Thüringen Corona-News vom 13. Juni: Infektionsrate in zwei Kreisen weiter kritisch

Jenas Oberbürgermeister kritisiert die Corona-Lockerungen in Thüringen. In den Kreisen Greiz und Sonneberg bleibt die Infektionsrate weiter hoch. Und im Norden des Freistaats öffnen neben zahlreichen Freibädern auch Hallenbäder und Thermen wieder. Die Entwicklungen des Tages in unseren Corona-News.

Antikörper-Bluttest für Coronavirus COVID-19
Im Kreis Sonneberg in Thüringen sind neue Corona-Fälle nachgewiesen worden. (Symbolfoto) Bildrechte: imago images/Future Image

So ging es am Sonntag weiter

Thüringen | Abschluss

Hiermit beenden wir die heutige Berichterstattung zu Coronavirus und Covid-19 und wünschen Ihnen einen guten Abend. Am Sonntag halten wir Sie wieder über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden.

Thüringen | Immer mehr Corona-Genesene

Die Corona-Lage in Thüringen bleibt offenbar stabil. Am Samstag meldeten nur die Landkreise Greiz, Sondershausen und Sonneberg Neu-Infektionen. Demnach stieg die Zahl der Infizierten in Thüringen um 13 auf 3.185. Davon sind 341 aktiv, zehn weniger als am Freitag. 23 positiv getestete Thüringer gelten seit Samstag als genesen. Die Zahl der Todesfälle von Corona-Infizierten bleibt bei 177. In den Landkreisen Greiz und Sonneberg bleibt die Corona-Lage allerdings kritisch.

Greiz | Neue Corona-Infektionen

Im Kreis Greiz sind zum Samstag acht neue Coronavirus-Infektionen registriert worden. Damit erhöht sich die Zahl der bisherigen Corona-Fälle auf 654. Bezogen auf 100.000 Einwohner und die vergangenen sieben Tage liegt die sogenannte Inzidenz damit bei 30 - und damit ähnlich hoch wie im Kreis Sonneberg (34).

Thüringen | Landräte kritisieren Corona-Management

Thüringens SPD-Landräte kritisieren das Corona-Management der Landesregierung. Die Landräte fühlten sich nicht gehört und wenig verstanden, sagte Onno Eckert, Landrat des Kreises Gotha nach einem Treffen der SPD-Politiker in Erfurt. Die Corona-Verordnung sei in Teilen nicht praktikabel und wenig nachvollziehbar. Insbesondere die Regelung zu Volkfesten in Corona-Zeiten stößt bei Eckert auf Unverständnis. Wichtige Entscheidungen würden immer öfter im Alleingang und von Links-geführten Ministerien getroffen, hieß es. Die Kommunikation werde weniger.

Thema beim SPD-Landräte-Treffen war nach dem angekündigten Rückzug von Wolfgang Tiefensee auch der bevorstehende Wechsel an der Parteispitze. Dabei ging es weniger um die Personalfrage, als um das Verfahren, wie Eckert sagte. Zuvor hatte sich ein Teil der SPD-Kreisverbände für Georg Maier als Spitzenkandidat ausgesprochen. Über die Kandidaten entscheidet letztendlich der SPD-Vorstand Ende des Monats.

Jena | Digitalisierung schreitet voran

Die Gemeinschaftsschule in Wenigenjena hat von Anfang an auf Digitalisierung gesetzt. Und die hat durch den Lockdown einen großen Schritt nach vorn gemacht.

Sonneberg | Corona-Infektionsrate kritisch

Die Corona-Situation im Thüringer Kreis Sonneberg bleibt kritisch. Am Tag des erstmaligen Endes der Kontaktbeschränkungen in einem Bundesland lag die Infektionsrate dort am Samstag nur knapp unter der Marke von 35 neuen Infektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche. Die Zahl der bekannten Infektionen stieg um 3 auf 284, wie das Landratsamt mitteilte. Deswegen setzt der Kreis nicht alle in der neuen Thüringer Corona-Verordnung vorgesehenen Lockerungen um. Per Allgemeinverfügung ist im Kreis etwa die Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz erweitert und gilt auch für Beschäftigte in Geschäften sowie Servicepersonal in Gaststätten.

Bundesweit gilt ein Wert von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen - die sogenannte Inzidenz - als Grenze für das Lockern oder Wiedereinführen von Corona-Auflagen. Die Thüringer Landesregierung hatte angekündigt, dass die zuständigen Behörden im Freistaat die Hygiene-Regeln schon ab einem Wert von 35 überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren sollten.

Jena | Kritik an Aufhebung der Kontaktbeschränkungen

Das seit Samstag geltende erstmalige Ende landesweiter Kontaktbeschränkungen stößt in Thüringen selbst auf Kritik. Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche (FDP) kritisierte diesen Schritt als "verfrüht". Die Verordnung sei mutig, sagte er in einer Videobotschaft zum Wochenende. "Nur ist das eine Art Mut, dessen Nachbar der Leichtsinn ist." Zwar wird in der neuen Verordnung empfohlen, sich mit nicht mehr als einem weiteren Haushalt oder zehn weiteren Menschen zu treffen; eine Pflicht dazu gibt es aber nicht mehr. Nitzsche sagte: "Das halten wir für falsch."

Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche mit Mundschutz
Jenas Oberbürgermeister Thomas Nitzsche hält die Corona-Lockerungen in Thüringen für verfrüht. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Anke Preller

Die Stadt Jena war in der Corona-Pandemie bundesweit Vorreiter in Sachen Maskenpflicht gewesen. Es sei zwar gut, die Eigenverantwortung der Bürger zu stärken, betonte Nitzsche. Er befürchte aber, dass Corona-Leugner und Masken-Gegner die neuen Freiheiten ausnutzen werden. "Die Disziplin vieler (...) kann durch die Nichtdisziplin einiger weniger unterlaufen und am Ende komplett ausgehebelt werden. Und wir haben keine Handhabe dagegen."

Thüringen | Neue Corona-Verordnung gilt

Die Thüringer Landesregierung hat eine neue Corona-Verordnung erlassen, die heute in Kraft tritt. Damit werden viele Regeln gelockert, aber einige bleiben erhalten. Was erlaubt ist und was verboten bleibt - den Überblick finden Sie hier:

Thüringen | Vereine befürchten Chor-Sterben

Aufgrund der Corona-Krise mussten sämtliche Chöre in Thüringen ihre Probenarbeit einstellen. Auch Konzerte fallen aus. Der Thüringer Chorverband befürchtet, dass viele Chöre die Zwangspause nicht überleben.

Nord | Thermen und Hallenbäder öffnen wieder

In Nordthüringen öffnen neben zahlreichen Freibädern auch Hallenbäder und Thermen wieder. Am Samstag startet die Kyffhäusertherme in Bad Frankenhausen nach dreimonatiger Corona-Pause in die neue Saison. Maximal 128 Besucher gleichzeitig dürfen die Badelandschaft besuchen. In den Saunabereich dürfen höchstens 20 Menschen gleichzeitig.

Das Badehaus in Nordhausen öffnet am Montag wieder für Vereins- und Schulschwimmen. Eine Woche später dürfen auch alle anderen Besucher wiederkommen.

Thüringen | Corona-Überblick am Samstag

Guten Morgen! Heute wird es sommerlich-schwül draußen. Und auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus und die Krankheit Covid-19 in Thüringen auf dem Laufenden. Alle bisherigen Artikel, wichtige Hotlines und weitere Informationen finden Sie auch auf unser Übersichtsseite und in unserem Corona-Ratgeber.

Die Entwicklungen können Sie im Detail hier im Corona-Überblick vom Freitag, dem 12. Juni, nachlesen:

Weitere Informationen zum Coronavirus

Quelle: MDR THÜRINGEN/dvs,maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 13. Juni 2020 | 19:00 Uhr

5 Kommentare

USc vor 36 Wochen

Wenn Herr Nitzsche einmal in Jena spazierengehen würde, statt an unsinnigen Allgemeinverfügungen zu arbeiten, hätte er wahrscheinlich bemerkt, dass die Kontaktbeschränkungen schon seit mehreren Wochen von vielen ignoriert werden. Die Folgen sind bekannt – es gab auch in Jena praktisch keine Neuinfektionen. Und ich bekenne mich gern dazu, dass ich Herrn Ramelow dankbar bin, dass endlich ein bisschen Normalität einzieht (wenn auch noch zu wenig), und dass ich dies selbstverständlich nutzen werde. Liebe Politiker (nicht nur in Jena), wie wäre es denn mal mit den Worten „Wir haben uns geirrt, tut uns leid, lasst uns nun gemeinsam zur Tagesordnung übergehen und den entstandenen Schaden so gut wie noch möglich begrenzen“?

martin vor 36 Wochen

@grosser: In Deutschland laufen mehr als 3 Studien, es gibt reichlich Zahlen und Informationen, Sie dürfen im Rahmen der Meinungsfreiheit die Studie finden wie Sie mögen - die seriöse Wissenschaft hat etliche Kritikpunkte.

Aber wenn man manchen Zeitgenossen nicht die gewünschten Zahlen liefert, dann ist in deren Augen die Datenlage halt schlecht oder manipuliert oder zensiert. Schon klar. Nicht ganz neu.

Grosser Klaus vor 36 Wochen

Es wäre sehr hilfreich, wenn die einzelnen Bundesländer zeitnah einen umfassenden Lagebericht zu den Ereignissen, Entscheidungen und Fakten der letzten Monate veröffentlichten würde. Also nicht nur Zahlen und Verordnungen, sondern mal eine gründliche Aufarbeitung, was, wann zu welchen Entscheidungen geführt hat. Etwas wo man auch nachvollziehen kann, warum es ist wie es ist. Ähnlich wie das RKI ja auch regelmäßig einen recht ausführlichen Situationsbericht herausgibt.

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