Corona-Krise Wieder Gottesdienste in Kirchen - mit Einschränkungen

Erstmals seit Wochen feiern Gläubige in den Kirchen in Thüringen an einem Sonntag wieder öffentliche Gottesdienste. Nach der Lockerung der Anti-Corona-Bestimmungen durch die Landesregierung ist es zwar schon seit dem vergangenen Donnerstag erlaubt, zum Gottesdienst in einer Kirche zusammenzukommen. Zuerst mussten aber Vorkehrungen zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus getroffen werden.

Pfarrer Christoph Knoll von der Erfurter Thomasgemeinde steht neben einem improvisierten Altar auf dem Messe-Parkplatz in Erfurt.
Not macht erfinderisch: Während der Corona-Pandemie kamen Gläubige in Erfurt zu einem Ostergottesdienst auf dem Parkplatz der Messe in Erfurt zusammen. Mittlerweile darf wieder in Kirchen gefeiert werden - aber nur mit höchstens 30 Besuchern. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Leere Weihwasserbecken, Gesang mit Mundschutz, nummerierte Plätze und Markierungen auf dem Boden: In den Thüringer Gemeinden, die wieder Gottesdienst feiern, wird ab sofort vieles anders laufen als gewohnt. Grund ist der Schutz vor Ansteckungen durch das Coronavirus.

Sowohl die evangelischen als auch die katholischen Kirchen verzichten nach eigenen Angaben weitgehend auf gemeinsames Singen. Den Eintritt regeln die Gemeinden über Platzkarten oder Online-Anmeldungen. So ist es zum Beispiel in Jena, Apolda und Weimar. Denn nur 30 Gläubige dürfen an einem Gottesdienst teilnehmen. In kleinen Kirchen sind es noch weniger, da ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss.

In vielen kleinen Kirchengemeinden sei aber ohnehin unwahrscheinlich, dass die Zahl von 30 Besuchern überhaupt erreicht werde, sagte Ralf-Uwe Beck von der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). In normalen Zeiten säßen dort im Schnitt 5 bis 15 Menschen auf den Kirchenbänken. "Das ist leider in vielen Kirchen Realität."

Singen und Beten mit Mundschutz

Bei den Gottesdiensten an diesem Sonntag rät die EKM den Pfarrern, auf das Abendmahl zu verzichten. In katholischen Gottesdiensten soll die Kommunion bei Wahrung eines Sicherheitsabstandes von eineinhalb Metern möglich sein. Ältere Menschen, die zur Corona-Risikogruppe gehören, wurden gebeten, zum Sonntagsgebet nicht in die Gotteshäuser zu kommen. Für zusätzlichen Schutz gilt in evangelischen Kirchen außerdem eine Maskenpflicht. Dieser Mund-Nase-Schutz dürfe auch zum Singen nicht abgenommen werden.

Aus Sicht der Kirchen könnten gerade im Frühjahr und Sommer Freiluftgottesdienste eine gute Alternative zu geschlossenen Räumen sein. Bei Open-Air-Gottesdiensten sind 50 Teilnehmer erlaubt.

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Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Samstagnachmittag | 25. April 2020 | 14:45 Uhr

4 Kommentare

Critica vor 30 Wochen

Es ist wohl in Deutschland so, dass jeder Pups "von oben" genehmigt werden muss. Kann kein Pfarrer oder der Bischof selbst entscheiden, wie er es mit Gottesdiensten handhabt. Alle Kirchen in Thüringen sind so groß, dass es kaum Berührungspunkte geben muss.
Selbst Inhaber sehr kleiner Geschäfte lassen sich was einfallen, in Kirchenkreisen scheint das nicht zu funktionieren.
Das hat sicher etwas mit dem "Geldfluss" zu tun. Der kommt von allein (Kirchensteuern etc.).

Uborner vor 30 Wochen

Wenn es Gottesdienste gibt könnte ja wohl auch die Gastronomie wenigstens auf dem Trotoire und in Gärten öffnen. Wieso sind Gottesdienste ( auch Steuerbezieher ) wichtiger als Gastronomen ( Steuerzahler ) die von viel mehr Menschen begrüßt werden würden? Die Macht der Kireche ist offenbar noch deutlich zu groß.

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 30 Wochen

Für Freilichtgottesdienste empfehle ich die Außenkanzel des Erfurter Augustinerklosters - dazu brauche ich kein eigenes Auto und auch ein
Rollator könnte dort problemfrei „einparken“ ❗️

...was diese Unterscheidung zwischen „50 Gläubigen draußen“ und „nur 30 drinnen“ soll ⁉️ Das ist doch „grober Unfug“ und dürfte nur sehr schwer
durch die Behörden zu vermitteln sein ‼️ Zudem beschäftigt es unnütz die Gemeinden, die in kleineren Orten ohnehin nicht mehr mit all zu viel hauptamtlichen Kräften und Gliedern gesegnet sein dürften...

Möglicherweise schrecken diese neuen Bürokratiemonster noch vor dem 💯. Geburtstag des Landes Thüringen und vor dem Maifeiertag und vor der Walpurgisnacht einige „ungebetene Gäste“ ab, spontan an diesen
„Parties“ teilzunehmen❓

Wir wünschen heute noch einen gesengten MARKUSTAG ‼️

Möge auch über dem Erfurter Blumenviertel SEiN FRiEDE sein ‼️

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