Wenige Infektionen in warmen Regionen Der Sommer - unsere Waffe gegen das Coronavirus?

Viele Leute hoffen, dass das Coronavirus im Sommer an Schlagkraft verliert, wie auch eine normale Grippewelle bei höheren Außentemperaturen abebbt. Ist damit bald auch die "Corona-Krise" beendet?

Ein Thermometer zeigt über 40 Grad Celsius an.
Welche Auswirkungen haben steigende Temperaturen auf das Coronavirus? Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Wenn der nächste heiße Sommer kommt, ist alles vorbei. Das ist die Hoffnung vieler, schließlich ist auch sonst im Winter Grippezeit. Aber stimmt das? Fakt ist, dass die meisten Viren bei Kälte länger "frisch" bleiben. Ausnahmen sind natürlich "tropische" Viren, wie zum Beispiel die, die Dengue-Fieber oder Ebola auslösen.

Grundsätzlich haben die Experten durchaus belastbare Hinweise darauf, dass auch unser Corona "neuen Typs" kein Freund von Sonne und feuchter Wärme ist. Nach der SARS-Coronavirus Pandemie 2003 haben Wissenschaftler genau diese Zusammenhänge untersucht, indem sie Raumluft von 22 bis 25 Grad bei einer Luftfeuchtigkeit von 40 bis 50 Prozent verglichen haben mit tropischen 38 Grad und mehr als 95 Prozent Luftfeuchtigkeit. 

Im Ergebnis waren Coronaviren umso schneller inaktiv, je höher die Temperatur und umso feuchter die Luft war. Das Institut Johns Hopkins CSSE trägt Corona-Fälle weltweit zusammen und der Blick auf die Karte zeigt: Auf der aktuell sommerlichen Südhalbkugel gibt es diese Häufungen der Erkrankung derzeit nicht, so wie im winterlichen Norden.

Frau putzt sich die Nase
Nicht nur das Wetter sorgt für eine winterliche "Grippesaison". Auch das Verhalten in der kalten Jahreszeit trägt zu den guten Bedingungen für Viren bei. Bildrechte: IMAGO/Science Photo Library

Das bedeutet aber umgekehrt auch, dass sich die Viren während unseres Sommers dann vermehrt im winterlichen Süden tummeln könnten. Aber das Wetter ist es nicht alleine. Es trägt auch unser winterliches Verhalten dazu bei, dass wir anfälliger sind für Viren aller Art. Wir gehen seltener raus, hocken in engen Räumen zusammen bei trockener Heizungsluft, in der sich die Viren wie eingangs beschrieben auch recht wohl fühlen. Auch bleiben die Viren unter diesen Bedingungen länger aktiv, wenn wir sie auf Türklinken & Co. "ablegen" und auf diese Art weiterreichen.

Dass unser Körper und besonders unsere Schleimhäute  in der kalten, lichtarmen Jahreszeit empfänglicher sind für Infektionen aller Art, das ist bekannt. Und das ist auch ein Aspekt, der letztlich eine Rolle spielt. Alles zusammen macht ein wenig Hoffnung, bis im Herbst vielleicht die nächste Welle heranrollt. Aber da sind wir hoffentlich richtig gut vorbereitet. Die Experten vom DWD kommen insgesamt zu dem Schluss:

Als Fazit lässt sich sagen, dass die Auswirkungen des Wetters auf den neuartigen Coronavirus noch unklar sind. Es besteht aber durchaus Hoffnung, dass zunehmend wärmeres und sonniges Wetter die Ausbreitung zumindest auf der Nordhalbkugel abschwächt.

DWD-Newsletter zum Thema Wetter und Corona

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Der Redakteur | 09. März 2020 | 17:10 Uhr

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