Covid-19 Corona-News vom 28. Oktober: Ramelow will Parlament zu Corona-Beschluss befragen

Ministerpräsident Bodo Ramelow will das Parlament zum Corona-Beschluss befragen. Im Freistaat gibt es so viele Neuinfektionen wie noch nie. Mehrere Kreise verschärfen ihre Corona-Regeln. Alle Entwicklungen im Ticker.

Bodo Ramelow
Ministerpräsident Ramelow plant eine Sondersitzung am 30. Oktober. Bildrechte: dpa

Thüringen | So ging es am Donnerstag weiter

Die weiteren Entwicklungen rund um das Coronavirus in Thüringen können Sie in den Corona-News vom Donnerstag nachlesen:

SM / Alten­burger Land | Inzidenz von 100 überschritten

Der Landkreis Schmalkalden Meiningen und das Altenburger Land haben den Inzidenzwert von 100 Neuinfektionen auf 100.000 Menschen innerhalb von sieben Tagen überschritten. Welche Konsequenzen kann das für eine Stadt haben?

Thüringen | Alle Corona-Regeln auf einen Blick

Mehrere Thüringer Städte und Kreise liegen über der kritischen Inzidenzmarke von 50 und haben die Corona-Regeln verschärft. Welche das sind, haben wir auf unserer Übersichtseite aufgelistet.

News­letter | Das Coronavirus und die Angst

Die Kollegen von MDR SACHSEN-ANHALT haben heute die Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidenten unter die Lupe genommen. Und die Frage gestellt: Was hat es mit der Angst auf sich?

Erfurt | Ramelow will Sondersitzung im Landtag

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) will auf einer Sondersitzung des Thüringer Landtages eine Regierungserklärung abgeben. Das erklärte er nach der Corona-Schaltkonferenz mit den anderen Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel. Er habe Landtagspräsidentin Birgit Keller gebeten, das Parlament für den 30. Oktober einzuberufen. Denn der Regierungschef will die Corona-Beschlüsse absegnen lassen. Eine Zustimmung gilt als sicher. Die Beschlüsse sollen umgehend nach der Landtagssitzung für Thüringen in Kraft gesetzt werden.

Jena | Wohnheim unter Quarantäne

Ein gesamtes Wohnheim des Studierendenwerks in Jena ist nach mehreren nachgewiesenen Corona-Infektionen unter Quarantäne gestellt worden. Es handle sich um ein kleineres Wohnheim mit weniger als 50 Bewohnern, sagte der Pressesprecher der Stadt am Mittwochabend der Deutschen Presse Agentur. Alle Bewohner seien am Mittwoch auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Die zweitgrößte Stadt Thüringens zählt zu den Corona-Risikogebieten.

Bundes­weit | Teil-Lockdown in Deutschland

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich mit den Ministerpräsidenten der Länder angesichts der drastisch steigenden Corona-Infektionszahlen auf einen Teil-Lockdown ab Montag verständigt.

Restaurants und Kneipen sollen schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Bordelle, Tattoo- und Fitnessstudios, Schwimmbäder, Spielhallen, Theater oder Kinos.

Der Bund will ein Sonderpaket von zehn Millionen Euro als Ausgleich zum Verdienstausfall zur Verfügung stellen.

Touristische Übernachtungen im Inland sind verboten.

In der Öffentlichkeit dürfen sich nur noch maximal zehn Menschen aus höchstens zwei Haushalten treffen. Im Profisport gibt es nur noch Geisterspiele.

Offen bleiben sollen Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden. Auch Gottesdienste dürfen stattfinden. Die Maßnahmen gelten bis Ende November.

Thüringen | Mehr als 1.600 Menschen aktuell infiziert

Die Zahl der aktiven Corona-Fälle in Thüringen ist weiter gestiegen. Die Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte meldeten am Mittwoch (17:45 Uhr) 280 neue Ansteckungen - so viel wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Weitere 85 Menschen gelten als genesen. Aktuell sind 1.624 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das sind 195 mehr als gestern und 1.170 mehr als vor zwei Wochen.

Auf Intensivstation liegen derzeit 31 Covid-19-Patienten, davon werden sechs beatmet. Von den Intensivbetten sind 622 belegt, 283 sind noch frei. Momentan liegen zehn Kreise über dem kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen. Sowohl das Altenburger Land als auch der Kreis Schmalkalden-Meiningen liegen bei einem Inzidenzwert über 100.

Sonneberg | Inzidenz über 35 - weitere Einschränkungen

Der Kreis Sonneberg verschärft die Corona-Regeln. Grund ist laut Landratsamt, dass der Sieben-Tage-Wert am Mittwoch auf über 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gestiegen ist. Deshalb werden private Feiern und Treffen mit mehr als 15 Gästen untersagt - egal ob drinnen oder draußen. Bei öffentlichen Veranstaltungen sind in Räumen maximal 50 und im Freien 250 Teilnehmer erlaubt.

Für Gastrobetriebe gilt eine Sperrstunde zwischen 23 und 5 Uhr. Die Maskenpflicht wird ausgeweitet und gilt auch überall dort, wo der 1,50 Meter-Mindestabstand unter Menschen aus mehr als zwei Haushalten nicht eingehalten werden kann. Sportveranstaltungen finden ohne Publikum statt. Die neue Allgemeinverfügung wurde am Mittwoch beschlossen und gilt vorerst bis zum 30. November.

Weimar | Weihnachtsmarkt ohne Glühwein und Eisbahn

Die Stadt Weimar hat ihre Pläne für einen verkürzten und abgespeckten Weihnachtsmarkt vorgestellt. Demnach gibt es keinen Alkohol, auch keine Glühweinhütten, keine Eisbahn und keinen Märchenmarkt. Allerdings soll es ein gastronomisches Angebot von vorrangig Weimarer Unternehmen geben. Auf dem gesamten Weihnachtsmarktgebiet gelten Maskenpflicht und Abstandsgebot. Damit orientiert sich die Stadt an den Einschränkungen zum Zwiebelmarkt Anfang Oktober.

Thüringen | Keine Lieferengpässe bei PCR-Tests

In Thüringen gibt es offenbar keine größeren Probleme mit Corona-Tests. Wie das Gesundheitsministerium auf Anfrage mitteilte, sind viele falsche Tests wie zuletzt in Bayern hierzulande nicht bekannt. In Bayern hatte ein großes Labor einem Zeitungsbericht zufolge bei Corona-Tests reihenweise falsch positive Ergebnisse hervorgebracht. Laut Thüringer Gesundheitsministerium gibt es im Freistaat derzeit keine Lieferengpässe bei den PCR-Tests. Nur die Abstrichtupfer werden in einigen Fällen knapp.

Thüringen | Bildungsministerium gegen verlängerte Weihnachtsferien

Das Thüringer Bildungsministerium lehnt längere Weihnachtsferien wegen der Corona-Pandemie ab. Ein Sprecher des Ministeriums sagte, von Schulen und Kindergärten gehe grundsätzlich kein höheres Infektionsrisiko für die Bevölkerung aus. Das bestätigten Studien. Die Ferien pauschal zu verlängern, bringe daher nicht per se mehr Gesundheit.

Das Bildungsministerium wird von Helmut Holter von der Linken geführt. Seine Parteichefin Susanne Hennig-Wellsow hatte zuvor vorgeschlagen, die Weihnachtsferien am 19. und nicht erst am 23. Dezember beginnen zu lassen. So könnte ihrer Ansicht nach das Infektionsrisiko für Großeltern verringert werden.

Thüringen | Ramelow setzt auf Solidarität und Finanzhilfen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) verlangt bei einem erneuten, befristeten Herunterfahren vieler öffentlicher Bereiche neue Finanz-, Überbrückungs- und Nothilfen.

Zusammenhalt und Solidarität auf der einen Seite, aber auch Augenmaß, Transparenz und parlamentarische Legitimation durch Bundestag und Bundesrat andererseits seien dabei unverzichtbar, schrieb Ramelow am Mittwoch mit Blick auf die Bund-Länder-Videokonferenz in den sozialen Medien. Damit relativiert Ramelow seine Aussage vom Dienstag über einen Thüringer Sonderweg. Diese war von der Thüringer CDU kritisiert worden.

Meiningen | Kreis Schmalkalden-Meiningen gegen schärfere Regeln

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen setzt angesichts eines Inzidenzwerts von über 100 auf einen anderen Weg als andere Kreise. Da vor allem zwei Seniorenheime in Steinbach-Hallenberg und Zillbach von Corona-Infektionen betroffen sind, lehnte der Krisenstab schärfere Regeln erst einmal ab. Dies teilte ein Sprecher des Landratsamts mit.

Nach Angaben der Behörde reicht es aus, wenn sich die Menschen an die aktuellen Vorgaben halten - beispielsweise, sich nicht mit mehr als zehn Personen zu treffen. Das Thüringer Gesundheitsministerium hält das Vorgehen des Landkreises für plausibel, behält sich aber vor, dem Landkreis kurzfristig schärfere Regeln zu empfehlen.

Hildburg­hausen | Inzidenzwert steigt auf 85,4

Im Landkreis Hildburghausen sind seit Dienstag 17 weitere Personen positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Damit steigt die Zahl der aktiven Fälle nach Angaben des Landratsamts auf 58. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert pro 100.000 Einwohner lag Dienstagmittag bei 85,4.

Thüringen | CDU rät Ramelow von Sonderweg ab

Die Thüringer CDU rät Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) von einem Sonderweg bei der Corona-Bekämpfung ab. Im Vorfeld der Video-Schalte der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte CDU-Fraktionschef Mario Voigt, er erwarte, dass Ramelow seiner Verantwortung nachkomme und es keine weiteren Sonderwege gebe. Taktieren sei unangebracht.

Die CDU werde einer Einigung der Ministerpräsidenten nicht im Wege stehen, sagte Voigt. Als konstruktive Opposition sei man bereit, Beschlüsse mitzutragen, die dem Schutz der Bevölkerung dienen.

Weimarer Land | Kontaktbeschränkungen ab Wochenende

Wegen der gestiegenen Corona-Infektionszahlen erlässt das Weimarer Land neue Regeln. Bei weiter steigenden Infektionszahlen drohen außerdem noch schärfere Kontaktbeschränkungen. Mehr dazu lesen Sie hier:

Erfurt | Zahl der Corona-Fälle deutlich gestiegen

In Erfurt ist die Zahl der Corona-Fälle innerhalb eines Tages deutlich angestiegen - um 72 Neu-Infektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt nun bei 86. Insgesamt zählen zum Zeitpunkt Mittwoch, 10 Uhr, 226 Erfurter als aktive Corona-Fälle. Seit Dienstag gelten schärfere Regeln in Erfurt, die unter anderem Maskenpflicht und Sperrstunde betreffen.

In Thüringen liegt inzwischen die Hälfte der Landkreise über dem Corona-Grenzwert von 50. Das Altenburger Land und der Kreis Schmalkalden-Meiningen haben sogar einen Inzidenzwert von knapp über 100. Auf Intensivstation liegen in Thüringen derzeit 27 Covid-19-Patienten, davon werden sechs beatmet.

Gesundheitsministerin Heike Werner sagte, die Corona-Lage sei für das Gesundheitssystem zurzeit noch beherrschbar. Die Gesundheitsämter könnten in den meisten Fällen die Kontakte der Infizierten nachverfolgen. Auch die Krankenhäuser seien für höhere Fallzahlen gerüstet.

bundes­weit | Gründe für möglichen Lockdown

Eine erneute Verschärfung der Corona-Maßnahmen wird immer wahrscheinlicher. Vielleicht kommt es bald sogar bundesweit - oder zumindest teilweise - zum Lockdown. 

Thüringen | Linke-Chefin für vorgezogene Weihnachtsferien

Die Thüringer Partei- und Fraktionsvorsitzende der Linken, Susanne Hennig-Wellsow, will die Weihnachtsferien in Thüringen verlängern. Auf Twitter schrieb die Politikerin, statt am 23. sollten die Ferien bereits am 19. Dezember beginnen. Schüler würden so ihre Kontakte vor den Feiertagen verringern, damit sinke das Infektionsrisiko für Großeltern.

Inwiefern der Vorschlag umgesetzt werden kann, ist ungewiss. Erst am 13. Oktober hatte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) eine Änderung von Ferienterminen wegen der Coronapandemie abgelehnt. Damals hatten Unionspolitiker vorgeschlagen, die Winterferien deutlich zu verlängern und dafür die Sommerferien 2021 entsprechend zu verkürzen.

Altenburg | Kontrollen auf dem Wochenmarkt

Auf dem Wochenmarkt in Altenburg sind am Mittwoch auch Mitarbeiter des Ordnungsamtes unterwegs. Sie wollen Kunden und Händler für die angespannte Corona-Situation in der Stadt sensibilisieren. Vielen hätten in den letzten Wochen die Hygiene- und Abstandsregelungen auf dem Wochenmarkt nicht eingehalten, sagte ein Stadtsprecher. Falls Kunden und Händler weiter dagegen verstoßen, muss der Altenburger Wochenmarkt möglicherweise geschlossen werden.

Meiningen | Klasse des Polizei-Bildungszentrums in Quarantäne

Von einem Corona-Ausbruch bei einer Hochzeit im Landkreis Hildburghausen ist auch der Landkreis Schmalkalden-Meiningen betroffen. Wie das Landratsamt mitteilte, ist ein Schüler des Meininger Bildungszentrums der Thüringer Polizei positiv auf das Virus getestet worden. Der Schüler wohne im Landkreis Hildburghausen. 22 Mitschüler aus der Klasse wurden in Quarantäne geschickt. Sieben davon wohnen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen.

Erfurt | Soldaten helfen bei Corona-Tests

Die Stadtverwaltung erhält ab Mittwoch Hilfe von der Bundeswehr. Vier Soldatinnen und Soldaten werden bei Corona-Tests helfen - zum einen in einem mobilen Abstrich-Team, das an Hotspots wie Seniorenheimen oder Kindertagesstätten zum Einsatz kommt; zum anderen in der gemeinsamen Abstrichstelle von Stadt und Kassenärztlicher Vereinigung im Haus der sozialen Dienste.

bundes­weit | Soziale Kontakte stark begrenzen

Wie kann es gelingen, Infektionsketten wirkungsvoll zu brechen? Diese Frage wird heute im Zentrum der Bund-Länder-Beratungen stehen. Einige Antworten zeichnen sich bereits ab.

Apolda | Feste ab Samstag untersagt

Im Weimarer Land werden ab Samstag die Gästezahlen für private und öffentliche Feiern eingeschränkt. Nach Angaben des Landratsamts dürfen in geschlossenen Räumen nur noch 25 und im Freien 50 Teilnehmer dabei sein. Feste zum Vergnügen, wie Kirmes oder Herbstfeuer werden untersagt. Ausgenommen sind Wochenmärkte, der Museumsbetrieb oder religiöse, politische oder betriebliche Veranstaltungen. Die neue Allgemeinverfügung gilt vorerst bis 11. November.

Thüringen | Kekulés Corona-Kompass

Virologe und Epidemiologe Professor Alexander Kekulé spricht mit MDR AKTUELL-Moderator Camillo Schumann über Schutzmöglichkeiten in Klassenzimmern, steigende Corona-Fallzahlen und die Debatte um einen Teil-Lockdown.

Thüringen | Corona-News vom 28. Oktober 2020

Guten Morgen, starten Sie gut in den Mittwoch! In diesem Ticker informieren wir Sie über die Entwicklungen rund um das Coronavirus und Covid-19 in Thüringen.

Thüringen | Die Corona-News vom Dienstag

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. Oktober 2020 | 19:30 Uhr

10 Kommentare

USc vor 4 Wochen

Zunächst einmal finde ich es gut, dass Thüringen die neuen Maßnahmen durch den Landtag absegnen lassen wird, auch wenn das vermutlich nur eine Formsache ist. Zudem stimmt Thüringen (laut ARD) den Einschränkungen nur bedingt zu. Das Land trage nur "diejenigen Maßnahmen mit, die für eine wirksame Eindämmung des Infektionsgeschehens durch wissenschaftliche Erkenntnisse geeignet und verhältnismäßig" seien, heißt es in einer Protokollerklärung der Staatskanzlei. Da würde mich dann schon mal interessieren, welche Maßnahmen das sind. Also konkret – gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, dass das Schließen von Gaststätten, Theatern, Saunen, Schwimmbädern, Fitnessstudios und Massagepraxen geeignet ist, Corona einzudämmen? Oder bleibt das alles in Thüringen geöffnet?

Jena vor 4 Wochen

Oder die verwirrten wissen alles besser?!? Ich denke jeder sollte den Job machen in dem er vom Fach ist und dazu seine fundierte Meinung äußern. Unseriöse Besserwisser sollten zu manchen Themen einfach mal schweigen und machen was Fachleute raten. Das würde uns allen sehr helfen. Grüße nach ef

Alles nur Einzelfaellchen vor 4 Wochen

Bodo, das wollte die AfD schon viel ehr, dass das Parlament bei den Entscheidungen mit einbezogen werden soll.
So etwas nennt man unter den Nagel reißen. Wählertäuschung vom feinsten, dafür steht die Linke schon seit ihrer Gründung.

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