Covid-19 Corona-News: Zahl der Infizierten in Thüringen verdoppelt sich innerhalb von zwei Wochen

Die Zahl der aktiv mit dem Coronavirus infizierten Personen in Thüringen ist am Mittwoch auf 250 Fälle angestiegen. Damit verdoppelt sich die Zahl der Infizierten innerhalb von zwei Wochen. Alle News im Überblick.

Corona-Test bei einer Frau
Die meisten Neuinfektionen mit dem Coronavirus gibt es derzeit im Ilmkreis. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Thüringen | Steuereinbußen aufgrund von Corona

Für viele Städte und Gemeinden bedeutet ein halbes Jahr Corona auch: weniger Gewerbesteuereinnahmen. Die Reaktionen darauf reichen von Haushaltssperre bis Investitionsstopp. Der Stadtrat von Dingelstädt im Eichsfeld hat wegen der niedrigeren Einnahmen gestern Abend einen Nachtragshaushalt beschlossen.

Thüringen | Zahl der Infizierten in verdoppelt sich innerhalb von zwei Wochen

In Thüringen steigt die Zahl der aktiven Corona-Fälle wieder an. Am Mittwoch meldeten die Behörden 250 Infizierte - elf mehr als am Dienstag und mehr als doppelt so viele wie noch vor zwei Wochen. Momentan gibt es keinen Landkreis ohne aktive Infektion. Seit Beginn der Pandemie wurden in Thüringen 4.016 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet.

Mödlareuth | Deutschlandfest abgesagt

Das traditionelle Deutschlandfest im ehemals geteilten Dorf Mödlareuth (Saale-Orla-Kreis) ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden.

Stattdessen soll es nun ein Demokratiefest mit Sonderausstellungen zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung geben, wie das Landratsamt in Hof mitteilte.

Mödlareuth
In Mödlareuth befindet sich das "Deutsch-Deutsche Museum". Bildrechte: dpa

So sei ein Kurzfilm geplant, außerdem werde die App "Grenzland" vorgestellt. Für den Jahrestag wurden laut Behörden drei Versammlungen an der früheren innerdeutschen Grenze angemeldet - neben kirchlichen Verbänden planen auch die AfD und Die Partei Kundgebungen.

Gotha | Eine Neuinfektion im Landkreis

Im Landkreis Gotha gibt es derzeit 15 aktive Corona-Fälle. Wie das Landratsamt am Mittwoch informierte, sind das drei weniger als noch am Dienstag. Keiner der Patienten wird stationär behandelt. Insgesamt liegt die Zahl der positiv Getesteten seit Beginn der Pandemie bei 363. Als genesen gelten 318 Betroffene, 30 Menschen mit Coronavirus starben.

Bad Salzungen | Sonderausgaben für Seife an Schulen

Der Kreistag des Wartburgkreises hat zusätzliche Ausgaben im Zuge der Corona-Krise beschlossen. So wurden für Schutzkleidung und medizinisches Material mehr als 150.000 Euro eingeplant. Außerdem benötigt der Landkreis 275.000 Euro mehr für die Hygiene in Schulen. Dort wurden zusätzliche Seifenspender und Handtuchhalter angebracht. Der Bedarf an Flüssigseife, Desinfektionsmittel und Papierhandtüchern ist gestiegen. Außerdem müssen Schulen und Verwaltungsgebäude häufiger und mit mehr Aufwand gereinigt werden. Die Mehrausgaben sind durch Corona-Mittel des Landes gedeckt.

Eisenach | Hilfen für Handel und Gastronomie

Wegen der Corona-Pandemie setzt die Stadt Eisenach sogenannte Sondergebühren für Handel und Gastronomie weiter aus - bis zum Jahresende. So müssen Geschäfte, Restaurants und Cafés bis zum Jahresende nichts dafür zahlen, wenn sie Gehwege, Grünflächen oder Teile der Fußgängerzone für Werbeschilder, Auslagen oder Außengastronomie nutzen.

Thüringen | Hohe Akzeptanz der Corona-Maßnahmen

Die Regeln zum Schutz vor dem Coronavirus werden offenbar von einer großen Mehrheit der Thüringer nach wie vor akzeptiert. In einer Umfrage von "mdrFRAGT" gaben fast zwei Drittel der teilnehmenden Thüringer eine hohe Bereitschaft an, sich auch weiter an die Regeln zu halten. Ebenso viele stimmten uneingeschränkt zu, andere Länder durch Ein- und Ausreise-Verbote abzuschotten, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen.

Mehr als die Hälfte aller Befragten in Mitteldeutschland sind für eine Corona-Impfpflicht - der große Teil davon jedoch erst dann, wenn Langzeitstudien vorliegen. Elf Prozent der befragten Thüringer gaben außerdem an, dass sie sich wegen des Corona-Virus gegen Grippe impfen lassen wollen. Mehr als die Hälfte würde sowieso zur Impfung gehen, 38 Prozent wollen keinen Impfschutz. An der Online-Umfrage von "mdrFRAGT" haben sich diesmal 3.622 Thüringer beteiligt. Das Ergebnis ist nicht repräsentativ.

Suhl | 445 Zuschauer in der Wolfsgrube genehmigt

Die Stadt Suhl hat für Sportveranstaltungen in der Wolfsgrube in diesem Jahr maximal 445 Zuschauer genehmigt. 300 Sitz- und 145 Stehplätze dürfen laut einer Stadtsprecherin besetzt werden. Damit müssen die Bundesliga-Volleyballerinnen des VfB Suhl in dieser Saison mit deutlich weniger Zuschauern auskommen. Normalerweise hat die Wolfsgrube eine Zuschauerkapazität von rund 1.800 Plätzen. Auch die Thüringenliga-Handballer sind davon betroffen.

Das Hygienekonzept wurde auf Grundlage der aktuellen Coronaregeln erstellt. Es sieht unter anderem vor, dass sich die Zuschauer in der Halle möglichst wenig begegnen. Besucher müssen außerdem ihre Kontaktdaten angeben, damit sie im Falle eines Infektionsgeschehens informiert werden können.

Blick in die Sporthalle Wolfsgrube
Wann wieder so viele Volleyball-Fans nebeneinander in der Wolfsgrube auf der Tribüne stehen können, ist ungewiss. (Archivbild) Bildrechte: imago/Gerhard König

Apolda | Bundeswehr hilft im Weimarer Land

Sechs Soldaten der Bundeswehr unterstützen ab Mittwoch das Gesundheitsamt des Weimarer Landes. Anlass dazu sind die gestiegenen Corona-Zahlen. Die Soldaten helfen bei der Suche nach Kontaktpersonen, sie recherchieren und telefonieren. Das Veterinäramt hilft ebenfalls aus. Statt zu Lebensmittelkontrollen geht's nun zu Mund-Nasen-Schutz-Kontrollen in Bussen, Bars und Geschäften. Das Grundgesetz erlaubt diese Art der technischen Amtshilfe.

Thüringen | Weihnachtsmärkte mit Glühwein-Ausschank

Auf Thüringens Weihnachtsmärkten soll in diesem Jahr kein hochprozentiger Alkohol ausgeschenkt werden. Auch Glühwein mit Schuss wird es nicht geben. Das sieht ein Entwurf des Gesundheitsministeriums vor, der sich derzeit in der Abstimmung befindet. Demnach soll bereits um 21 Uhr Ausschank-Schluss sein.

Auch müssen die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie mehr Aufwand betreiben, damit die Besucher die Abstände einhalten können. Auf umzäunten Flächen müssen demnach pro Besucher 2,5 Quadratmeter Fläche kalkuliert werden. In Warteschlangen und an anderen Ballungspunkten - etwa an Händler- und Gastronomieständen - soll eine Maskenpflicht geprüft werden. Bierzelte werden komplett verboten.

Thüringen | Pflegekräfte erhalten Teil der Bonus-Zahlung

In Thüringen haben die Beschäftigten in der Altenpflege nach Angaben des Gesundheitsministeriums den ersten Teil des Corona-Bonus erhalten. Demnach wurde der Anteil der Pflegekassen von bis zu 1.000 Euro pro Beschäftigtem ausgezahlt. Zur Auszahlung von weiteren 500 Euro, die das Land beisteuere, liefen derzeit noch Gespräche mit den gesetzlichen Krankenkassen, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Zuschlag, der bei Auszahlung in diesem Jahr steuerfrei ist, soll die besonderen Belastungen der Beschäftigten in der Corona-Pandemie würdigen. Die Höhe des Zuschlags für die einzelnen Pflegebeschäftigten hängt von ihrer konkreten Tätigkeit ab. Thüringen gibt dem Sprecher zufolge mehr als 13,5 Millionen Euro dafür aus. Insgesamt arbeiten im Freistaat etwa 32.000 Pflegekräfte in der Altenpflege. Auch Beschäftigte in der Krankenpflege sollen eine Corona-Prämie erhalten. Die gesetzlichen Krankenkassen stellen dafür bundesweit 100 Millionen Euro bereit.

Thüringen | Weiterhin Maskenpflicht in Bahnen und Geschäften

Thüringen plant eine sogenannte Branchenverordnung zum Arbeitsschutz - mit dem Fokus auf Veranstaltungen und Messen. Details dazu, die laut Medienberichten eine Maskenpflicht in manchen Bereichen betrifft, wurden nicht bestätigt. Die bisher geltende grundlegende Corona-Schutzverordnung soll laut Thüringer Allgemeine weitgehend ohne Änderungen verlängert werden.

Damit bleibt es bei Abstandsgebot, Maskenpflicht in Bussen, Bahnen und Geschäften sowie bei der umstrittenen Datenerfassung in geschlossenen Räumen von Restaurants. Diskotheken und Swingerclubs dürfen weiterhin nicht öffnen. Neu wäre dem Bericht zufolge, dass Rückkehrer aus Risikogebieten laut Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) dann nur noch zehn Tage statt bisher 14 in Quarantäne müssen. Diese Regelung werde noch zwischen Bund und Ländern abgestimmt.

Wartburg-kreis | Kommunen 2021 entlasten

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für die Gemeinden im Wartburgkreis sollen abgemildert werden. Die Kommunen können im kommenden Jahr mit deutlich geringeren Kosten für die Kreisumlage rechnen. Das wurde am Dienstagabend in Barchfeld-Immelborn beschlossen. Der Hebesatz für die Umlage soll von derzeit knapp 38,4 auf 36 Prozent sinken. Das entlastet die Kommunen um einen Betrag von insgesamt zwei bis drei Millionen Euro.

Erfurt | Kinderkrankheiten bei Corona-Warn-App behoben

100 Tage nach dem Start der Corona-Warn-App sollen die technischen Probleme offenbar behoben sein. Wie das Thüringer Gesundheitsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, liegen dort keine Informationen mehr über Schwierigkeiten vor. Anfangs war es für die Nutzer teilweise nicht möglich, eigene Corona-Infektionen zu melden. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben bundesweit 18,4 Millionen Menschen die App auf ihr Smartphone geladen. Damit dürften es in Thüringen mehrere Hunderttausend sein. Wie viele genau, ist unklar, weil den Behörden nur anonyme Daten zur Verfügung stehen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. September 2020 | 19:00 Uhr

30 Kommentare

martin vor 4 Wochen

"Desinfektionsmittel aus Bioanbau" - Chapeau!

Nur mit "spritzen" haben es die Komplementären in der Regel nicht so. Trinken oder schnüffeln oder ....

martin vor 4 Wochen

@grosser: Mit einer leichten Änderung der Wortwahl Ihres ersten Satzes würde ich Ihrem Beitrag zustimmen:
"Es ist immer noch so entscheidend wie bei meinem letzten Post dieses Beitrags" - nämlich gar nicht.

Ich wünsche einen angenehmen Copy&Paste Abend.

DER Beobachter vor 4 Wochen

Ähm - Sie meinen, die Schwurbelesoteriker und "Komplementärmediziner", Handaufleger, Geistheiler usw.usf. auf den Demos in München, Berlin, Düsseldorf usw. haben es drauf, uns von Covid zu erlösen? Oder sollten wir uns doch Desinfektionsmittel aus dem Bioanbau spritzen?

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