Covid-19 Corona-News am 17. Oktober: Derzeit 600 Infizierte in Thüringen

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Thüringen ist seit Freitag um 61 auf 600 gestiegen. Es wird erwartet, dass im Saale-Holzland-Kreis der Inzidenzewrt die kritische Marke von 35 übersteigen wird. Weitere Corona-News hier im Ticker.

Corona-Hinweis in der Wilhelmstraße in Heiligenstadt
Gäste willkommen - aber nur mit Mund-Nasen-Schutz. Hinweistafel in der Wilhelmstraße in Heiligenstdat Bildrechte: MDR/Claudia Götze

Thüringen | So geht es am Sonntag in Thüringen weiter

Auch am Sonntag, 18. Oktober, halten wir Sie mit unseren Corona-News über die Pandemie-Entwicklungen auf dem Laufenden:

Thüringen | 600 aktive Corona-Fälle

In Thüringen sind derzeit 600 Menschen aktiv mit Corona infiziert. Wie die Gesundheitsämter am Samstag mitteilten, stieg die Zahl der aktiv Infizierten seit Freitag um 61. 16 Betroffene werden derzeit auf Intensivstationen behandelt, drei von ihnen werden beatmet. Zurzeit gibt es in Thüringen keinen Landkreis ohne aktive Infektionen. Sechs Einrichtungen wie Schulen oder Kindergärten wurden von den Behörden zeitweise geschlossen.

Den höchsten Sieben-Tage-Inzidenzwert verzeichnet das Eichsfeld mit 62 aktiv Infizierten pro 100.000 Einwohner. Es folgen der Landkreis Sömmerda mit 45 und der Saale-Holzland-Kreis mit 34. Im Saale-Holzland-Kreis wird damit gerechnet, dass der Inzidenzwert die kritische Marke von 35 übersteigen wird. Deshalb bereitet das Landratsamt eine neue Allgemeinverfügung vor. Seit Beginn der Pandemie wurde das Coronavirus bei insgesamt 4.835 Menschen im Freistaat nachgewiesen. 4.037 davon gelten als genesen, 198 sind bisher gestorben.

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Bundes- weit | Merkel: Möglichst auf Reisen und Feiern verzichten

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürger aufgerufen, eine weitere Verbreitung des Coronavirus zu verhindern. In ihrem wöchentlichen Podcast sagte sie: "Wir müssen jetzt alles tun, damit das Virus sich nicht unkontrolliert ausbreitet". Merkel betonte, die Kontaktpersonen jedes infizierten Menschen müssten benachrichtigt werden, um die Ansteckungsketten zu unterbrechen. Die Gesundheitsämter leisteten dabei Großartiges. Wo die Zahl der Infizierten aber zu hoch werde, kämen die Gesundheitsämter nicht mehr hinterher.

Erfurt | Finale der Thüringer Bachwochen fällt wegen Corona-Fall aus

Wegen einer Covid-19-Infektion eines Musikers haben die Thüringer Bachwochen ihr für Sonntag geplantes Abschlusskonzert abgesagt. Ursprünglich sollten die tschechischen Barockensembles Collegium 1704 und Collegium Vocale 1704 unter anderem Bachs "Magnificat" in der Arnstädter Bachkirche präsentieren, teilte der Veranstalter am Samstag mit. Allerdings sei bei einem Test bei einem Ensemblemitglied das Virus nachgewiesen worden. Die Musiker hatten aber schon mehrere Tage gemeinsam geprobt. "Wir bedauern diese Absage wirklich sehr", sagte Festivalleiter Christoph Drescher. Es gehe aber darum, die Gesundheit von Publikum und Beteiligten zu schützen. Karten für das Konzert können zurückgegeben werden.

Die Pandemie hatte bereits dazu geführt, dass die Bachwochen insgesamt vom Frühjahr in den Herbst verlegt und das Programm eingedampft wurde. "Wir sind an erster Stelle dankbar dafür, dass alle anderen Konzerte tatsächlich stattfinden konnten", sagte Drescher. Die Rückmeldungen seien positiv gewesen, viele Gäste seien froh gewesen, Klassik endlich wieder live zu genießen. In Anbetracht der Herausforderungen könne zudem eine positive Bilanz gezogen werden: Rund 1500 Besucher seien zu den 13 Veranstaltungen gekommen, die Auslastung habe bei rund 85 Prozent gelegen.

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Thüringen | Thüringen muss sich auf Sperrstunde einstellen

Sollten die Corona-Zahlen in Thüringen weiter steigen, soll es auch hier eine Sperrstunden-Regelung geben. Das sagte Gesundheitsministerin Heike Werner in einem Twitter-Video. Bisher sah die Thüringer Corona-Strategie keine Sperrstunde vor. Werner brachte eine Schließung von Lokalen ab 23 Uhr ins Gespräch.

Zuvor hatten sich die Ministerpräsidenten der Länder und die Kanzlerin am Mittwoch auf strengere Maßnahmen verständigt. Darin hieß es auch, dass es ab einem Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen eine entsprechende Sperrstunde geben soll. Anders als etwa in Bayern gibt es in Thüringen bislang keine solche Regelung. Fraglich ist allerdings inzwischen, ob eine Sperrstunde grundsätzlich rechtlich standhält. In Berlin hat das Verwaltungsgericht die dortige Regelung am Freitag gekippt. Es argumentierte, eine Sperrstunde sei für eine nennenswerte Corona-Bekämpfung nicht erforderlich.

Am Freitag hatte derweil Gera angesichts steigender Fallzahlen eine neue Corona-Verfügung angekündigt. Diese trete ab Montag in Kraft und sehe unter anderem verschärfte Verpflichtungen zum Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen und Einschränkungen für private Treffen vor.

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Thüringen | Gesundheitsämter ermitteln fast alle Kontaktpersonen

Bei der Suche nach Corona-Kontakten in Thüringen zieht das Gesundheitsministerium bislang eine positive Bilanz. Den Gesundheitsämtern ist es laut Ministerium bisher weitgehend gelungen, enge Kontaktpersonen von Infizierten ausfindig zu machen. Die Nachverfolgungsquote der Ämter liege zwischen 90 und 100 Prozent, hieß es weiter.

Das Ministerium bezieht sich auf eine landesweite Erhebung unter den 22 Gesundheitsämtern. Sie haben seit dem Frühjahr tausende Kontaktpersonen von Infizierten ermittelt und in Quarantäne geschickt. Bei Bedarf haben Beschäftigte aus anderen Verwaltungsbereichen und Medizinstudenten bei der Arbeit geholfen. Unter anderem im Weimarer Land und im Landkreis Greiz halfen zudem Bundeswehrangehörige. Die Nachverfolgung von Kontakten ist eines der wichtigsten Mittel, um Infektionsketten zu unterbrechen.

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Thüringen | Lehrer dürfen in Herbstferien auch in Risikogebiete reisen

Thüringer Lehrer und Lehrerinnen dürfen in den Herbstferien auch in Corona-Risikogebiete reisen. Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es keine Vorschriften, die Lehrerinnen und Lehrern das Reisen in Corona-Risikogebiete untersagen. Das heißt, Lehrerinnen und Lehrer können grundsätzlich ihre Ferien in Frankreich, Spanien oder einem deutschen Corona-Risikogebiet verbringen.

Laut Bildungsministerium drohen dann keine generellen arbeits- oder disziplinarrechtlichen Konsequenzen. Bei verbeamteten Lehrern könnte das Ministerium allerdings prüfen, ob sie gegen die Pflicht zur Gesunderhaltung verstoßen haben. Bislang sei aber kein Fall bekannt, sagte ein Ministeriumssprecher. Im Fall einer Quarantäne nach der Rückkehr aus einem ausländischen Risikogebiet habe man für die Pädagogen Möglichkeiten geschaffen, von zu Hause aus zu arbeiten.

Service | Reisen in Corona-Zeiten

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Thüringen | 573 aktive Fälle (Stand 08:00 Uhr)

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle liegt am Samstagmorgen, 08:00 Uhr, bei 573 Infektionen. Insgesamt haben sich damit in Thüringen seit Beginn der Pandemie 4.803 Menschen mit dem Virus infiziert. Davon sind 4.032 wieder gesund und 198 gestorben.

Die meisten Fälle gibt es derzeit in den Landkreisen Eichsfeld und Sömmerda. Im Eichsfeld rutscht die Zahl der neu Infizierten in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner auf unter 50, nachdem der Wert am Donnerstag noch bei über 75 lag. In Sömmerda liegt die Inzidenz bei fast 45. In Gera lag der Wert am Freitag noch über der 35-Marke, inzwischen ist er in Gera auf 33 gesunken. Im Gegensatz dazu wird die Lage im Saale-Holzland-Kreis und im Landkreis Schmalkalden-Meiningen angespannter: Dort ist der Wert auf über 30 gestiegen.

Die meisten neuen Fällen seit Freitag gibt es im Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Dort wurden neun weitere Patienten positiv getestet. In Erfurt wurden seit Freitag sechs Neuinfektionen verzeichnet. Jeweils vier neue Fälle gibt es in Sömmerda und dem Saale-Holzland-Kreis. Gera und Nordhausen zählen je drei und der Kyffhäuserkreis und das Altenburger Land jeweils zwei neue Infektionen In Eisenach wurde ein neuer Fall gemeldet.

Thüringen | Guten Morgen am 17. Oktober!

Guten Morgen auch an diesem grauen Samstag! Genießen Sie einen warmen Tee, Kaffee oder Kakao, machen Sie es sich - wenn Sie können - herbstlich-gemütlich. Was auch immer Sie sonst heute vorhaben, wir halten Sie auch heute wieder in Ihrem MDR THÜRINGEN-Ticker auf dem Laufenden über die Corona-Entwicklungen in Thüringen.

Thüringen | Die Corona-News vom Freitag

  • Die Zahl der aktiv Infizierten liegt am Freitagabend bei 539.
  • Corona-Brennpunkte sind in Thüringen das Eichsfeld, Sömmerda und Gera.
  • In Gera gilt ab Montag eine erweiterte Maskenpflicht.
  • Im Eichsfeld wird die Jugend- und Sportarbeit eingeschränkt. Außerdem gibt es wieder Online-Gottesdienste.
  • Beim Karneval ist Schunkeln, Küssen und Bonbonwerfen verboten. Der Alkoholausschank unterliegt Beschränkungen.
  • Die Stadt Sömmerda sperrt das Rathaus für Besucher.
  • Bad Berka hält an seinen Plänen für einen Weihnachtsmarkt fest.
  • Mit Schulschluss beginnen in Thüringen die Herbstferien.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. Oktober 2020 | 19:30 Uhr

15 Kommentare

MDR-Team vor 1 Wochen

Hallo vowiese,
die Zahl der aktiven Fälle auf der Webseite der Stadt Gera wurde zuletzt heute früh um sechs Uhr aktualisiert.
Die Zahl der aktiven Fälle von Gera auf unserer Karte wurde zuletzt gestern Abend um 18 Uhr aktualisiert. Diese Zahl von 53 aktiven Fällen (Stand: 17.10.2020, 18 Uhr) gibt an, wie viele Menschen gegenwärtig infiziert sind. Berechnet wird sie, indem man die Zahl der Genesenen und Verstorbenen von den Gesamtfällen abzieht. Wir aktualisieren täglich die Zahlen, auch heute werden wir dies tun.
Weiteres ist unserem Artikel zu entnehmen: https://www.mdr.de/thueringen/coronavirus-covid-genesene-zaehlung-100.html

Die Zahl des RKI, auf die Sie sich beziehen, ist die sogenannte Inzidenz. Diese bezeichnet die Anzahl der Neuerkrankungen, also alle neu aufgetretenen Fälle, in Relation zur Anzahl der Einwohner (je 100.000 Einwohner) während einer Woche. Die Inzidenz wird als Inzidenzrate angegeben, also als Anteil der erkrankten Personen an der Gesamtpopulation.

vonwiese vor 1 Wochen

Habe jetzt gerade mal die aktuellen Zahlen für Gera im Netz verglichen.
Stand Sontag der 18.10.2020 um 10.30 Uhr.
Gera.de : 62, mdr.de: 53, n-tv.de und rki.de 41.9.
Das ist für mich einfach nicht mehr nachvollziehbar. Wer hat denn nun die richtigen Werte? Vor allem, wer ist denn nun glaubhaft? Langsam möchte ich weder etwas sehen noch hören zu dem Fall Corona. Es kommt mir auf deutsch gesagt, zu den Ohren raus. An die Medien, bremst euch ein auf das Nötigste. Ihr verunsichert die Menschen und macht alles noch schlimmer.

lobo56 vor 2 Wochen

Da haben wir doch den Richtigen, der Einzige, der Durchblick hat .......
Also, zur nächsten Wahl unbedingt kandidieren, damit sie " so einfach...." die Pandemie beenden...😁🤗

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