Impfquote Coronavirus: Impfungen in Thüringen laufen nur langsam an

Zum Coronavirus-Impfstart in Thüringen werden zunächst Bewohner und Mitarbeiter in Altenpflegeheimen geimpft. Auch weil Einverständniserklärungen von Angehörigen fehlen, wird das Impfen verlangsamt. Die CDU kritisiert die Impfkampagne der Landesregierung als "schlecht vorbereitet". In anderen Regionen Deutschlands ist die Impfquote bereits deutlich höher.

Frau in Schutzkleidung beim Aufziehen einer Spritze
In einem Seniorenheim in Kranichfeld wurden einige der ersten Thüringer gegen Corona geimpft. Bildrechte: MDR/Bernd Rödger

In Thüringen sind bisher so wenige Menschen gegen Corona geimpft worden wie sonst nirgends in Deutschland. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch hervor. Demnach wurden bis Dienstag landesweit 672 Menschen das erste Mal gegen Covid-19 geimpft. Im Verhältnis zur Einwohnerzahl liegt die Impfquote bei 0,03 Prozent. Die Quote liegt damit höher als in Niedersachsen, etwa genau so hoch wie in Sachsen, aber deutlich niedriger als etwa in Bayern, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern.

Unterschiedliche Reihenfolge beim Impfen

Der Krisenstab der Kassenärztlichen Vereinigung verwies als Grund dafür auf eine unterschiedliche Reihenfolge beim Impfen. So sei in Thüringen in Pflegeheimen zuerst geimpft worden, in anderen Bundesländern beispielsweise beim Rettungspersonal.

Thüringer CDU: Impfkampagne schlecht vorbereitet

Die Thüringer CDU-Fraktion kritisierte, das Land habe die Impfkampagne schlecht vorbereitet. Die Zahlen dürften nicht mit bürokratischen Problemen in Pflegeheimen entschuldigt werden. Wo etwa Angehörige nicht eingewilligt hätten, müsse mit den Beschäftigten in den Heimen begonnen werden. Darüber hinaus stelle sich auch die Frage, warum manche Impfzentren im Land erst im Februar öffnen sollen, so die CDU.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 30. Dezember 2020 | 17:00 Uhr

17 Kommentare

Aubrey25 vor 8 Wochen

Während in den meisten Bundesländern wie auch Sachsen-Anhalt sinnigerweise die Landkreise mit der Einrichtung der Impfzentren beauftragt wurden, hat man in Thüringen alles in die Hände der Kassenärztlichen Vereinigung gegeben. In den anderen Ländern haben es die Kreise in Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen geschafft den Bund-Länder Beschluss umzusetzen und bis Mitte Dezember größere zentrale Impfzentren zu errichten. Und in Thüringen sind durch die KV jetzt noch nicht alle Objekte fertig eingerichtet bzw. werden noch Mietverträge unterschrieben. Man hat den Aufwand, so scheint es zumindest, etwas unterschätzt. Da noch nicht alle Impfzentren stehen, können wahrscheinlich auch noch nicht alle mobilen Impfteams losgeschickt werden. Diese sind ja voneinander abhängig. Vermutlich kassiert die KV für die ganze Aktion auch noch eine Menge Geld. Nachdem was hier veröffentlicht wurde, verdienen die Ärzte für die Impfung in Thüringen bundesweit mit am Meisten.

Berliner In Thueringen vor 8 Wochen

@alexa007

zum einen habe ich nicht gesagt, dass die Landesregierung überlegt handelt (dies kann ich - und auch sicher sie- nicht beurteilen.). Ich habe gesagt, dass ein überlegtes und demzufolge langsames Agieren besser ist, als ein überstürztes. Warum ein Impfstart nun unbedingt zwischen den Feiertagen gemacht werden mußte ist mir ein Rätsel, der einzige Grund dürfte sein, dass man unbedingt noch 2020 impfen wollte (Schöne Schlagzeile)

Zum anderen kann ich nicht erkennen, was der Verweis auf die Notbetreuung sowohl mit dem Artikel wie mit meinem Kommentar zu tun haben? Das im Bereich der Schulen und Kitas mit den Schulschließungen alle Politiker aller Landesregierungen und der daran beteiligten Parteien versagt haben und auf Lasten der Kinder agieren ist unstrittig, hat aber im Zusammenhang mit der Impfung irgendwie keinen Bezug.

Lulu123 vor 8 Wochen

Eben kam in den MDR Nachrichten,dass lt.Robert Koch institut die 2. Impfung nicbt unbedingt nach 3 Wochen verabreicht werden muss sondern nach 3 Monaten auch ausreichend sei. Diese Erkenntnis kommt genau in dem Moment wo es Probleme beim Nachschub des Impfstoffes gibt.

Mehr aus Thüringen