Covid-19 Corona-News am 20. Oktober: Kitas nach Infektionen geschlossen

Die Zahl der Corona-Infektionen in Thüringen hat sich deutlich erhöht. Die Linke will ihren Parteitag in Erfurt aufgrund der Pandemie verkürzen. Weitere Kitas bleiben vorerst geschlossen. Alle Nachrichten im Überlick.

Ein Kind mit einem Laufrad steht vor einem abgesperrten Spielplatz
Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Thüringen steigt. In mehreren Kindergärten und Schulen sind verschärfte Maßnahmen ergriffen worden, um Infektionsketten zu unterbrechen. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Thüringen | So ging es am Mittwoch weiter

  • Masken-Kontrollen in ICE zwischen Erfurt und Leipzig
  • CDU kritisiert lange Wartezeiten nach Tests
  • Auch im Sommer weniger Gäste in Thüringen

Thüringen | Zahl der Infizierten steigt weiter an

90 weitere Personen haben sich seit Montag in Thüringen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das teilten die Gesundheitsämter mit. Damit sind aktuell 710 Menschen als aktive Corona-Fälle registriert, 443 mehr als vor zwei Wochen.

17 Betroffene werden derzeit auf Intensivstationen behandelt, vier von ihnen müssen beatmet werden. Schwerpunkte des Corona-Geschehens in Thüringen sind der Kreis Sömmerda mit einer Inzidenz von 63,2 und der Eichsfeldkreis (55,8). Seit Beginn der Corona-Pandemie wurden insgesamt 5.042 Menschen in Thüringen positiv auf das Virus getestet. 4.131 Erkrankte gelten als genesen. Verstorben sind 201 infizierte Menschen.

Thüringen | Kindergärten nach Neu-Infektionen geschlossen

Wegen Corona-Infektionen sind drei weitere Thüringer Kindergärten geschlossen worden. Wie das Jugendministerium am Dienstagabend mitteilte, handelt es sich dabei um die Kita "Regenbogen" in Schloßvippach und die Kita "Bergwichtel" in Vogelsberg (beide Landkreis Sömmerda), sowie um die Kita "Waldwichtel" in Porstendorf im Saale-Holzland-Kreis. Alle drei Kindergärten bleiben mindestens bis Ende Oktober geschlossen.

Thüringen | Weniger Personen bei Privatfeiern zugelassen

Thüringen verschärft die Regelungen für Familienfeiern. Ab November sind bei privaten Feiern in geschlossenen Räumen nur noch 30 Menschen ohne Anmeldung beim Gesundheitsamt zugelassen. Das sieht die aktualisierte Corona-Verordnung vor, die am Dienstag von Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) unterzeichnet wurde. Bisher waren 50 Personen zugelassen.

Bei Feiern unter freiem Himmel liegt diese Obergrenze bei 75 Gästen (bisher 100). Bei höheren Gästezahlen müssen die Feiern zwei Tage vorher angemeldet werden. Eine Sperrstundenregelung ist in der neuen Verordnung nicht vorgesehen. Sie soll laut Ministerium aber in das Konzept für Kommunen zur Eindämmung regionaler Corona-Ausbrüche aufgenommen werden.

Thüringen | Grippeschutzimpfungen stärker nachgefragt

Trotz gestiegener Nachfrage bei der Grippeschutzimpfung rechnen die Apotheker in Thüringen nicht mit einem Engpass. Es sei genügend Impfstoff vorhanden, teilte der Thüringer Apothekerverband mit. Es könne allerdings sein, dass die eine oder andere Arztpraxis ihren Impfstoff für den Monat Oktober schon aufgebraucht hat, sagte der Verbandsvorsitzende Stefan Fink.

Mitte November soll noch einmal ein Kontingent von sechs Millionen Impfdosen nach Deutschland kommen. Davon hätten die Thüringer Apotheken 520.000 vorbestellt. Die Grippe-Impfquote in Thüringen liegt nach Angaben des Apothekerverbandes bei 25 Prozent.

Erfurt | Linke will Parteitag wegen Corona-Krise kürzen

Der Linke-Parteitag Ende nächster Woche in Erfurt wird aufgrund der Corona-Pandemie voraussichtlich deutlich verkürzt. Statt drei Tagen soll das Delegiertentreffen "auf weniger als einen Tag" reduziert werden, teilte Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler mit. Zusätzlich werde ein weiterer "digitaler Parteitag" geplant.

Für die Linke ist der Parteitag kurz vor dem Superwahljahr 2021 mit mehreren Landtagswahlen und der Bundestagswahl besonders wichtig, weil eine neue Parteispitze gewählt wird. Die neue Doppelspitze wird voraussichtlich von der Linksfraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler, und Thüringens Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow gebildet.

Thüringen | Regierung will Gesundheitsämter unterstützen

Die Landesregierung will weitere Landesbehörden zur Unterstützung der in der Corona-Pandemie stark beanspruchten kommunalen Gesundheitsämter heranziehen. Das Gesundheitsministerium arbeite derzeit an einem entsprechenden Vorschlag für die Kabinettssitzung in der kommenden Woche, sagte ein Ministeriumssprecher am Dienstag.

Bisher habe vor allem das Landesverwaltungsamt Unterstützungsteams in regionale Pandemie-Schwerpunkte geschickt, wenn deren eigenes Personal aus anderen Ämtern nicht ausgereicht habe. Laut Gesundheitsministerium gibt es eine solche Reserve bereits innerhalb der kommunalen Verwaltungen. Diese setzten Personal aus anderen Verwaltungsbereichen etwa bei der Ermittlung von Kontaktpersonen Infizierter ein. Erst wenn diese nicht Kapazitäten nicht mehr genügten, würde das Landesverwaltungsamt eingeschaltet werden.

Ratgeber | Fragen und Antworten zum freiwilligen Corona-Test

Wo kann ich einen freiwilligen Test machen lassen? Was kostet er? Und wie lange dauert es, bis das Testergebnis vorliegt? - Alle wichtigen Fragen und Antworten zum freiwilligen Corona-Test finden Sie in unserem FAQ:

Erfurt und Jena | Kliniken haben momentan genügend Corona-Tests

Das Uniklinikum in Jena und das Helios Klinikum in Erfurt sind momentan ausreichend mit PCR-Tests versorgt. Das ergab eine Umfrage des MDR-Magazins "Hauptsache gesund".

Thüringen | Metall- und Elektrobranche erholt sich nur langsam

Die Thüringer Metall- und Elektrobranche erholt sich nach Ansicht des Berufsverbandes VMET nur langsam von der Corona-Krise. Wie der Verband der Metall- und Elektro-Industrie in Thüringen mitteilte, ist die Produktion in mehr als drei Viertel der Betriebe noch eingeschränkt. Etwa 70 Prozent erwarten, dass sie dieses Jahr weniger verdienen. Im Schnitt gehen die Firmenchefs von 19 Prozent weniger Umsatz aus. Auch Kurzarbeit bleibt für mehr als ein Drittel der Metall- und Elektrofirmen in Thüringen notwendig.

Thüringen | Ein Toter und 711 aktive Corona-Fälle (Stand: 11:00 Uhr)

Im Saale-Holzland-Kreis ist ein Covid-19-Patient gestorben. Damit steigt die Zahl der nachweislich mit dem Corona-Virus infizierten Verstorbenen in Thüringen auf 199.

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen liegt am Dienstagvormittag, 11:00 Uhr, bei 711 Infektionen. Das sind 59 Menschen mehr als noch am Montag. Insgesamt haben sich damit in Thüringen seit Beginn der Pandemie 5.018 Patienten mit dem Virus infiziert. Davon sind 4.074 wieder genesen.

Die meisten Fälle gibt es derzeit in den Landkreisen Eichsfeld und Sömmerda. Die Zahl der neu Infizierten in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner liegt in Sömmerda derzeit bei über 64 und im Eichsfeld bei knapp 53. Die als kritisch bewertete 35-Marke ist derzeit auch im Saale-Holzland-Kreis (42), in Gera (knapp 40) und im und im Unstrut-Hainich-Kreis (fast 37) überschritten.

Straußfurt | Nothilfegruppe ist gut gerüstet

Im Frühjahr haben sich während der ersten Corona-Welle überall in Thüringen und ganz Deutschland gegründet: Nachbarschaftshilfe-Gruppen. So auch in Straußfurt. Das ganze Projekt wurde damals so gut geplant und umgesetzt, dass es jetzt nicht schwer ist, auf die neuen Einschränkungen im Landkreis Sömmerda zu reagieren.

Welt | Zweiter Lockdown in Irland

Irland hat als erstes EU-Land einen zweiten Corona-Lockdown angeordnet, die WHO erwartet eine Impf-Start für kommenden Sommer und Diskotheken zeigen sich offen für eine Maskenlösung - über die aktuellen Nachrichten und Zahlen zur Pandemie halten Sie auch am Dienstag wieder unsere Kollegen von MDR AKTUELL auf dem Laufenden.

Thüringen | Mit Notfalllager für Schutzausrüstung für zweite Welle gerüstet

Thüringen sieht sich für die zweite Corona-Welle gut ausgestattet mit Schutzartikeln. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums, verfügt Thüringen über große Mengen Schutzmasken, Einweghandschuhe und Desinfektionsmittel.

Thüringen | Schweinsburg kritisiert Landesregierung wegen Versäumnissen beim Personalaufbau

Die Präsidentin des Thüringischen Landkreistages, Martina Schweinsburg, hat der Landesregierung Versäumnisse beim Personalaufbau in den Gesundheitsämtern vorgeworfen. Schweinsburg sagte MDR THÜRINGEN, der Bund habe sich bereit erklärt, den Ländern Geld zu geben, um neues Personal im Gesundheitsdienst einzustellen. Die Details müssten die Länder selbst regeln. In Thüringen gebe es aber eine entsprechende Verordnung noch nicht einmal im Ansatz.

Laut Schweinsburg sind die Kommunen dringend auf die Bundesmittel angewiesen, wenn sie neue Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern einstellen sollen. Das Thüringer Gesundheitsministerium wies die Vorwürfe von Schweinsburg zurück. Demnach haben bereits Gespräche stattgefunden. Zunächst müssten aber bundesweit weitere Details abgesprochen werden, bevor die Verordnung in Thüringen konkret erarbeitet werden könne, heißt es. Die Landesregierung setze sich dafür in den zuständigen Gremien ein.

Bund und Länder haben sich in einem so genannten Pakt darauf geeinigt, den öffentlichen Gesundheitsdienst zu stärken. Demnach stellt der Bund in den nächsten Jahren über drei Milliarden Euro bereit, damit in den Ländern bis Ende 2022 5.000 neue Stellen für medizinisches und Verwaltungspersonal geschaffen werden können. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hatte vergangene Woche angekündigt, die Landesregierung wolle die Gesundheitsämter personell verstärken.

Service | Wie Sie Ihr Gesicht vor "Maskne" schützen

"Maskne" - das sind Hautirritationen, die durch das Tragen einer Maske entstehen können. Wie Sie Ihr Gesicht vor "Maskne" schützen können und was Sie Ihrer Haut trotz Masketragen Gutes tun können:

Thüringen | Wegen Corona - Fahrschule wird teurer und dauert länger

Thüringer Fahrschüler müssen wegen der Corona-Pandemie mehr (Warte-)Zeit und Geld für den Fahrunterricht einplanen. Der Chef des Fahrlehrerverbandes, Harry Bittner, schätzt, dass jeder Fahrlehrer durch die Hygieneregeln bis zu 70 Minuten Mehraufwand pro Tag haben. Das sei die Zeit, die jeder Fahrlehrer brauche, um die Autos und Seminarräume zwischen den Kursen zu lüften und zu desinfizieren. Außerdem dürfen in den Theoriekursen wegen der Abstandsvorgaben deutlich weniger Fahrschüler sitzen als sonst. Das treibt die Kosten für jeden Fahrschüler in die Höhe.

Durch den Mehraufwand und die kleineren Theoriegruppen gibt es weniger Plätze als sonst. Die Dauer der Fahrausbildung ziehe sich so immer mehr hin. Dadurch und wegen des Lockdowns verlängert sich auch die Wartezeit für freie Plätze. Viele Thüringer Fahrschulen können bis Jahresende keine neuen Schüler mehr annehmen.

Jena | Sechs neue Fälle nach Feier im Restaurant Poseidon

In Jena gibt es seit Samstag zehn weitere Corona-Fälle. Wie die Stadtverwaltung am Montagabend mitteilte, sind sechs der neuen Fälle auf eine Feier im Restaurant Poseidon im Stadtteil Winzerla zurückzuführen.

Alle in der Liste eingetragenen Personen seien bereits vom Fachdienst Gesundheit kontaktiert worden. Wer seine Kontaktdaten nicht korrekt hinterlassen hat, aber am Samstag zwischen 19 und 23 Uhr im Restaurant war, soll unbedingt seine Gesundheit überwachen, schreibt die Stadt in ihrer Pressemitteilung. Bei kleinsten Symptomen, wie trockener Husten, Fieber oder Kopfschmerzen, solle der Hausarzt oder das Gesundheitsamt kontaktiert werden.

Erfurt | FAKT IST! - Weihnachtsmärkte und Messen in Zeiten von Corona

Märkte, Messen und weitere Großveranstaltungen - wie kann das funktionieren im Pandemie-Alltag? Darüber haben am Montagabend unter anderem Professor Mathias Pletz von der Uni-Klinik Jena, die Psychologische Psychotherapeutin Dagmar Petereit und CDU-Bundestagsabgeordneter Tino Sorge diskutiert:

Thüringen | Guten Morgen am 20. Oktober!

Guten Morgen an diesem frischen Herbstmorgen! Wer am frühen Morgen mit dem Auto unterwegs ist, musste heute kratzen. Pendler, die normalerweise die A9 in Richtung München befahren, sollten versuchen diese Strecke zu vermeiden: Nach einem LKW-Unfall ist die A9 zwischen Droyßig und Eisenberg gesperrt. - Wohin auch immer Sie Ihre Wege am Dienstagmorgen führen, was auch immer Ihnen der Tag bringt, wir halten Sie auch an diesem Dienstag wieder in Ihrem MDR THÜRINGEN-Ticker über die Corona-Entwicklungen in Thüringen auf dem Laufenden.

Thüringen | Die Corona-News vom Montag

  • Am Montagabend gibt es in Thüringen knapp 700 aktive Fälle, 19 Patienten liegen auf der Intensivstation.
  • Die Krankenhäuser in Sondershausen und Bad Frankenhausen reagieren mit geänderten Besucherregeln auf die steigenden Corona-Zahlen.
  • Mehrere Thüringer Landkreise verschärfen die Corona-Regeln, darunter: der Unstrut-Hainich-Kreis und das Eichsfeld.
  • Die Bundeswehr unterstützt das Gesundheitsamt im Eichsfeld.
  • Thüringer sehen einen Weihnachtsmarktbesuch immer kritischer.
  • In Rositz im Altenburger Land wurde ein Pflegeheim für Besucher gesperrt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 20. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

8 Kommentare

martin vor 6 Wochen

@critica: Nein, die in D durchgeführten PCR-Tests verwechseln das weder mit einem grippalen Infekt noch mit einer echten Grippe - das unterscheidet einen PCR-Test von manchen Zeitgenossen.

Herr Specht erklärt auch nicht, weshalb ein positiv getesteter Mensch nicht infiziert sein soll - er weist darauf hin, dass die Zahlen keine Infektionszahlen sondern die Zahl der positiven Tests ist.

martin vor 6 Wochen

@grosser: Das Virus ist nicht zurück - es war die ganze Zeit da. Den Rest Ihres Beitrags kann ich als Ihre Meinungsäußerung gut stehen lassen - ich teile Ihre Inhalte jedoch nicht.

martin vor 6 Wochen

@grosser: Sie haben in Ihrem Beitrag sehr zurecht ein "Wenn" stehen. Es ist nicht bekannt, ob alle Infektionen die aktuell als "wohl im privaten Bereich" klassifiziert werden, denn auch tatsächlich dort stattgefunden haben oder ob das nicht auch ein Sammelbecken für unklare Infektionsquellen ist.

Ich nenne es daher nicht "Symbolpolitik", sondern den Versuch Schaden für die Bevölkerung und die Wirtschaft durch verhältnismäßig milde Maßnahmen zu mindern - mithin "verantwortungsvolle Politik".

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