Pandemie Mit Schnupfen in die Kita? Thüringen will Corona-Verordnung ändern

Mit Erkältungssymptomen darf aktuell kein Kind Schule oder Kita in Thüringen betreten - außer mit einer Unbedenklichkeitserklärung vom Arzt. Das stellt nicht nur Eltern vor neue Herausforderungen. Nun reagiert das Bildungsministerium.

Gummistiefel für Kinder stehen in einer Reihe
Trotz vieler Corona-Lockerungen ist in Kitas und Schulen in Thüringen der Alltag noch nicht zurückgekehrt. Bildrechte: dpa

Thüringen will das Betretungsverbot für Kinder in Kindergärten und Schulen ändern. Wie ein Sprecher des Bildungsministeriums MDR THÜRINGEN sagte, soll die entsprechende derzeit gültige Corona-Verordnung für Schulen und Kindergärten dahingehend angepasst werden, dass nicht mehr bei jeglichen Erkältungssymptomen ein Betretungsverbot besteht.

Kindern mit Husten, Schnupfen oder Halsschmerzen ist wegen der Corona-Pandemie in Thüringen bisher untersagt, Kindergärten zu besuchen und Schulen zu betreten. Das stellt Eltern vor große Herausforderungen, denn nur wer eine entsprechende Unbedenklichkeitserklärung vom Kinderarzt vorlegen kann, darf die jeweilige Einrichtung wieder betreten.

Ansturm bei Kinderärzten in Erfurt, Jena und Weimar

Das wiederum hat zur Folge, dass bereits in einigen Thüringer Kommunen die Wartezimmer in Arztpraxen überfüllt sind. Betroffen seien laut Kassenärztlicher Vereinigung (KV) vor allem Jena, Weimar, das Weimarer Land und Erfurt.

Wie das Bildungsministerium MDR THÜRINGEN bestätigte, drohe eine Überlastung der Kinderärzte im Freistaat. Dies sei noch nicht landesweit der Fall, dennoch spitze sich die Lage zu. Das Bildungsministerium führe derzeit Gespräche mit dem Gesundheitsministerium und der KV, um die aktuell geltende Verordnung bezüglich des Betretungsverbots anzupassen.

Details wurden noch nicht genannt, da einige rechtliche Fragen noch nicht geklärt seien. Ebenfalls wurde bisher nicht gesagt, ab wann die geänderte Verfügung gültig sein soll.

Eltern müssen Bescheinigung bei Erkältung bezahlen

Nachbessern will das Bildungsministerium auch bei dem Prinzip der Unbedenklichkeitsbescheinigungen. Die sind in Schulen und Kindergärten bei Erkältungssymptomen vorzulegen, gehören aber nicht zu den gesetzlichen Krankenkassenleistungen und müssen deshalb von den Eltern selbst bezahlt werden.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 02. Juli 2020 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

Berliner In Thueringen vor 5 Wochen

Eigentlich sollten lehrer und erzieher unterscheiden können zwischen "Erkältungssymtomen" und nur mal Niesen oder Husten. ES werden nun mal leider viele Kinder, welche gesund sind, wegen solcher Lapalien nach hause geschicjt. Wer in diesen tagen mal eine Kunderarztpraxis besucht hat - da tummeln sich gesunde Kinder.

Man hat eher den Eindruck, dass Kitas und Schulen ihre dünne Personaldecke durch die Einstufung Risikogruppe "über 60" und "Raucher über 50" durch dass "Nachhauseschicken" von Kindern zu entlasten.

Wir sollten endlich lernen mit Corona zu leben, mit Influenza leben wir ja auch schon seit Jahrzehnten.

Und wenn eine Kita oder Schule geschlossen wird, dann sind oft Lehrer und erzieher infiziert und nicht die Kinder.

@wwdd: Ich stimme ihnen zu - heute würde ich mit auch keine Kinder mehr anschaffen. Die Kinderfeindliche Coronapolitik hat alle Fortschritte der letzten Jahrzehnte zunichte gemacht.

Lou15 vor 5 Wochen

Ist ja alles schön und gut. Die Maßnahmen waren auch okay und wahrscheinlich notwendig. Was mir allerdings ein Rätsel ist , ist das meine Tochter wegen einer angeblich laufenden Nase ( Heuschnupfen) nicht in die Kita darf, aber Urlaubsreisen wieder genehmigt werden.Menschen nach Mallorca & Co reisen dürfen ,aber Kinder zuhause bleiben wegen Schnupfen? Ich finde das ein bisschen übertrieben. Husten und Fieber ja klar Da bringt kein vernünftiges Elternteil sein Kind in die Kita, aber wenn die Nase ein wenig läuft muss das nun nicht sein. Bei Kindern läuft doch ständig irgendwie die Nase. Den Kindern hat die Kita und alles drum herum über 3 Monate gefehlt, es wird nun Zeit das auch für sie oder gerade für sie ein wenig Normalität einkehrt . Spielplätze sind doch auch wieder auf da geht man doch auch hin wenn das Kind Schnupfen hat.

farbigesauge vor 5 Wochen

Es ist ok wenn das Leben wieder normaler wird. ABER denkt irgendeiner auch mal an die Erzieher/innen? Jeden Tag werden wir angehustet und angeniesst. Wir putzen 1000 mal die Rotznasen. Keiner fragt ob und wie wir uns fühlen und welche Ängste wir haben. Keiner sagt ,das wir getestet werden sollten. Erzieher/innen arbeiten täglich im Gefahrengebiet und für alle ist das selbstverständlich. Wenn alle massiv krank werden, müssen die Kitas auch schliessen !

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