Covid-19 Corona-News vom 16. November: Drei Todesfälle am Montag in Thüringen

In Thüringen meldeten die Gesundheitsämter am Montag drei weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Corona. Und: Die Fitnessstudios müssen laut Gerichtsurteil weiter geschlossen bleiben. Mehr im Newsticker.

Testproben in einem Labor
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Thüringen | So ging es am Dienstag weiter

Vorerst keine Änderungen der Corona-Regeln

Die Thüringer müssen sich vorerst nicht auf Verschärfungen von Anti-Corona-Maßnahmen einstellen. Das gab Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Montag nach einer Schalte mit seinen Amtskollegen der Länder und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Erfurt bekannt.

"Unser Appell ist allerdings, jetzt auf alles Unnötige zu verzichten. Also keine größeren Zusammenkünfte - weder im öffentlichen Raum noch im privaten Sektor", sagte Ramelow. Die in Thüringen derzeit geltende Verordnung müsse aber bis zur nächsten Schalte der Regierungschefs von Bund und Ländern nicht angepasst werden. Über weitergehende Maßnahmen etwa an Schulen oder Kindergärten wollen sich Bund und Länder am Mittwoch, 25. November, erneut verständigen.

Thüringen | Drei neue Todesfälle

In Thüringen sind in den vergangenen 24 Stunden 228 neue Corona-Infektionen gemeldet worden. Weil gleichzeitig auch 204 Angesteckte wieder gesund wurden, stieg die Zahl der aktiv Infizierten nur um 21 auf jetzt 3.587. Das sind jedoch 1.398 aktive Fälle mehr als vor 14 Tagen.

Weitere drei Infizierte sind gestorben. Die Zahl der Corona-Toten nahm damit auf 267 zu. Auch die Zahl der Patienten auf Intensiv-Stationen nahm zu, und zwar um fünf auf 74. Davon werden 20 beatmet, drei mehr als am Sonntag. 626 Intensivbetten sind landesweit belegt, 317 sind noch frei.

20 Thüringer Landkreise haben einen Inzidenzwert von über 50. Der Thüringer Gesamt-inzidenzwert liegt bei 106. Es gibt keinen Kreis ohne aktive Fälle. Die südlichsten Zipfel Thüringens sind weiter am stärkten von Corona-Infektionen betroffen. Mit Abstand die höchste Inzidenz hat nach wie vor der Kreis Hildburghausen mit jetzt 260. Neue Infektionen wurden dort am Montag nicht gemeldet, aber ein weiterer Todesfall eines Corona-Infizierten.

Thüringen | Gewinner der Krise?

Unser Redakteur Thomas Becker beschäftigte sich heute mit der Frage, wer aus der Corona-Krise als Gewinner hervorgeht. Dabei geht es nicht nur um Profit, sondern auch um genutzte Chancen und erkannte Perspektiven.

Thüringen | Fitnessstudios müssen geschlossen bleiben

Die Fitnessstudios in Thüringen müssen sich der Corona-Verordnung des Landes beugen und geschlossen bleiben. Mit Beschlüssen vom 13. und 15. November lehnte das Thüringer Oberverwaltungsgericht in vier Eilverfahren ab, die Verordnung vorläufig außer Vollzug zu setzen, wie das Gericht am Montag mitteilte. Die Beschlüsse seien unanfechtbar, hieß es. Geklagt hatten Fitnessstudios aus Jena, Gera, Saalfeld und Apolda.

Weimar | Erster Todesfall eines Infizierten

In Weimar gibt es den ersten Todesfall eines Corona-Infizierten. Nach Angaben der Stadt vom Montag handelt es sich um einen älteren Mann. Er habe Vorerkrankungen gehabt, deshalb könne nicht gesagt werden, ob das Virus seinen Tod verursacht hat.

Seit Sonntagabend sind laut Gesundheitsamt keine neuen Infektionen bestätigt worden. Die Gesamtzahl der positiv Getesteten sei sogar gesunken, weil ein zuvor mitgezählter Infizierter nicht aus Weimar stamme. Die absolute Zahl der Infektionen liege damit bei 371. Davon sind derzeit noch 67 aktiv. Im Klinikum werden drei Corona-Patienten behandelt.

Thüringen | Mehrheit würde sich laut Umfrage impfen lassen

Nach einer aktuellen Umfrage würde sich eine klare Mehrheit der Thüringer impfen lassen. Demnach gaben 38,9 Prozent der Befragten an, sich sofort impfen zu lassen, wenn ein behördlich zugelassener Impfstoff auf dem Markt sei. 42 Prozent würden dies nach einiger Zeit tun. Mit 19,1 Prozent gab nur eine Minderheit der Befragten an, sich nie impfen lassen zu wollen.

Thüringen | Landeselternvertretung lehnt Maskenpflicht im Unterricht ab

Die Thüringer Landeselternvertretung (LEV) lehnt eine generelle Maskenpflicht im Unterricht ab. Klar sei, dass weitere Schritte zum Schutz aller Menschen im schulischen Umfeld ergriffen werden müssten, teilte die LEV am Montag mit. Klar sei aber auch, dass viele offenkundige Probleme noch gar nicht angepackt worden seien.

Noch immer würden die Kinder auf engstem Raum im Schulbus sitzen, noch immer sei das Aufreißen der Fenster die einzige Möglichkeit, die Virenlast im Klassenraum zu verringern. Eine Maske über mehrere Stunden im Unterricht tragen zu müssen, sei restriktiv und bringe vergleichsweise wenig.

Gera | Fast 400 Schüler Kinder und Jugendliche in Quarantäne

In Gera sind pandemiebedingt fast 400 Schüler und Kita-Kinder in Quarantäne. Wie die Stadtverwaltung am Montag mitteilte, bleibt die Kita "Storchennest" in der Rathenaustraße diese Woche komplett geschlossen Die Mehrzahl der Menschen in Gera, die sich mit Stand 16. November 2020 in Quarantäne befinden, sind Kinder und Jugendliche. Demnach sind 397 von insgesamt 749 Personen in häuslicher Isolation weil sie selbst infiziert sind oder als Kontaktperson gelten. Hinzu kommen 84 Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer.

Altenburg | 58 Neuinfektionen seit Freitag

Im Altenburger Land sind seit Freitag 58 Neuinfektionen registriert wurden. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg damit auf 152,1. Wie das Landratsamt mitteilte, gibt es keine Häufung von Fällen in bestimmten Einrichtungen, vielmehr verteilt sich das Infektionsgeschehen diffus über den Landkreis. Mit insgesamt 389 Fällen hat das Altenburger Land derzeit die meisten aktiven Fällen in Thüringen.

Erfurt | Thüringer Kinderschutzbund sieht mögliche Kontaktsperre für Kinder kritisch

Der Kinderschutzbund Thüringen spricht sich gegen eine Kontaktsperre für Kinder und Jugendliche wegen Corona aus. Landesgeschäftsführer Carsten Nöthling sagte MDR THÜRINGEN, es sei an der Zeit, genau hinzuschauen, um differenziert zu handeln. Nach den jüngsten Vorschlägen sollten sich Kinder und Jugendliche nur noch mit einem festen Freund in der Freizeit treffen. Nöthling äußerte Zweifel an der Umsetzbarkeit. Er frage sich, ob Eltern Strafandrohungen bekommen, wenn die Kinder sich weiterhin treffen. Kinder und Jugendliche sollten nicht zu Hause eingesperrt werden. Aus Sicht Nöthlings brauchen Kinder Kontakte und Spielkameraden. Der Kinderschutzbund Thüringen spricht sich dafür aus, auch Kinder und Jugendliche zu befragen, worauf sie eine bestimmte Zeit lang verzichten können, damit der Gesundheitsschutz gewahrt werden kann.

Geisa | Andere Art von Weihnachtsfeier für Senioren

Wegen der Corona-Pandemie plant die Stadt Geisa eine neue Form für ihre traditionelle Senioren-Weihnachtsfeier. Anstelle einer zentralen Veranstaltung im Kulturhaus soll es sechs Adventsandachten in Kirchen geben.

Sie sollen sich auch an nicht konfessionell gebundene Menschen richten, so Bürgermeisterin Manuela Henkel (CDU). Dazu werden Kindergärten jeweils ein adventliches Programm vorbereiten. Da es nur eine begrenzte Zahl von Plätzen gibt, müssen sich Interessierte bis zum 26. November in den Kirchen in Teilnehmerlisten eintragen. Die Adventsfeiern finden in Geismar, Bremen, Spahl, Geisa, Ketten und Borsch statt.

Der Weihnachtsmarkt in Geisa am dritten Adventswochenende ist abgesagt. Stattdessen soll als Alternative ein Frühlingsfest organisiert werden, wenn das wieder möglich ist, kündigte Bürgermeisterin Henkel an.

Süd-thüringen | Betrieb von Schulen noch weiter eingeschränkt

Die steigenden Coronazahlen haben in Südthüringen weitere Auswirkungen auf den Betrieb von Schulen und Kindergärten. Wie die Stadtverwaltung Zella-Mehlis mitteilte, müssen die Öffnungszeiten der Kita "Kindernest Rodebach" ab Montag eingeschränkt werden.

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen könnten zunehmend Erzieher ihren Dienst nicht antreten, heißt es aus der Stadtverwaltung. Es werde damit gerechnet, dass es in nächster Zeit auch bei den anderen städtischen Kitas zu kürzeren Öffnungszeiten kommen könnte. Wegen mehrerer Coronafälle bleibt das Gymnasium in Neuhaus am Rennweg in dieser Woche geschlossen. Das gilt auch für die Grundschule in Steinheid. Ebenfalls noch geschlossen sind die Grundschule im Römhilder Ortsteil Milz und die Kita „Hergeser Springmäuse“ in Steinbach Hallenberg. Im Landkreis Hildburghausen gilt für alle weiteren Schulen und Kindergärten die Stufe Gelb und damit eingeschränkter Regelbetrieb.

Thüringen | Corona-News am 16. November

Guten Morgen, wir wünschen Ihnen einen guten Start in die neue Woche! In unserem Ticker halten wir Sie auch am Montag über die Entwicklungen zum Coronavirus in Thüringen auf dem Laufenden. Ratgeberthemen rund um das Coronavirus finden Sie auch hier.

Die Corona-News vom Sonntag

Quelle: MDR THÜRINGEN/jml/sar

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRNGEN JOURNAL | 16. November 2020 | 19:00 Uhr

12 Kommentare

Stefan Der vor 8 Wochen

Wo hat jemand Panik verbreitet? Wenn Sie die Zeitschrift mit den großen Buchstaben meinen: Naja, da haben Sie sich aber aufs Glatteis führen lassen. Hier muss niemand Angst oder Panik haben und gerade beim MDR habe ich Panikmache auch noch nicht bemerkt. Haben Sie da andere Informationen? Lassen Sie hören!

Stefan Der vor 8 Wochen

@Ritter Runkel: Haben Sie nur diesen einen Text? Und bitte bringen Sie endlich Nachweise für Ihre Behauptungen. Und wenn jemand wirklich etwas beizutragen hat, dann wird er auch gehört. Lediglich selbstdargestellte Schamanen und Populisten braucht niemand.

lobo56 vor 8 Wochen

Aktive Fälle ergeben sich aber doch aus den Neuinfektionszahlen
minus der Anzahl der Genesenen.
50 ein Limit für mögliche Nachverfolgung, das sehe ich auch so.
Der Begriff Risikogebiet bedeutet eben nicht, da hole ich es mir bestimmt !
Vielmehr ist das Risiko mich in dem Gebiet anzustecken, eben einfach höher. In einem LK mit 40 Infizierten ist das Risiko eben geringer als im LK mit 80 Infizierten, logisch oder.?

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