Thüringen Kindergärten sollen Notbetreuung ausweiten

Die Thüringer Landesregierung will die Kindertagesbetreuung ab Mai schrittweise wieder öffnen. Das geht aus dem Beschluss hervor, der am Mittwoch nach der Telefonkonferenz der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten getroffen wurde. Doch wie diese Öffnung konkret aussehen soll, ist noch unklar.

Ein kleines Kind wird in einem Kindergarten von einer Kindergärtnerin an der Hand geführt.
Bildrechte: imago images / fotokombinat

In Thüringen ist es noch völlig unklar, wie im Mai die Kindergärten schrittweise geöffnet werden sollen. Wie die stellvertretende Regierungssprecherin Marion Wermann MDR THÜRINGEN mitteilte, werden dazu erst in den kommenden Tagen genaue Details festgelegt. Wermann geht vorerst davon aus, dass ab Mai lediglich die Notbetreuung für Kinder in den Einrichtungen ausgebaut wird.

Kindergärten: Weniger Personal, kleinere Gruppen

Das Bildungsministerium arbeitet nach Angaben eines Sprechers derzeit "mit Hochdruck" daran, den am Dienstag dazu gefassten Kabinettbeschluss des Landes umzusetzen. Fest stehe bereits jetzt, dass der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter in den Einrichtungen sehr ernst genommen werde. Das würde auch bedeuten, dass mit weniger Personal in den Kindergärten gerechnet werden muss. Auch die Größe der Gruppen, wie es sie vor der Corona-Pandemie gab, wird es bis auf weiteres nicht mehr geben. Dem Sprecher zufolge gibt es bis jetzt kein genaues Datum, wann im Mai mit der schrittweisen Öffnung begonnen wird. Klar sei, dass es nicht von Null auf 100 gehen könne.

Am Donnerstag tagen die einzelnen Arbeitsgruppen der Landesregierung dazu, wie und welchem Maße die am Mittwoch festgelegten Lockerungen umgesetzt werden können. Am Freitag ist dazu eine weitere Kabinettsitzung geplant.

Grünen fordern Öffnung der Notbetreuung für Alleinerziehende

Die Thüringer Grünen-Fraktion fordert flexiblere Möglichkeiten für die Notbetreuung in Kindergärten. Grünen-Bildungspolitikerin und Fraktionschefin Astrid Rothe-Beinlich erklärte am Donnerstag, "gerade für die berufstätigen Alleinerziehenden, die nicht in der kritischen Infrastruktur tätig sind, aber auch für Familien, die aus welchen Gründen auch immer dringend eine Kinderbetreuung in Anspruch nehmen müssen, brauchen wir ebenfalls Angebote in den Kommunen und wenn es halbtägige oder anderweitig zeitlich begrenzte Angebote sind".

Nach Ansicht von Rothe-Beinlich sind schon allein mehr Betreuungsmöglichkeiten nötig, weil ab 27. April in Thüringen auch wieder kleinere Läden öffnen dürfen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mam, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. April 2020 | 11:00 Uhr

8 Kommentare

Mario Hana vor 11 Wochen

Gibt es denn verlässliche Zahlen, Belege, Quellen dafür, dass Kinder tatsächlich massenhaft erkranken, dabei keine Symptome zeigen und das Virus an Erwachsene weitertragen, die dann sterben müssen? Oder sind das die übliche Vermutungen und Spekulationen, ohne wissenschaftlichen Hintergrund - denen man zur Zeit dauernd begegnet. Hat das RKI mal wieder in die Glaskugel geschaut - oder woher nehmen Sie dieses Wissen?

Mario Hana vor 11 Wochen

Was macht es für einen Unterschied, wenn ich jetzt 50% der Kinder wieder in die Kindergärten lasse, den Rest in vier Wochen gegenüber dem jetzt alle Kinder wieder aufzunehmen? Am Ende sind ja trotzdem alle in den Kindergärten, d.h. das Ergebnis ist das gleiche. Die Situation ist doch in vier Wochen keine andere, als heute oder in acht Wochen. Oder wollen Sie etwas einen Teil der Kinder, nebst ihren Eltern jetzt dauerhaft weiter diskriminieren und somit auch von Bildung ausschließen?

a-k vor 11 Wochen

Und das ist, wenn wir jetzt alles lockern? Von jetzt auf gleich? Dann steigen die Infektionen wieder rasant an und irgendwann, kann das auch unser Gesundheitssystem nicht halten! Haben Sie gestern, die Begründungen von Angela Merken und die Ausführung hierzu gesehen? Sie hat genau definiert, warum die Lockerungen langsam und schrittweise durchgeführt werden sollten. Wir verzichten hier zu Hause auch auf einiges und das nicht für uns, sondern für jeden, den wir schützen wollen.

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