister im Bund.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 07. April 2020 | 15:00 Uhr

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