Covid-19 Corona-News vom 29. Oktober: Landtags-Sondersitzung erst Dienstag

Die Landtags-Sondersitzung zu Corona findet erst Dienstag statt. Erfurt verschärft seine Corona-Regeln an Schulen und Kitas. In mehreren Krankenhäusern sind Besuche nur in Ausnahmefällen erlaubt. Alle News im Überblick.

11.09.2020, Thüringen, Erfurt: Stefan Hügel, Präsident Landessportbund Thüringen, spricht in einer Sondersitzung des Thüringer Verfassungsausschusses im Plenarsaal des Thüringer Landtages.
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News­letter | Die Debatte und die Psyche

Das haben die Kollegen von MDR SACHSEN-ANHALT im heutigen Corona-Newsletter: Die Debatte im Bundestag hatte es in sich. Und ein paar Tipps, wie wir unserer Psyche etwas Gutes tun können.

Thüringen | Diese Regeln gelten jetzt

Bis am 2. November der Teil-Lockdown in Kraft tritt - und mit ihm schärfere Regeln zur Kontaktbeschränkung, zum Urlaub und für die Gastronomie - haben einigeThüringer Kreise ihre Allgemeinverfügungen verschärft. Weil sie über den kritischen Werten von 35 oder gar 50 liegen.

Aber nicht alle Regeln sind gleich. Jena hat eine Maskenpflicht im gesamten Stadtgebiet verordnet, aber Erfurt nur im Innenstadtring und auch nur dort, wo der Abstand nicht eingehalten werden kann. Alle Regeln im Überblick auf unserer Corona-Seite zum Nachlesen:

Weimar | Hotel gewinnt Tourismus-Preis

Der erste Lockdown im Frühjahr hatte auch die Hoteliers hart getroffen. Da waren gute Ideen gefragt.

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MDR THÜRINGEN JOURNAL Do 29.10.2020 19:00Uhr 02:05 min

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Thüringen | Was gilt an Halloween?

Die beliebten Halloween-Partys fallen vielerorts aus, auch Arnstadt hat die für den Freitag geplante "Halloween-Nacht" aufgrund der rasant steigenden Corona-Neuinfektionen abgesagt. Eltern diskutieren auch über das bei Kindern beliebte Verkleiden und Süßigkeiten-an-Türen-einsammeln. Doch darf man in diesem Jahr von Haus zu Haus ziehen? Oder sollte man es lieber sein lassen und sich stattdessen daheim in der Familie einen netten Abend machen? Das haben wir hier zusammengefasst:

Erfurt | Corona-Sondersitzung erst am Dienstag

Die Landtags-Sondersitzung zu Corona findet wie ursprünglich geplant am kommenden Dienstag statt. Die Landesregierung konnte sich mit dem Wunsch nach einem früheren Termin nicht gegen die Opposition durchsetzen. Das teilte ein Sprecher des Landtages MDR THÜRINGEN mit. Auf die Einführung des Teil-Lockdowns am 2. November hat die Verschiebung aber keinen Einfluss.

Thüringen | 1.808 Neuinfektionen mit Coronavirus

In Thüringen sind am Donnerstag 228 neue Corona-Infektionen bestätigt worden. Das meldeten die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte (Stand 18 Uhr). Damit sind bisher 6.641 Menschen positiv auf das Virus getestet worden. In elf Kreisen und kreisfreien Städten liegt der Sieben-Tage-Wert bei über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Im Altenburger Land und im Kreis Schmalkalden-Meiningen sogar über 100. Vergleichsweise niedrig liegt der Wert im Kyffhäuserkreis mit 27 Neuinfektionen.

Derzeit sind 1.808 Thüringer aktiv infiziert. Das sind 184 mehr als am Mittwoch. Unverändert ist die Lage in den Krankenhäusern. Von den 936 Intensivbetten ist genau ein Drittel frei. 32 mit Corona infizierte Patienten liegen auf Intensivstationen, sechs müssen beatmet werden.

Erfurt | Schulen und Kitas im Normalbetrieb - mit Regeln

Das Thüringer Bildungsministerium und die Stadt Erfurt haben sich trotz steigender Infektionszahlen auf einen weitgehend normalen Kindergarten- und Schulbetrieb auch nach den Herbstferien geeinigt. Die Anti-Corona-Maßnahmen werden jedoch verschärft.

Thüringen | Probleme durch "Lockdown light"

Der Gaststättenverband geht davon aus, dass bis zu 30 Prozent der Thüringer Gastronomen und Hoteliers einen weiteren Lockdown nicht überleben können. Auch das Thüringer Handwerk rechnet mit ernsten Problemen.

Sonne­berg | Schärfere Regeln ab Freitag

Ungeachtet der landesweit geltenden Einschränkungen ab dem 2. November hat der Kreis Sonneberg am Donnerstag seine gültige Allgemeinverfügung noch einmal verschäft. Grund ist der Sieben-Tage-Wert, der auf über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen ist. Mehr dazu lesen Sie hier:

Apolda | Behörden, Sporthallen, Museen schließen

Die Stadt Apolda schließt ab Montag weitgehend ihre Verwaltung für Besucher. Lediglich dringende und unaufschiebbare Angelegenheiten könnten nach vorheriger Terminabsprache noch persönlich erledigt werden, teilte die Stadt mit. Alle Mitarbeiter seien telefonisch weiter erreichbar.

Außerdem werden im November das Mehrgenerationenhaus, das GlockenStadtMuseum, das Kulturzentrum Schloss Apolda, die Dreifeldsporthalle, die Städtische Turnhalle, die Sporthalle "Am Nußberg" und die Sporthalle in Oberroßla geschlossen. Schulsport ist weiter möglich. Das für Ende November geplante Apoldaer Lichtfest wird abgesagt, die Kabarett-Tage verschoben.

Erfurt | Getrennte Gruppen in Unterricht und Pausen

Angesichts der weiter steigenden Corona-Fallzahlen sollen an Erfurter Schulen und Kindergärten nach den Herbstferien strengere Regeln gelten. Darauf haben sich die Stadt und das Thüringer Bildungsministerium geeinigt. Demnach sollen die Schulen grundsätzlich offen bleiben, aber streng getrennte Gruppen bilden - sowohl beim Unterricht als auch in Pausen.

Alle außerschulischen Angebote wie Wandertage, Klassenfahrten und Veranstaltungen mit Außenstehenden werden ausgesetzt. Eltern und andere schulfremde Leute dürfen die Schulen nicht betreten. Die Testmöglichkeiten für Lehrer sollen ausgeweitet werden. Ähnliche Regeln sind auch für Kindergärten vorgesehen. Bildungsminister Helmut Holter sagte, Schulen und Kindergärten seien zwar keine Treiber des Pandemie-Geschehens. Es müsse aber alles dafür getan werden, dass das auch so bleibe.

Unterrichtsstunde bei geöffnetem Fenster
Der Schulunterricht soll in Thüringen nach den Herbstferien weiter laufen - Kinder und Jugendliche sollen aber den Kontakt zu allzu vielen Mitschülern
meiden. (Symbolbild)
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Thüringen | Awo fordert strengere Regeln für Pflegeheime

Für Pflegeheime sollten strengere Corona-Regeln gelten, fordert der Awo-Landesverband Thüringen. Das gelte insbesondere für den Besucherverkehr, sagte Sabine Spittel von der Awo. Alle Pflegeheime sollten unabhängig von den Risikowerten einzelner Landkreise auf den sogenannten Gelb-Status gesetzt werden. Konkret hieße das: zwei Besucher pro Tag und pro Bewohner. Nötig seien auch klare Hygiene- und Abstandsvorgaben, feste Besuchszeiten für höchstens zwei Stunden sowie eine Registrierung der Besucher.

2.300 weniger Arbeitslose als im September

Der Arbeitsmarkt in Thüringen hat sich im Oktober leicht entspannt. Nach Angaben der Landesarbeitsagentur waren Ende rund 65.800 Männer und Frauen arbeitslos gemeldet, das sind 2.300 weniger als im September, allerdings etwa 10.000 mehr als im Oktober 2019. Die Arbeitslosenquote liegt bei 5,9 Prozent. Der Rückgang im Vergleich zum September beträgt 0,2 Prozentpunkte. Behrens beziffert den "Corona-Effekt", also die Zahl der Arbeitslosen, die aufgrund der Pandemie zwischen März und Oktober ohne Beschäftigung blieben, auf knapp 12.000.

SPD fordert Tests für Lehrer

Die SPD-Landtagsfraktion fordert regelmäßige flächendeckende Corona-Tests für Lehrer. Der bildungspolitische Sprecher Thomas Hartung sagte, nur so könne der Schulbetrieb aufrechterhalten werden. Das Land als Arbeitgeber des pädagogischen Personals an den staatlichen Schulen habe eine besondere Fürsorgepflicht.

Außerdem könne die Landesregierung dadurch einen Überblick über die Entwicklung des Infektionsgeschehens in den Bildungseinrichtungen gewinnen und nötigenfalls gegensteuern. Hartung riet von Veranstaltungen an Schulen wie Klassenfahrten und Schüleraustausch ab. Vorrang müsse der Unterricht haben.

Wartburg­kreis | Zwölf Infektionen in Seniorenanlage

In einem Seniorenheim in Barchfeld im Wartburgkreis sind zwölf Bewohner positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Wie ein Sprecher des Landratsamts sagte, haben sich neun Bewohner der Senioren-Wohngemeinschaften und drei weitere Mieter mit dem Virus infiziert. Mehrere Mitarbeiter sind in Quarantäne.

Weimar | Schärfere Corona-Regeln ab Samstag

Die Stadt Weimar hat eine neue Allgemeinverfügung zum Corona-Infektionsschutz erlassen. Ab Samstag gilt auch in Unternehmen die Pflicht, einen Mund-Nasenschutz zu tragen, wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter nicht eingehalten werden kann. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis Ende November.

Mehr dazu lesen Sie hier:

Sonneberg | Besuchsverbot auch in Regiomed-Kliniken

In den Regiomed-Kliniken gilt mit Beginn der bundesweiten Corona-Restriktionen ein absolutes Besuchsverbot. Wie Geschäftsleiter Robert Wieland sagte, dürfen ab dem 2. November weder Angehörige noch Dienstleister wie Friseure oder Babyfotografen die Kliniken in Sonneberg, Neuhaus und Hildburghausen betreten. Ausnahmen gibt es nur nach Absprache für bestimmte Patienten, etwa für Sterbende, psychisch Erkrankte und Kinder unter 15 Jahren.

In den Seniorenhilfeeinrichtungen der Regiomed-Gruppe gilt das Besuchsverbot bereits zum 30.Oktober. Bewohner dürfen dann auch nicht mehr abgeholt werden und keine Ausflüge unternehmen.

Erfurt | Landtag braucht größeren Sitzungssaal

Nach Informationen von MDR THÜRINGEN ist eine Landtags-Sondersitzung am Freitag vom Tisch. Wegen der Abstandsregeln kann der Landtag nicht im Plenarsaal tagen. Im Gespräch ist nun eine Sitzung am Sonntag im Saal des Steigerwaldstadions.

Jena | Wohnheim unter Quarantäne

Ein Studentenwohnheim des Studierendenwerks in Jena ist unter Quarantäne gestellt worden. Wie ein Sprecher der Stadtverwaltung sagte, hatten sich fünf bis zehn Bewohner des Heims mit dem Coronavirus angesteckt. Am Mittwoch seien die insgesamt mehr als 30 Bewohner auf das Virus getestet worden. Die Ergebnisse sollen noch am Donnerstag vorliegen.

Das Wohnheim war bereits am Montag unter Quarantäne gestellt worden, sagte der Sprecher. Die Stadt hatte erst am Mittwoch darüber informiert. Genaue Angaben zur Zahl der Betroffenen wollte die Stadt zum Schutz der Bewohner nicht machen.

Thüringen | Nach dem Beschluss der scharfen Corona-Auflagen

Wie wird es weitergehen, um die Ausbreitung des Covid-19-Virus zu stoppen? Mittwoch haben Bund und Länder darüber entschieden. MDR-Moderator Lars Sänger mit der Thüringer Perspektive.

Gastronomie und Handwerk erwarten ernste Probleme

Gastronomen und Handwerker in Thüringen haben die neuen Corona-Regeln scharf kritisiert. Der Chef des Hotel- und Gaststättenverbandes, Dirk Ellinger, will eine Klage gegen die neuen Vorschriften prüfen. Er rechnet damit, dass 20 bis 30 Prozent der Gastronomen und Hoteliers den neuerlichen Lockdown im November nicht verkraften werden. Noch sei völlig unklar, wie und wann die versprochenen Hilfen ausgezahlt würden.

Auch das Thüringer Handwerk rechnet mit ernsten Problemen. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Erfurt, Thomas Malcherek, erwartet Schwierigkeiten nicht nur bei direkt Betroffenen - wie Kosmetikstudios. Durch den neuerlichen Lockdown der Gastronomie und die Absage vieler Feste würden auch Catering-Anbieter wie etwa Bäcker und Fleischer hart getroffen. Malcherek sagte weiter, er hoffe, dass die Regeln wie geplant nach vier Wochen auslaufen. Er verlangt von der Politik, dass sie für schärfere Kontrollen sorge, damit Unternehmen die regelkonform arbeiten, ihren Betrieb künftig fortsetzen könnten.

Deutsch­land | Gastgewerbe: Neue Auflagen existenzbedrohend

Das deutsche Gastgewerbe kritisiert die gestern verkündeten neuen Auflagen. Bundeskanzlerin Angela Merkel will heute im Bundestag in einer Regierungserklärung ihre Politik erläutern. Hier finden Sie weitere überregionale Corona-News.

Himmels­berg | Tore des Weihnachtsmann-Postamts bleiben zu

In diesem Jahr wird es keinen Tag der offenen Tür im Weihnachtsmann-Postamt in Himmelsberg im Kyffhäuserkreis geben. Der für den 28. November geplante Aktionstag mit dem Weihnachtsmann wurde wegen der Corona-Situation abgesagt, teilte Sprecherin Ramona Schattney mit. Zu dem Tag der offenen Tür kamen in den Vorjahren jeweils um die 500 Besucher nach Himmelsberg. Weiterhin können aber Briefe per Post an den Weihnachtsmann geschickt werden. Bis jetzt sind 300 Briefe angekommen.

Arnstadt | Landrätin: Hilfe für Gesundheitsämter nicht erhalten

Die Landrätin des Ilm-Kreises, Petra Enders (parteilos), kritisiert eine aus ihrer Sicht mangelhafte Unterstützung der Gesundheitsämter durch Land und Bund. Der "Thüringer Allgemeinen" sagte sie, von den vier Milliarden Euro, die im September versprochen worden waren, um die örtlichen Gesundheitsämter zu stärken, habe sie noch nichts gesehen. Stattdessen würden die Gesundheitsämter an der Grenze der personellen Belastbarkeit arbeiten.

Die versprochene Unterstützung müsse in Thüringen endlich ankommen; die Landesregierung solle das Geld abrufen. Die Zeitung zitiert die Landrätin mit der Aussage, der Freistaat habe weder ein Personalkonzept an den Bund kommuniziert, noch Ziele mit den Landkreisen abgestimmt.

Eine Frau vor einem Mikrofon
Petra Enders, Landrätin des Ilm-Kreises. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Heiligen­stadt | 18 Corona-Neuinfektionen im Eichsfeld

Im Eichsfeld sind am Mittwoch 18 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Nach Angaben des Landratsamtes sind damit derzeit insgesamt 105 Fälle aktiv. 13 Patienten müssen in Krankenhäusern behandelt werden, bei zwei von ihnen verläuft die Infektion schwer.

Erfurt | Krankenhausbesuche nur in Ausnahmefällen

Im Helios-Klinikum und im Katholischen Krankenhaus in Erfurt gilt ab Donnerstag ein Besuchsverbot. Wie die Klinikleitungen mitteilten, soll damit verhindert werden, dass Besucher Corona-Infektionen mitbringen. Die behandelnden Ärzte könnten aber Ausnahmen zulassen. Derzeit sei die medizinische Versorgung in beiden Häusern gewährleistet, hieß es weiter. Regulär geplante Behandlungen würden nicht verschoben.

Insgesamt werden den Angaben zufolge 36 Personen mit nachgewiesener Corona-Infektion in den beiden Erfurter Krankenhäusern behandelt. Fünf Covid-19-Patienten liegen auf Intensivstationen.

Mit Maske übers Camping informieren

Trotz steigender Corona-Zahlen beginnt in Erfurt ab heute die Messe "Reisen und Caravan". Das Gesundheitsamt der Stadt hatte am Mittwoch noch einmal das strenge Hygienekonzept geprüft und die viertägige Veranstaltung genehmigt. Volle Messehallen wird es diesmal nicht geben: Maximal 5.000 Besucher dürfen zeitgleich aufs Gelände. Der Online-Ticketverkauf regelt die Besucherströme.

Dass die Lust vor allem auf Camping und mobiles Reisen ungebrochen ist, zeigt der Ticket-Vorverkauf. Auf dem Gelände gilt Maskenpflicht. Eine Messe sei kein Weihnachtsmarkt, sondern eine Handelsplattform, begründet die Stadt Erfurt das grüne Licht für die Messe, auf der sich bis Sonntag 280 Unternehmen der Touristikbranche vorstellen.

Thüringen | Guten Morgen am 29. Oktober!

Wir wünschen einen guten Morgen zum Sonnenaufgang hinter Wolken! In unserem Ticker halten wir Sie am heutigen Donnerstag über alle Corona-Entwicklungen in Thüringen auf dem Laufenden.

Die Corona-News vom Mittwoch

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 29. Oktober 2020 | 19:00 Uhr

43 Kommentare

martin vor 4 Wochen

@quercus: Sie dürfen über meine persönliche Situation gern phantasieren - aber unterstellen Sie mir doch bitte keine Aussagen, die ich nicht gemacht habe, um sie dann zu widerlegen. Ich habe nicht behauptet, dass das Virus nach einem temporären Lockdown in der Bedeutungslosigkeit verschwinde. Ich bin nicht so vergesslich, dass ich mich nicht an den ersten Lockdown erinnere. Danach war das Virus, wie jetzt unschwer erkennbar nicht verschwunden- auch wenn manche Zeitgenossen so gelebt und argumentiert haben, als ob es so sei.

Ich bin auch für einen ehrlichen Umgang mit dem Virus. Das Verschweigen oder Verniedlichen der Konsequenzen aus den Herdenimmunitätskonzept gehört für mich nicht dazu. Der Unterschied zum Rauchen besteht schlicht daran, dass jeder Mensch als selbst in der Hand hat, sich den Risiken des Rauchens auszusetzen oder nicht. Und wer heute noch die aktuelle Pandemie mit einer Grippe vergleichten will, ignoriert oder relativiert die Realität.

MDR-Team vor 4 Wochen

Uns ist bekannt, dass die Kreise und kreisfreien Städte ihre Daten neben dem RKI auch ans Land übermitteln. Es geht hier aber um die kommunizierten Daten: Bei den Zahlen auf der Übersicht des Landes, auf die Sie verweisen und über die wir die ganze Zeit reden, handelt es sich um den Stand, den das RKI täglich um 0:00 übermittelt bzw. aktualisiert: Mit anderen Worten: Das Land bildet in seiner Übersicht den Zahlen-Stand des RKI ab (gleichgültig ob es von den Kreisen und Städten neuere Zahlen hat). Und im Falle Erfurts ist dieser Stand eben auf den 27.10. datiert. Schönen Abend!

Quercus vor 4 Wochen

@Martin: Sie sind wahrscheinlich kinderlos. Ich bezweifele dass eine verhältnismäßigere Strategie auch tatsächlich zu mehr gesellschaftlichen Schäden führt. Sie gehen davon aus, dass Virus mit Lockdown nahezu in die Bedeutungslosigkeit zu versenken. Das funktioniert nicht, da es stärkere Naturgesetze gibt. Sie können auch nicht die Nacht einfach mal so abschaffen. Die Gesellschaft hat so nüchtern es klingt momentan noch ein Akzeptanzproblem mit dem Virus. Es werden z. B. bedeutend mehr Tote durch das Rauchen in Kauf genommen, selbst bei der starken Grippewelle vor 3 Jahren mit 25 Tsd. Toten gab es keinen Aufschrei und die Intensivstationen waren gut gefüllt. Tempolimit auf der Autobahn gibt es auch nicht, dafür werden mehr Tote billigend in Kauf genommen, weil es die Gesellschaft mit anderen Vorteilen verbindet. So traurig es sein mag, die Gesellschaft wird einen ehrlichen Umgang mit dem Virus finden müssen, dazu gehört leider auch der Tod durch das Virus. Alles andere zerstört mehr.

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