Covid-19 Corona-News vom 24. Oktober: Inzwischen neun Corona-Risikogebiete in Thüringen

Seit Freitag sind 177 weitere Menschen in Thüringen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Die CDU im Freistaat fordert einen neuen Corona-Krisenstab und einen Impfplan. Firmen buchen weniger Weihnachtsfeiern für die Belegschaft. Alle News für Thüringen im Überblick.

Eine Frau mit Maske steht vor einer Brücke
Auf Erfurt und Gera kommen strengere Corona-Auflagen zu. Bildrechte: MDR/PantherMedia

Erfurt | Corona-Zahlen in Thüringen steigen weiter

In Thüringen steigt die Zahl der Corona-Brennpunkte immer weiter an. Insgesamt gibt es im Freistaat nun neun Corona-Risikogebiete. Neu dazugekommen sind heute Jena, Gera, Erfurt und der Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Dort hat der Wert der Neuinfektionen die kritische Marke von 50 binnen sieben Tage pro 100.000 Einwohner überschritten. Außerdem gelten Sömmerda, das Eichsfeld und der Unstrut-Hainich-Kreis, der Saale-Holzland-Kreis und das Altenburger Land als Corona-Hotspots.

Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter heute 177 Neuinfektionen. Damit gibt es jetzt in Thüringen 1.189 aktive Fälle, das sind 821 mehr als vor zwei Wochen. 23 Betroffene werden derzeit auf Intensivstationen behandelt, fünf von ihnen müssen beatmet werden. Die Zahl der neu registrierten Corona-Fälle steigt weiter deutlich an. Wie die Gesundheitsämter am Samstag mitteilten, sind seit Freitag 177 weitere Menschen positiv auf das Virus getestet worden. Damit gibt es jetzt 1.189 aktive Fälle, das sind 821 mehr als vor zwei Wochen. 23 Betroffene werden derzeit auf Intensivstationen behandelt, fünf von ihnen müssen beatmet werden.

Seit Beginn der Pandemie wurden insgesamt 5.689 Menschen in Thüringen positiv auf Corona getestet. 4.296 gelten als genesen, das sind 52 mehr als am Freitag. Verstorben sind bislang 204 Infizierte.

Meiningen | Deutliche Zunahme an Corona-Fällen im LK Schmalkalden-Meiningen

Auch der Landkreis Schmalkalden-Meiningen gilt jetzt als Corona-Risikogebiet. Wie das Landratsamt mitteilte, wurde der Inzidenzwert von 50 deutlich überschritten. Er liegt jetzt bei 72 Neuinfektionen binnen sieben Tage pro 100.000 Einwohner.

Seit Freitag wurden 44 neue Fälle gemeldet, davon 22 allein in einem Pflegeheim in Steinbach-Hallenberg. Zudem gibt es vier neue Fälle beim Personal der Einrichtung. Weiterhin gingen heute für sieben Kinder der Kindertagesstätte "Friedrich Fröbel" in Viernau, die Kontaktpersonen der infizierten Mitarbeiter waren, positive Abstrichergebnisse im Gesundheitsamt ein.

Apolda | Mehr Corona-Fälle im Weimarer Land

Im Weimarer Land sind am Samstag acht neue Corona-Fälle zu verzeichnen. Damit gibt es derzeit 41 aktive Fälle. Eine Person wird derzeit stationär behandelt. Der Inzidenzwert für den Kreis liegt derzeit bei 34,1.

Gera | Ostdeutsche Handwerkskammern wollen mehr Unterstützung

Die ostdeutschen Handwerkskammern fordern wegen der Corona-Krise mehr Hilfen von der Politik. Eine entsprechende Resolution wurde nach einem Treffen der Kammer-Präsidenten in Gera verabschiedet. Demnach sollte es eine Initiative zur stärkeren Vergabe öffentlicher Aufträge geben. Vor allem Bauleistungen sollten zeitnah und in kleinen Losen vergeben werden. Ansonsten sei der Verlust tausender Arbeitsplätze zu befürchten. Gleichzeitig seien steuerliche Entlastungen bzw. keine zusätzlichen Belastungen unabdingbar, um den handwerklichen Mittelstand zu unterstützen.

Insbesondere der Lockdown zu Beginn der Pandemie hat nach Angaben der Kammern viele Handwerksbranchen hart getroffen. Den Friseuren und Kosmetikern, dem Nahrungsmittelhandwerk mit dem Cateringservice, den Messebauern und vielen anderen Gewerben brachen die Umsätze komplett weg. Aber auch andere Branchen mussten deutliche Umsatzeinbußen, beispielsweise durch die Stornierung von Kundenaufträgen verkraften.

Eichsfeld | Infektionsnachverfolgung wird schwieriger

Im Eichsfeld fällt es den Behörden immer schwerer, Corona-Infektionen nachzuverfolgen, teilte Landrat Werner Henning MDR THÜRINGEN mit. Vor zwei Wochen hatten sich im Eichsfeld zunächst Teilnehmer einer Familienfeier infiziert.

Mittlerweile erreichen immer mehr Städte und Kreise den Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. In Nordthüringen sind nach wie vor das Eichsfeld und der Unstrut-Hainich-Kreis die Hotspots. Im Unstrut Hainich Kreis begann die neue Welle bei der Kirmes in Höngeda - mittlerweile gibt es 36 Infizierte unter den gut 700 Einwohnern. Aus dem Unstrut-Hainich-Kreis und dem Eichsfeld greift das Virus auch auf benachbarte Gebiete über. Der Landkreis Nordhausen meldete gestern 11 neue Infektionen. Die seien auch auf Pendler aus den Nachbarkreisen zurück zu führen, heißt es im Landratsamt.

Erfurt | CDU fordert neuen Corona-Krisenstab und Impfplan

Nach Ansicht der Thüringer CDU muss der Corona-Krisenstab für den Freistaat wieder eingerichtet werden. Die Staatskanzlei müsse den Krisenstab dann koordinieren, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Mario Voigt. Das Gesundheitsministerium sei personell und fachlich mit der Bekämpfung der Pandemie überfordert. Laut Voigt sind zahlreiche Führungspositionen im Ministerium unbesetzt und die Gesundheitsämter erhalten zuwenig Unterstützung. Außerdem fordert Voigt, dass die Landesregierung zügig einen Impfplan für den Freistaat ausarbeitet. Der müsse nach Gefährdungsstufen und Risikogruppen abgestuft und öffentlich breit kommuniziert werden. Sobald ein Impfstoff bereitstehe, dürfe Thüringen nicht mehr zögern.

Erfurt | Corona-Ausbruch im Seniorenheim

Hauptgrund für die hohe Zahl der Neuinfektionen in Erfurt ist ein Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim. In dem Heim mit 260 Bewohnern gibt es laut Stadtverwaltung derzeit 26 Corona-Fälle. Drei Menschen liegen im Krankenhaus. Die beiden betroffenen Wohnbereiche stehen unter Quarantäne. Am Montag will sich die Stadt zu einer Krisensitzung zusammensetzen. Am Samstag überschritt Erfurt die kritische 50-Marke beim Inzidenz-Wert.

Thüringen | Nächste Durststrecke für die Reisebranche

Bundeswirtschaftsminister Altmaier hat der angeschlagenen Tourismus-Branche versprochen, die Überbrückungshilfen bis 2021 beizubehalten. Die Hilfen sind nötig, denn in den Reisebüros weiß keiner, wie es weitergehen soll. Wir haben uns in Geebesee umgesehen.

Mann lässt sich in einem Reisebüro beraten 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR THÜRINGEN JOURNAL Fr 23.10.2020 19:00Uhr 02:35 min

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Video

Erklärt | Was sagen uns Inzidenzwerte?

Immer mehr Regionen überschreiten den Inzidenz-Grenzwert. Was genau der Wert überhaupt ist, was er aussagt und warum für die selbe Region drei verschiedene Werte existieren, erklären die Kollegen von MDR SACHSEN-ANHALT.

Erfurt - Gera | Kritischer Wert von 50 überschritten

Seit gestern Abend hat Erfurt den kritischen Inzidenz-Wert von 50 überschritten. Weil sich 40 Menschen neu mit dem Coronavirus infiziert haben, liegt der Wert nach Berechnungen von MDR THÜRINGEN aktuell bei 54,4. Er bestimmt die neuen Infektionen der letzten sieben Tage pro 100.000 Einwohner.

Auch Geras Inzidenz-Wert liegt mit 51,2 über der kritischen Marke. Dort sind 85 aktive Corona-Fälle bekannt. Weitere Schritte zur Eindämmung der Pandemie sollen nun ergriffen werden. Denn beide Städte gelten jetzt als Corona-Risikogebiete. Auf die Einwohner kommen strengere Regeln zu. Damit gelten jetzt sieben Landkreise und kreisfreie Städte als Risikogebiete: Altenburger Land, Eichsfeld, Saale-Holzland, Sömmerda, Unstrut-Hainich sowie Erfurt und Gera.

Thüringen | Firmen verzichten auf Weihnachtsfeiern

Viele Firmen verzichten dieses Jahr auf Weihnachtsfeiern mit der Belegschaft. Das teilte der Geschäftsführer der DEHOGA Thüringen, Dirk Ellinger, mit. Grund seien einerseits Zukunftssorgen vieler Unternehmen angesichts steigender Corona-Infektionen und Kurzarbeit. Andererseits sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht sicher, ob und wie Gaststätten und Kneipen im Dezember überhaupt noch Gäste empfangen könnten.

Hartha - Schmölln | Wasserfest fällt aus

Im ehemaligen Brunnendorf Hartha wird am Samstag kein Wasserfest gefeiert - wegen Corona. Erstmals in der Geschichte des heute zu Schmölln gehörenden Dorfes sind 63 Häuser ans öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen. Dafür wurden rund 600.000 Euro investiert, 60 Prozent davon bezahlte der Freistaat mit Fördermitteln. Das Wasserfest sollte ein Dankeschön an die Bauarbeiter sein.

Altenburg | Neue Regeln ab heute

Auch im Altenburger Land infizieren sich immer mehr Menschen mit dem Corona-Virus Deshalb hat der Verwaltungsstab des Landkreises schärfere Regeln beschlossen. Was ab 24. Oktober im Altenburger Land gilt - ein Überblick.

Thüringen | Guten Morgen am 24. Oktober!

Wir wünschen Ihnen einen guten Stadt in den Tag und ins Wochenende. Auch am Samstag halten wir Sie in diesem Ticker über die Corona-Entwicklungen in Thüringen auf dem Laufenden.

Thüringen | Die Corona-News vom Freitag

Quelle: MDR THÜRINGEN/dpa/dvs

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 24. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

29 Kommentare

Critica vor 4 Wochen

Akel, Sie haben Recht. Und auch ich weiß das. Und genau das hat Dr. Christoph Specht am 19. Oktober so erklärt. Nachzulesen https://www.zdf.de/verbraucher/volle-kanne/corona-update-vom-19-oktober-100.html.
Doch gibt es immer mehr Menschen, die dies nicht hören (wollen) und sich selbst und anderen das Leben damit schwer machen.
Richtig ist, das Virus ist da, aber längst nicht so gefährlich wie es dargestellt wird. Und mit unserem gesunden Menschenverstand und dem besten Gesundheitssystem der Welt werden wir damit fertig!!!

martin vor 4 Wochen

@grosser: Ich fände es schön, wenn Sie sich das nur selbst in Dauerschleife fragen würden. Aber da Sie es hier mal wieder öffentlich machen, erlaube ich mir auch öffentlich zu antworten - auch wenn Sie die Antwort vermutlich überhaupt nicht interessiert.

Sie haben durchaus Recht mit der These, dass es eigentlich relativ einfach ist, die Risikogruppen zu schützen, ohne sie wegsperren zu müssen. Mangels Verfügbarkeit von chemischen oder biologischen Barrieren müssen es mechanische sein um die Infektionsketten zu unterbrechen. Und das sind genau die empfohlenen Maßnahmen. Auch wenn einzelne durchaus kritisch gesehen werden sollten (die Gerichte stoppen überbordenden Aktionismus des Exekutive), ist die Strategie richtig um durch wirksames Containment das Erreichen des Kipppunktes zu verhindern - auch wenn Zeitgenossen das nicht nachvollziehen können oder nicht wollen. Gut, wer mit unserer Demokratie nicht einverstanden ist, kann versuchen unsere Gesellschaft zu destabilisieren.

Grosser Klaus vor 4 Wochen

Man wird damit leben müssen, wie mit allen andern Erkrankungsquellen in der Menschelt auch! Das kann man vernünftig machen, oder auch mit einer Dauerpanik, aber das Virus wird bleiben und damit sollte man sich mal abfinden und nicht so tun als würde Schutzmasken, Kontaktsperren usw. das Virus vernichten!
Da 85 % der Infizierten ohnehin keine Symptome bekommen oder nur einen leichten Verlauf durchleben, sollte es auch nicht allzu schwer sein die 15 % zu schützen und endlich mal genau zu analysieren, wer denn nun wirklich ernsthaft bedroht ist, das geht aber nicht durch die Verbreitung einer Massenhysterie und ich frage mich was hat man den in der Richtung die letzten 10 Monate getan?

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