Coronavirus in Thüringen Staatskanzlei: Verordnung zur Corona-Lockerung nicht sofort

Eine Lockerung der Corona-Maßnahmen wird es nach Angaben der Staatskanzlei auch nach einem bundesweiten Beschluss nicht direkt geben. Änderungen der Maßnahmen könnten erst im Lauf der nächsten Tage erlassen werden.

Ein Radfahrer fährt an der Staatskanzlei Thüringen in Erfurts vorbei
Die Thüringer Staatskanzlei in Erfurt. Bildrechte: dpa

Thüringen wird nach Angaben der Staatskanzlei nicht sofort nach der Telefonkonferenz der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Verordnung zur Lockerung der Corona-Beschränkungen erlassen. "Das wird ein ganzes Maßnahmebündel sein. Das ist innerhalb von Stunden gar nicht möglich", sagte eine Sprecherin der Staatskanzlei am Mittwoch auf Anfrage in Erfurt. Das Kabinett werde sich nach der Schaltkonferenz von Bund und Ländern jedoch direkt über das weitere Vorgehen in Thüringen verständigen.

Verordnungen erst in den nächsten Tagen

Die nötigen Verordnungen würden dann in den nächsten Tagen erlassen, so die Sprecherin. Sie verwies unter anderem darauf, dass die Kultusminister der Länder neue Regelungen für Schulen und Kindergärten ebenfalls erst beraten würden. Dazu soll es am Mittwochabend eine Schaltkonferenz geben, hieß es in Berlin.

Ramelow: Regionale Differenzierungen

Ramelow erwartet von der Telefonkonferenz mit der Kanzlerin und seinen Amtskollegen eine Verständigung auf einheitliche Maßstäbe. Es sollte aber auch über die Möglichkeit regionaler Differenzierungen gesprochen werden, erklärte Ramelow.

Bodo Ramelow sitzt an einem Tisch.
Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke). Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Uneinigkeit über Gottesdienste

Mit seiner Forderung, Gottesdienste über Ausnahmeregelungen wieder zu ermöglichen, stößt Thüringens Regierungschef offenbar auf Widerstand des Bundes. Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen und Synagogen sowie religiöse Feierlichkeiten und Veranstaltungen sowie Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften sollen nach den Vorstellungen des Bundes untersagt bleiben, hieß es in Berlin.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen:

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. April 2020 | 16:00 Uhr

4 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 33 Wochen

Was wäre die Alternative, ohne dass langsam die in Home-Office und als Teilzeitlehrer arbeitenden Eltern (oder Alleinerziehenden) durchdrehen? Thüringen besteht nicht nur aus DINKS (Double Income / No Kids)!
Wir müssen in die Experimentierphase (wo Infektionsraten gering sind), da Krankenhäuser mittlerweile zu geringe Auslastung haben.

Quentin aus Mondragies vor 33 Wochen

Bitte Thüringen, Land der Wissenschaften, keine datumsabhängigen und zentralistischen Regeln sondern auf Infektionsraten basierte lokale Festlegungen. Ich wäre stolz auf Euch! Es müsste doch mittlerweile klar sein, welche Parameter Frühwarnsignale darstellen.

PoliticalNerd99 vor 33 Wochen

Ich gehe nicht von einer vollständigen Schulöffnung aus, um ehrlich zu sein. Die Leute, die Abschlüsse machen, meinetwegen. Die sind auch alt genug, um Abstand halten zu können. Für alle anderen wir das Schuljahr wohl fürs Erste zuende sein.

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