Coronavirus in Thüringen Kliniken erwarten Lieferengpässe bei Medikamenten

Der länderübergreifende Klinikverbund Regiomed bereitet sich auf vermehrte Lieferengpässe bei Medikamenten vor. Wie die Regiomed-Chefapothekerin Andrea Beitzinger am Montag sagte, werden bestimmte Arzneimittel bereits knapp. Schon vor der Corona-Krise habe es bei einzelnen Medikamentengruppen Engpässe gegeben. Diese würden nun zum Teil noch verschärft.

Medikamente liegen in einem Regal
In der Corona-Krise verschärft sich der Engpass bei einigen Medikamenten auch in Thüringen. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Medikamenten-Alternativen für Corona-Patienten gesucht

Bei Regiomed werden deswegen die Vorräte von dringend benötigten Arzneimitteln täglich überprüft. Es wurde ein Ampelsystem eingerichtet. Rot heißt zum Beispiel, dass ein knapper Vorrat herrscht oder erwartet wird. Das gelte aktuell unter anderem für das Schmerzmittel Paracetamol. Zudem wird bei der Beatmung von Corona-Infizierten dringend das Arzneimittel Propofol benötigt. Weil auch hier der Bedarf nicht gedeckt werden kann, würden Alternativen gesucht. Gründe für die Engpässe seien Produktionsstopps in China oder Indien und blockierte Transportwege in Europa. Auch Hamsterkäufe in Apotheken hätten zu der Lage beigetragen.

Regiomed-Klinik in Sonneberg
Die Regiomed-Klinik in Sonneberg. Bildrechte: REGIOMED-KLINIKEN GmbH

Klinik in Suhl vorbereitet

Nach der Corona-Krise müsse sich die Politik deswegen dringend Gedanken machen, ob die Produktion von relevanten Medikamenten wieder mehr nach Deutschland verlagert werden sollte, so die Chefapothekerin. Auch das SRH Zentralklinikum Suhl beobachtet bei einigen Medikamenten seit Längerem Lieferengpässe. Nach Angaben eines Sprechers hat sich das Klinikum aber gut darauf eingestellt.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen:

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 06. April 2020 | 19:30 Uhr

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