Covid-19 Zusätzliche Helfer für Pflegeheime gesucht

Ehrenamtliche Helfer unterstützen das wegen der Corona-Pandemie stark belastete Personal in Thüringer Krankenhäusern und Pflegeheimen. Doch die Lage in den Einrichtungen spitzt sich weiter zu. Arbeitsamt und Land suchen nun weitere Helfer.

Zwei Bundeswehrsoldaten in Schutzkleidung schieben einen Getränkewagen über den Gang.
Bundswehrsoldaten als Helfer in einem Pflegeheim - hier in Sachsen: Interessierte können sich thüringenweit über eine Telefon-Hotline bei der Erfurter Agentur für Arbeit melden. Bildrechte: MDR/Madeleine Arndt

In Thüringen werden zusätzliche Helfer für Pflegeeinrichtungen gebraucht. Das Land und die Arbeitsagenturen suchen gemeinsam zusätzliche Helfer für Pflegeeinrichtungen. Wie die Landesarbeitsagentur mitteilte, können sich Interessierte landesweit seit dem 18. Januar 2021 über eine Telefon-Hotline bei der Erfurter Agentur für Arbeit melden. Die Hotline informiert über Thüringer Pflegeheime, Wohngruppen und andere Einrichtungen, die wegen der Corona-Lage dringenden Personalbedarf haben.

Helfer unterstützen Pflegeheime und Krankenhäuser

Die Art der Tätigkeiten sollen die Interessenten dann mit den jeweiligen Einrichtungen vereinbaren. Für die meisten Aufgaben seien keine medizinischen Vorkenntnisse erforderlich.

Besonders gefragt sind Menschen, die selbst einmal in der Pflege beschäftigt waren oder sich mit Hauswirtschaft auskennen. Ehrenämtler haben sich beispielsweise im Ilm-Kreis, im Saale-Holzland-Kreis und in Suhl bereits gemeldet, wie Kreisverwaltungen und Sozialverbände auf Anfrage mitteilten. Sie unterstützen in Thüringer Pflegeheimen sowie Krankenhäusern das wegen der Corona-Pandemie stark belastete Personal und helfen Essen auszuteilen, Wäsche zu sortieren oder bei der Durchführung von Corona-Tests.

Telefon-Hotline der Erfurter Agentur für Arbeit 0361 302-2345
(Es fallen die üblichen Kosten für einen Anruf ins deutsche Festnetz an.)

Die Mitarbeiter sind montags bis donnerstags von 08:00-16:00 Uhr und freitags bis 12:00 Uhr erreichbar.

Keine große Resonanz auf Hilferuf

Laut Dirk Gersdorf, Sprecher der Arbeiterwohlfahrt in Thüringen, sei die Resonanz auf den Hilfeaufruf bisher "keine riesige" gewesen. In einem Awo-Pflegeheim in Suhl etwa sind bis zu fünf Ehrenamtler im Einsatz. Im Ilm-Kreis, wo Landratsamt und kommunales Krankenhaus um Unterstützung werben, haben sich nach Angaben der Kreisverwaltung bislang zehn Helfer gemeldet.

Bei der Diakonie Mitteldeutschland wurden 60 Hilfswillige an die 24 Einrichtungen in Thüringen und Sachsen-Anhalt vermittelt, teilte Sprecher Frieder Weigmann mit. Ob sie zum Einsatz gekommen sind, konnte er wegen fehlender Rückmeldungen aus den Einrichtungen nicht sagen.

Schutzkleidung und Masken werden zur Verfügung gestellt

Eine Sprecherin der Arbeitsagentur nannte jeden willkommen, der Zeit habe und bereit sei zu helfen. Die Lage in den Einrichtungen und Angeboten der Pflege habe sich dramatisch zugespitzt.

Laut Diakonie sind die Einsatzmöglichkeiten überall dort stark beschränkt, wo in der letzten Zeit ein Corona-Ausbruch festgestellt wurde und das Gesundheitsamt die Regie maßgeblich übernommen habe. Auch ein nochmals verschärftes Hygiene-Management spreche mancherorts gegen den Einsatz zusätzlicher Kräfte.

Die Helfer würden während ihres Einsatzes von den Heimen auf Corona getestet, sagte Awo-Sprecher Gersdorf. Schutzkleidung und FFP2-Schutzmasken stelle ihnen die Einrichtung zur Verfügung. Zudem schließe die Awo mit ihnen einen regulären Ehrenamtsvertrag, damit seien sie regulär unfallversichert.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Januar 2021 | 15:00 Uhr

Mehr aus Thüringen

Eine Frau bekommt Blumen mit Video
Petra Rottschalk, Vorsitzende des Awo-Ortsverbandes Rudolstadt und bisher stellvertretende Awo-Landesvorsitzende steht seit Freitag an der Spitze des Wohlfahrtsverbandes. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera