Thüringen-Ticker zur Covid-19-Lage Corona-News vom 19. Januar : Thüringen erhält weniger Impfstoff als zunächst geplant

++ Nur die Hälfte des geplanten Impfstoffes von Biontech-Pfizer in nächsten Wochen ++++Damit sie lernen kann: Jobcenter Nordhausen muss Schülerin PC besorgen +++ Online-Demo gegen "Hygyienespaziergänge" in Weimar +++ Versorgung mit FFP2-Masken verzögert sich +++ Die Corona-News für Thüringen im Überblick +++

Die ersten Dosen des Pfizer-Biontech Covid-19 Impfstoffs sind im Impfzentrum Harz in Quedlinburg eingetroffen.
Impfstoff-Dosen des Herstellers Pfizer-Biontech. Thüringen erhält in den kommenden Wochen deutlich weniger davon, als ursprünglich geplant. Bildrechte: dpa

So geht es am Mittwoch weiter

Thüringen | Corona-Lage am Dienstag

In Thüringen sind innerhalb eines Tages 40 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus gemeldet worden. Das geht aus den Informationen der Landkreise und kreisfreien Städte hervor. Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle auf 1.740. Als aktiv infiziert gelten derzeit rund 11.600 Thüringerinnen und Thüringer und damit etwa 350 weniger als am Montag, aber über 100 mehr als vor zwei Wochen.

Seit Beginn der Pandemie haben sich im Freistaat 58.638 Menschen nachweislich mit dem Virus angesteckt. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 290. Am höchsten ist der Wert im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt, am niedrigsten in Gera.

Thüringen | CDU will "Corona-Pakt" mit Regierungsparteien

Die CDU-Fraktion will mit der rot-rot-grünen Minderheitskoaliton einen "Corona-Pakt" für die kommenden Monate bis zu einer vorgezogenen Landtagswahl abschließen. Das kündigte Fraktionschef Mario Voigt vor neuen Verhandlungen der vier Fraktionen am Mittwoch nach der Landtagssondersitzung in Erfurt an. Linke, SPD, Grüne und CDU wollen eine Übergangsvereinbarung abschließen, damit der Landtag bis zu seiner vorzeitigen Auflösung entscheidungsfähig bleibt. Rot-Rot-Grün fehlen vier Stimmen für einer eigene Mehrheit.

Der "Corona-Pakt" sollte unter anderem ein Umsteuern bei der Impfstrategie hin zu größeren Impfzentren bringen, sagte Voigt. Thüringen brauche zudem dringen Fortschritte beim digitalen Unterricht an den Schulen. Weitere Themen einer Vereinbarung seien der Haushalt für 2022 sowie eine Reform der Kommunalfinanzen. Der Landtag soll am 26. September - am Tag der Bundestagswahl - neu gewählt werden.

Jena | Autokorso für Auszahlung von Hilfen

Mit einem Autokorso durch die Jenaer Innenstadt haben Gastwirte am Dienstag auf ihre prekäre Situation aufmerksam gemacht. Erlaubt waren nur 50 Fahrzeuge. Dem Aufruf der Initiative "Leere Stühle" hatten sich Friseure und Inhaber von Kosmetikstudios angeschlossen. Sie übergaben eine Petition an die Landtagsabgeordnete Ute Bergner (parteilos). Sie ist Mitglied im Petitionsausschuss. Darin fordern sie die unverzügliche Auszahlung der November- und Dezemberhilfen, unbürokratische weitere Unterstützung für die Dauer des Lockdowns - sowie Gleichstellung mit dem Einzelhandel, sollten Geschäfte wieder öffnen können.

Weimar| Bundeswehr-Hilfe im Kursana-Heim

Neun Bundeswehrsoldaten helfen seit Dienstag in einem weiteren Weimarer Pflegeheim aus. Das Kursana-Heim habe sich zum neuen Hotspot entwickelt, teilte Oberbürgermeister Peter Kleine (parteilos) mit. Allein am Wochenende wurden dort mehr als 20 Neuinfektionen registriert. Zuvor war bereits die Feuerwehr in dem Heim im Einsatz. Sie leistete Hilfe technischer Art. Ebenfalls seit Dienstag ist eine Expertin des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen in den Pflegeheimen unterwegs. Sie berät die Einrichtungen in Sachen Hygienekonzept. Die Inzidenzzahl der Stadt Weimar hänge sehr stark von der Entwicklung in den Pflegeheimen ab. Dort werde Hilfe dringend benötigt und die wolle man bereitstellen, so der Oberbürgermeister.

Gera | IHK fürchtet fatale Folgen eines harten Lockdowns

Die Industrie- und Handelskammer Gera fürchtet die Folgen eines harten Lockdowns. Laut einer Blitzumfrage unter 1.000 Unternehmen in Ostthüringen würde jede dritte Firma so in die Insolvenz getrieben, heißt es in einer Mitteilung. Demnach erwarten 80 Prozent erhebliche Umsatzeinbußen, wenn ihre Betriebe in einem erneuten härteren Lockdown geschlossen werden. Zwei Drittel der befragten Industrie-, Dienstleistungs- und Verkehrsunternehmen rechnen damit, dass ihre Geschäftsbeziehungen leiden. 58 Prozent gehen davon aus, dauerhaft Kunden zu verlieren.

Thüringen | Freistaat bekommt weniger Impfstoff als geplant

Thüringen wird nach Angaben des Gesundheitsministeriums kurzfristig deutlich weniger Corona-Impfstoff erhalten. Wie Ministerin Heike Werner (Linke) am Dienstag mitteilte, wird der Hersteller Biontech/Pfizer in der nächsten Woche nur die Hälfte der ursprünglich geplanten Impfstoffmenge in den Freistaat liefern. Konkret sind das 11.700 Dosen. In den anschließenden drei Wochen werde es mit 17.550 Impfdosen jeweils ein Viertel weniger als geplant sein.

Reduziert werden könne der Schaden ein wenig dadurch, dass aus einer Ampulle inzwischen meist eine Impfdosis mehr gewonnen werden kann. Das klappe bei etwa der Hälfte der Ampullen, sagte Werner und beruft sich auf Angaben der impfenden Ärzte.

Thüringen | Jurist: Geimpfte könnten Rechte einklagen

Sonderrechte für Corona-Geimpfte sind nach Einschätzung von Professor Michael Brenner von der Universität Jena grundgesetzkonform. Menschen, die für andere keine Gefahr mehr darstellten, dürften die vom Grundgesetz geschützten Freiheitsrechte nicht verwehrt werden. Voraussetzung sei, dass Geimpfte nicht mehr ansteckend sind.

Thüringen | Warten auf Briefe mit Coupons für FFP2-Masken

Die Versorgung aller über 60-Jährigen mit vergünstigten FFP2-Masken in Thüringen verzögert sich offenbar. Wie die AOK Plus auf Anfrage mitteilte, habe die Krankenversicherung erst am 8. Januar die ersten 500.000 fälschungssicheren Gutscheine von der Bundesdruckerei erhalten. Sie berechtigen zum Erwerb von insgesamt zwölf FFP2-Masken zum Preis von insgesamt vier Euro.

300.000 Briefe mit den Coupons sind laut AOK verschickt worden, die nächsten 200.000 gingen in den kommenden Tagen zur Post. Bundesweit sollten etwa 27 Millionen Menschen über 60 Jahre sowie Risikopatienten diese Masken erhalten, hatte das Bundesgesundheitsministerium Mitte Dezember mitgeteilt. Die Bundesdruckerei will sich zu angeblichen Lieferschwierigkeiten nicht äußern. Den Angaben nach war vereinbart, die Coupons auf fälschungssicherem Papier in drei Wellen zu drucken und dann an die 140 Krankenkassen in Deutschland zu verschicken.

Thüringen | Verband hofft auf baldige Impfung für Hebammen

Der Thüringer Hebammenlandesverband hofft, dass auch Hebammen bei der Reihenfolge für Corona-Schutzimpfungen zügig berücksichtigt werden. "Das wäre sehr wünschenswert, weil wir mit einer vulnerablen Gruppe arbeiten", sagte die Landesvorsitzende Annika Wanierke. Sie verwies zudem darauf, dass sich teils Hebammen in Kliniken schon auf Impflisten eintragen durften.

Für Schwangere selbst sind die Corona-Impfstoffe laut Ständiger Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut zunächst nicht zugelassen. Stattdessen gehören der Verordnung zu Corona-Schutzimpfungen aber enge Kontaktpersonen von Schwangeren zumindest zu dem Kreis, der mit hoher Priorität Anspruch auf die Impfung hat.

Altenburg | Mobile Impfteams besuchen weitere Pflegeheime

Im Altenburger Land sind die mobilen Impfteams in weiteren Pflegeeinrichtungen im Einsatz. So beginnen die Corona-Impfungen für Bewohner und Mitarbeiter am Dienstag in einer Einrichtung in Rositz. Das teilte das Landratsamt mit. An den folgenden Tagen wird in einem Seniorenpflegeheim geimpft, wo im November 2020 besonders viele Menschen am Coronavirus erkrankt waren.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen in Deutschland ist erstmals seit Oktober wieder unter die Marke von 10.000 gesunken. Der Deutsche Lehrerverband fordert eine klare Regelung für den Infektionsschutz in Schulen. Weitere überregionale Corona-News im MDR AKTUELL-Ticker.

Weimar | Online-Demo gegen "Hygienespaziergänge"

Parallel zum montäglichen "Hygienespaziergang" der Lockdown-Gegner hat es in Weimar eine erste Online-Gegendemonstration gegeben. Die Junge Union hatte dafür auf dem Theaterplatz Technik installiert. Reden und Videobeiträge wurden ins Internet gestreamt. Unter dem Motto "Nächstenliebe 2.0" machten die CDU-Nachwuchspolitiker auf die Pandemie-Lage in Weimar und Thüringen aufmerksam, kritisierten in ihren Beiträgen aber auch das Krisenmanagement der Landesregierung.

Erfurt / Nord-hausen | Schülerin erhält Computer für Online-Unterricht

Ein Jobcenter in Nordthüringen muss einer Schülerin einen internetfähigen Computer für den Online-Unterricht beschaffen. Das hat das Thüringer Landessozialgericht entschieden. Demnach bezieht die Achtklässlerin Hartz-IV-Hilfen.

Thüringen | Das waren die Corona-News am Montag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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