Thüringen-Ticker zur Covid-19-Lage Corona-News vom 26. Januar: 57 neue Todesfälle in Thüringen

+++ Zahl aktiver Infektionen rückläufig - aber weiter viele Tote +++ In Bad Salzungen und Greiz öffnen ab Februar Impfstellen +++ Bildungsminister Holter verteidigt wochenlange Schulschließungen +++ Neue Corona-Verordnung in Kraft +++

Daniel Reuter und Nadja Heumann stehen in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie der Universitätsmedizin Rostock an einem Intensivbett.
Intensivbett in einer Klinik (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Ticker-Ende

Wir schließen unseren News-Ticker für heute und sind am Mittwoch mit einem neuen Corona-Nachrichtenüberblick für Thüringen für Sie da!

Thüringen | Wo hängt es bei den Corona-Hilfen?

Viele Unternehmen und Selbstständige warten weiterhin vergeblich auf die versprochenen Hilfsgelder. Es betrifft alle Branchen - von der Kultur, über das Handwerk bis zur Gastronomie. Zum Video:

Thüringen | 57 weitere Todesfälle mit Corona

Innerhalb eines Tages sind in Thüringen 57 Menschen mit dem Coronavirus gestorben. Wie die Gesundheitsämter am Dienstagabend mitteilten, stieg die Zahl der Toten damit auf insgesamt 2.081.

Die Zahl der aktiven Infektionen ging erneut zurück. Derzeit gelten 9.449 Menschen als aktiv infiziert, das sind gut 460 weniger als am Montag und 2.300 weniger als vor zwei Wochen.

Die Inzidenz - also die Zahl der Ansteckungen innerhalb einer Woche je 100.000 Einwohner - liegt derzeit in Thüringen bei 220.

Thüringen | Schutzmasken für Bedürftige

In Thüringen sollen Bedürftige bald Gratis-Masken bekommen. Darauf einigten sich am Dienstag Vertreter des Finanz- und des Gesundheitsministeriums. Demnach soll ein Großteil der OP- und FFP2-Masken sobald wie möglich über die Kommunen an Bedürftige ausgeteilt werden. Insgesamt werden rund fünf Millionen Masken verteilt - davon rund 1,3 Millionen FFP2-Masken.

Meiningen | Verschärfte Masken-Pflicht auch in den Innenstädten

In Meiningen und Schmalkalden müssen medizinische Masken auch auf öffentlichen Straßen der Innenstädte getragen werden. Das sieht eine neue Allgemeinverfügung vor, die das Landratsamt am Dienstag veröffentlicht hat. Generell gilt im Kreis Schmalkalden-Meiningen für alle ab 15 Jahre die Pflicht zum Tragen von "qualifizierten" Masken unter freiem Himmel überall dort, wo sich Menschen versammeln.

Außerdem gilt sie unter anderem auf überdachten Tankstellengeländen, in Praxen, Geschäften, auf Wochenmärkten und Bahnhöfen. Für Kinder von sechs bis 14 Jahren reicht demnach eine Alltagsmaske.

Thüringen | Corona-Zahlen in den Regionen

Seit Beginn der Corona-Pandemie werten wir die Zahlen und Daten zu den Infektionen in Thüringen aus. In unseren neuen Grafiken sehen Sie hier auch die Entwicklungen in den Landkreisen und kreisfreien Städten:

Greiz | Klinkum nun Standort für Impfstelle

Die Impfstelle für den Landkreis Greiz wird im Kreiskrankenhaus in Greiz eingerichtet. Laut Kassenärztlicher Vereinigung soll sie am 3. Februar ihre Arbeit aufnehmen. Der neue Standort sei mit dem Landkreis abgestimmt worden. Zuvor war geplant gewesen, die Impfstelle in Zeulenroda-Triebes zu eröffnen. Dagegen hatte es heftige Kritik gegeben. Vor allem für ältere Menschen aus dem Süden des Landkreises sei die Anfahrt nach Zeulenroda-Triebes nicht zumutbar, hieß es.

Rudol­stadt | Impfstelle nimmt Betrieb auf

Die Corona-Impfstelle in der Alten Klinik Rudolstadt nimmt am kommenden Mittwoch den Betrieb auf. Wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt mitteilte, wurden für die nächsten acht Wochen bereits 1.500 Impftermine vergeben. Zunächst wird nur am Nachmittag geimpft. Sobald mehr Impfstoff geliefert wird, soll auch vormittags geimpft werden. Nach Angaben des Landratsamtes sollte für die Impfung rund eine halbe Stunde Zeit eingeplant werden. Bisher impften im Landkreis mobile Impfteams in Alten- und Pflegeheimen.

Bad Salzungen | Impfstelle für südlichen Wartburgkreis

Die Corona-Impfstelle für den südlichen Wartburgkreis wird in Bad Salzungen eingerichtet, teilte die zuständige Kassenärztliche Vereinigung mit. Sie soll am 3. Februar im Hotel Solewerk in der Bahnhofstraße ihre Arbeit aufnehmen. Ursprünglich war geplant, eine frühere Arztpraxis in Barchfeld als Impfstelle zu nutzen.

Das hatte unter anderem Landrat Reinhard Krebs (CDU) heftig kritisiert. Der Ort sei für viele Menschen nur schwer erreichbar, außerdem fehlten Parkplätze, so Krebs. Die Kassenärztliche Vereinigung und das Landratsamt des Wartburgkreises hätten nun gemeinsam den neuen Standort gefunden.

Alle Impftermine, die über das Online-Portal www.impfen-thueringen.de oder die Telefon-Hotline der KVT vereinbart wurden, bleiben den Angaben zu Folge gültig. Das gilt auch für die Termine für die Zweitimpfung. Betroffene erhalten eine weitere Mail mit einem Hinweis auf den geänderten Standort der Impfstelle.

Weimar | FFP2-Masken für Tafel und Obdachlosenheim

Kunden der Weimarer Tafel bekommen bei Bedarf kostenlose FFP2-Masken. Darüber hat Bürgermeister Ralf Kirsten (Weimarwerk) am Dienstag informiert. Auch dem Weimarer Obdachlosenheim und der Gemeinschaftsunterkunft stelle die Stadt ein Kontingent an Masken zur Verfügung, hieß es. Bereits seit letzter Woche werden in Weimar FFP2-Masken an Inhaber des Sozialtickets ausgegeben. Der Schutz vor dem Coronavirus dürfe keine Frage des Geldbeutels sein, hieß es aus dem Rathaus.

Jena | Corona-Ausbruch bei privatem Treffen

Dem Gesundheitsamt in Jena sind 18 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Demnach haben sich allein zehn Personen während eines privaten Treffens angesteckt. Nach Angaben der Stadtverwaltung hielten sich dabei 22 Personen teils ohne Maske länger in einem Raum auf. Bei der Veranstaltung infizierten sich auch weitere Betroffene, die nicht in Jena wohnen und deshalb von anderen Gesundheitsämtern gemeldet werden. Die Stadt Jena hatte zunächst von einem Burschenschaftstreffen gesprochen, ihre Angaben jedoch später korrigiert.

Jena | Stadt lässt Schutzmasken für Bedürftige verteilen

Um den Bus nehmen, einkaufen oder zum Arzt gehen zu können, ist ab sofort ein medizinische Maske nötig. Doch die Schutzausrüstung kostet Geld. Die Stadt Jena hilft daher Menschen, deren Einkommen durch den Maskenkauf besonders belastet würde.

Thüringen | 400 Anrufe bei Telefonnummer für Freiwillige

In der ersten Woche nach dem Start einer thüringenweiten Telefonnummer für freiwillige Helfer in der Pflege haben sich dort mehr als 400 Menschen gemeldet. Die Rufnummer (0361 302 2345) ist ein gemeinsames Projekt vom Thüringer Gesundheitsministerium und von der Arbeitsagentur. Die erste Resonanz sei ein ermutigendes Zeichen, dass die Menschen in der Krise zusammenrücken, sagte Markus Behrens von der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesanstalt für Arbeit am Dienstag.

Eine Altenpflegerin blättert im Seniorenheim Pauline-Krone-Heim der Altenhilfe Tübingen auf einem Wagen, mit dem Antigen-Corona-Schnelltests durchgeführt werden, in einem Ordner.
Landesweit werden Freiwillige für die Mithilfe in Pflegeeinrichtungen gesucht. Eine entsprechende Ausbildung ist keine Voraussetzung. Bildrechte: dpa

Die Hotline zielt nach Angaben der Behörden in erster Linie darauf, freiwilliges Personal kurzfristig zu vermitteln. Zugleich soll sie den Einrichtungen die Chance geben, langfristig die Personalsituation zu verbessern. Aktuell werden für fast 50 Pflegeeinrichtungen Helfende gesucht. Zur Mithilfe gewonnen werden sollen Arbeitslose, Menschen in Kurzarbeit, Rentner, Studierende und andere Freiwillige. Eine Ausbildung in einem pflegerischen Beruf ist dabei keine Voraussetzung. Die Art der Zusammenarbeit und die Arbeitsverträge vereinbaren Einrichtungen und Freiwillige untereinander.

Holter verteidigt Schließung von Kindergärten und Schulen

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat die weitere Schließung von Schulen und Kindergärten verteidigt. Das Land müsse sich darauf einstellen, dass die Einrichtungen noch länger geschlossen bleiben, teilte er am Dienstag mit. Wann und wie die Einrichtungen wieder geöffnet werden können, hänge vom Infektionsgeschehen ab. Holter schreibt in einem offenen Brief an alle Thüringer Schulen, man müsse - wie bei einer Flutkatastrophe - weiter Dämme gegen das Virus bauen. Zugleich müsse es Hilfe für diejenigen geben, die von den Folgen der Pandemie besonders stark betroffen seien. Das betreffe die Abschlussklassen und Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf, die aus verschiedenen Gründen nicht zu Hause lernen und dem Unterrichtsstoff folgen können.

Wir sollten nicht erwarten, vor Ostern landesweit wieder in Stufe "grün" wechseln zu können. Damit ist nicht gesagt, dass alle Schulen auf jeden Fall bis Ostern geschlossen sind. Eben so wenig können wir garantieren, dass nach Ostern die Schulen auf jeden Fall wieder öffnen.

Helmut Holter (Linke), Thüringer Bildungsminister, in einem Brief an alle Thüringer Schulen

Geld für Digitalisierung an Hochschulen

Für die Digitalisierung an den Thüringer Hochschulen stellt das Wissenschaftsministerium mehr Geld bereit. Minister Wolfgang Tiefensee (SPD) kündigte am Dienstag einen Sonderfonds mit 2,8 Millionen Euro zum Ausbau digitaler Lehrformate an. Da Präsenzlehre auch in naher Zukunft nur eingeschränkt möglich sein werde, gewinne die Digitalisierung von Lehr-, Praktikums- und Forschungsangeboten weiter an Bedeutung. Das Geld soll insbesondere dazu dienen, Vorlesungen und Seminare digital abzuhalten und neue Lehrformate zu entwickeln. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Wissenschaftsministerium 2,2 Millionen Euro für den Ausbau der akademischen Online-Angebote bereitgestellt. Diese Mittel sind nahezu komplett ausgeschöpft.

Thüringen | Frisörsalons öffnen? Tiefensee zurückhaltend

Sollten Frisör- und Kosmetiksalons spätestens Mitte Februar wieder öffnen? Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat zurückhaltend auf diesen Vorstoß aus Südthüringen reagiert. Tiefensee sagte MDR THÜRINGEN, wegen der Pandemielage sei momentan nicht absehbar, wann die Geschäfte wieder öffnen können. Das Ministerium werde sich aber dafür einsetzen, dass die Anbieter für körpernahe Dienstleistungen schnell eine klare Öffnungsperspektive bekommen, gegebenenfalls auch früher als andere Branchen.

Über­regional | Stimmung in Corona-Krise erreicht Tiefstand

Der Alltag in der Corona-Krise wird von immer mehr Menschen als große Belastung empfunden. Wie eine Umfrage des MDR-Meinungsbarometers "MDRfragt" ergab, rechnet eine deutliche Mehrheit nicht damit, dass der Lockdown vor Ostern zu Ende ist. Die Stimmung hat einen neuen Tiefstand erreicht. Mehr als die Hälfte der Befragten hält die Lockdown-Regeln für ungeeignet, um das Virus einzudämmen.

Zugleich werden angesichts neuer Virus-Mutationen gesundheitliche und existenzielle Sorgen größer. Mehr als die Hälfte der Eltern gab zudem an, die Kinderbetreuung nur schlecht mit Alltag und Beruf vereinbaren zu können. An der aktuellen Umfrage haben sich mehr als 25.000 Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligt.

Thüringen | Strengere Regeln treten in Kraft

Die Thüringer müssen sich seit Dienstag an strengere Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie halten. Es gilt eine neue Verordnung, mit der der Lockdown bis 14. Februar verlängert wurde. Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) forderte Durchhaltevermögen, um die Ausbreitung von Virusmutationen zu verhindern.

Eine Frau mit FFP2-Maske kauft im Supermarkt ein.
In Geschäften ist ab sofort in Thüringen eine medizinische OP- oder eine FFP2-Maske Pflicht. Bildrechte: imago images / Manfred Segerer

Neu ist, dass medizinische Masken in Bussen und Bahnen sowie beim Einkaufen, aber auch in Arztpraxen und bei Versammlungen getragen werden müssen. Zudem soll das Pflegepersonal in Altenheimen jetzt dreimal pro Woche auf das Coronavirus getestet werden. Eine Erleichterung gibt es für Familien mit Kindern bis sechs Jahre: Sie können die Betreuung zusammen mit einer anderen Familie organisieren. So dürfen zum Beispiel auch Nachbarn oder die Großeltern auf die Kinder aufpassen. Bisher durfte sich eine Familie nur mit maximal einer weiteren haushaltsfremden Person treffen - Kinder eingerechnet.

Tickerbeginn

Guten Morgen, wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Dienstag. Wir halten Sie auch heute wieder zu den aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus in Thüringen auf dem Laufenden und fassen in unserem News-Überblick die aktuellen Fakten und Hintergründe zur Lage im Freistaat zusammen. Hilfe und weitere Informationen finden Sie auch hier.

Das waren die Corona-News am Montag

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 26. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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