Corona Fragen und Antworten: Das gilt jetzt in Thüringen für Klassenfahrten

Neues Schuljahr, erster Elternabend und die Klassenfahrt-Info: So kennen es Eltern und ihre schulpflichtigen Kinder in Thüringen. Wie die Bildungsreisen während der Corona-Pandemie geregelt sind: Fragen und Antworten.

Nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind in Thüringen alle Klassenfahrten im Schuljahr 2019/2020 gestrichen worden. Ist dieser Stopp aufgehoben?

Nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums können Schulen und Lehrer wieder Klassenfahrten planen. Das Bildungsministerium behält sich aber weiter vor, Klassenfahrten abzusagen, sollten erhöhte Vorkehrungen zum Infektionsschutz nötig werden. Und: Sind Klassenfahrten vor Beginn der Pandemie für das Schuljahr 2020/2021 beantragt und von den Schulämtern genehmigt worden, so dürften diese angetreten werden.

Schulklasse wartet auf ihren Koffern sitzend, vor dem Berliner Hauptbahnhof
Schülerinnen und Schüler auf Klassenfahrt - hier in Berlin vor dem Hauptbahnhof. Bildrechte: dpa

Was ist mit Auslandsreisen?

Auch Auslandsreisen sind möglich, solange die Ziele innerhalb Europas und nicht in einem Corona-Risikogebiet liegen. Über alle anderen Ziele im Ausland entscheidet das Bildungministerium im Einzelfall.

Ist eine generelle Stornokostenfreiheit vorgeschrieben?

Das Bildungsministerium gibt vor, dass Klassenfahrten in diesem Schuljahr nur dann genehmigt werden, wenn es im Vertrag einen "Corona-Storno-Passus" gibt. Der Vertrag muss also lediglich in Hinblick auf die Pandemie kostenfrei gekündigt werden können, nicht wegen aller denkbaren Alltagsfälle.

Wie wird die Klassenfahrt-Buchung abgewickelt?

Eltern-, Lehrer- und Schülerverbände fordern, dass bei Klassenfahrten die Schulen Vertragspartner sind und nicht wie bisher die Eltern und die Bezahlung über ein Schulkonto abgewickelt wird. Zumindest bis zum Jahresende, wenn die Thüringer Verwaltungsvorschrift für Wandertage und Klassenfahrten ausläuft, wird sich daran nichts ändern. Das Bildungsministerium prüft derzeit, ob diese Forderungen umgesetzt werden können. Offen sei beispielsweise, welche Verwaltung ein Schulkonto führen würde - das Land als Arbeitgeber von Lehrern und Erziehern oder der Kreis/die kreisfreie Stadt als Schulträger. Auch solle vermieden werden, dass Schulen zu Reiseveranstaltern nach EU-Recht werden, wenn sie Verträge über Klassenfahrten abschließen können: Dies könnte rechtliche Pflichten nach sich ziehen, die die Schulen "unmöglich stemmen könnten".

Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 06. September 2020 | 06:00 Uhr

1 Kommentar

martin vor 11 Wochen

Aha, möglicherweise können die Schulen die rechtlichen Verpflichtungen nicht stemmen, die sich aus der Veranstaltung einer Klassenfahrt ergeben. Aber die ehrenamtlich Eltern oder die Lehrer? Bemerkenswerte Argumentation .....

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