Corona-Krise Mietausfälle bei Vermietern in Thüringen geringer als erwartet

Im Mai befürchteten die Thüringer Vermieter noch erhebliche Mietausfälle, jetzt zeigen sie sich vorsichtig optimistisch. Das große Konjunkturpaket und die Zuverlässigkeit der privaten Mieter stimmen zuversichtlich, auch wenn die Verluste in der Vermietung von Gewerbeflächen deutlich waren.

Geld liegt auf einem Hausplan
Die hohe Zahlungsmoral privater Mieter macht den Vermietern Hoffung, die Corona-Krise gut zu überstehen. Bildrechte: Colourbox.de

Rund ein Drittel der Thüringer Vermieter mussten in der Corona-Krise Mietausfälle hinnehmen. Das teilte der Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland MDR THÜRINGEN mit. Die noch im Mai befürchteten Einnahmeausfälle bei privaten Mietern blieben jedoch weitestgehend aus. Dafür zeichnete sich die Krise umso deutlicher bei gewerblichen Mietern ab.

Corona-Krise: Mieteinnahmen beim Gewerbe brechen ein

Während Vermieter von Gewerbeimmobilien auf dem Höhepunkt der Krise auf bis zu 50 Prozent der Mieteinnahmen verzichten mussten, lagen die Ausfälle im Bereich Wohnen mit rund acht Prozent deutlich darunter. Ähnlich verhält es sich bei den Kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften in Thüringen. Nach eigenen Angaben verzeichneten sie beim Gewerbe zum Teil herbe Mietverluste. Bei privaten Mieter bleiben jedoch weniger als ein Prozent Zahlungen schuldig.

Vermieter in Thüringen vorsichtig optimistisch

Insgesamt sind im Mai 2020 etwa eine Million Euro Mietschulden in der Thüringer Wohnungswirtschaft aufgelaufen. Damit lägen die tatsächlichen Zahlen "relativ weit weg von den ersten Befürchtungen", sagte Frank Emerich, Direktor des Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen in Mitteldeutschland (VTW). In der Krise hätten sich Wohngeld und Grundsicherung bewährt.

Zufrieden zeigt sich der VTW auch mit dem am 3. Juni beschlossenen großen Konjunkturpaket der Bundesregierung. Insbesondere die Senkung der Mehrwertsteuer und EEG-Umlage, die Anpassungen bei der steuerlichen Absetzung von Abnutzungskosten für die Jahre 2020 und 2021, sowie die temporäre Vereinfachung des Vergaberechts würden der Wohnungswirtschaft auf dem Weg aus der Corona-Krise helfen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ask

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 10. Juni 2020 | 18:00 Uhr

1 Kommentar

part vor 19 Wochen

Die drei großen Heuschrecken am Bundesdeutschen Wohnungsmarkt mit Beteiligungen von Blackrock oder den Massachusetts Beteiligungen wird es wenig jucken, ist doch die Gewinnerwartung auf die Wertabschöpfung Wohnen eh schon überbootet. Wenn nicht, werden sich staatliche Hilfen finden um den Wohnungsmarkt weiter in privater Hand halten zu können, obwohl das Gegenmodell eine Plus für alle Beteiligten enthalten würde.

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