Pandemie Corona: Ramelow begrüßt schärfere Regeln

Nachdem in Deutschland die Corona-Infektionen wieder stark steigen, haben Bund und Länder die Corona-Regeln verschärft. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) begrüßt das Vorgehen.

Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow mit Maske (Archivbild). Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat die schärferen Corona-Auflagen von Bund und Ländern begrüßt. Ramelow sagte MDR THÜRINGEN, er trage sie massiv mit. Denn auch in Thüringen seien die Corona-Zahlen in den vergangenen Wochen deutlich gestiegen.

Noch vor acht Wochen habe es in Thüringen insgesamt nur 47 Infizierte gegeben. Jetzt sei das Land knapp an der 500er-Grenze. Das heißt, in den letzten 14 Tagen hätten sich die Zahlen auch in Thüringen verdoppelt. Ramelow sagte: "Wenn wir die Zahlen weiter so wachsen lassen, dann ist man schnell an einem Punkt, wo es aus dem Ruder läuft, und da wollen wir nicht hin!"

Ramelow: Bislang ist Thüringen gut durch die Krise gekommen

Nach Einschätzung von Ramelow ist Thüringen bislang gut durch die Krise gekommen. Es sei richtig gewesen, stets entsprechend dem Infektionsgeschehen zu handeln und nicht vorbeugend pauschale Verbote zu verhängen. Daher sei es auch richtig, jetzt auf die gestiegenen Corona-Zahlen in Sömmerda und im Eichsfeld mit Einschränkungen zu reagieren.

Zugleich verteidigte der Ministerpräsident seine Ablehnung des Beherbergungsverbots. In den Thüringer Hotels habe es bislang kein Infektionsgeschehen gegeben. Es habe sich vielmehr gezeigt, dass die Hygienekonzepte der Hotels und Gaststätten ausreichten. Daher werde es erst einmal bis zum Ende der Herbstferien weiter kein Beherbergungsverbot im Land geben.

Ramelow verspricht mehr Unterstützung für Gesundheitsämter

Für die Gesundheitsämter kündigte Ramelow mehr Unterstützung an. Es müsse geschaut werden, wo Personal abgestellt werden könne, um die Kontakt-Nachverfolgung zu sichern. Das sei der beste Schutz, der allen Menschen in Thüringen gewährt werden könne.

Quelle: MDR THÜRINGEN/the

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 15. Oktober 2020 | 09:00 Uhr

30 Kommentare

martin vor 6 Wochen

@freies: Wenn Sie der Meinung sind, ich würde Ihnen bewusst Aussagen in die Schuhe schieben, dann erlaube ich mir die Nachfrage, wie denn Ihre Aussage ".... dank der Fortschritte der letzten Monate bei rechtzeitigem Gang zum Arzt für nahezu alle Patienten gut ausgeht, Quote wie bei Grippe." anders wie als Grippe-Vergleich zu verstehen sein soll?

Sie schreiben von "....Corona sich saisonal abschwächt" - hiermit legen Sie zumindest die Spur von das Virus schwächt sich ab. Falls Sie tatsächlich den Pandemieverlauf meinen, hätten Sie es gern klarer ausdrücken können.

Und die Ausbreitungsmuster sind nach meinem Verständnis der wissenschaftlichen Debatte nicht sehr gut bekannt. Wenn man dies annehmen würde, würde es an diesen Punkten nicht weiterhin den hohen Forschungsbedarf geben.

Ich für meinen Teil beende hiermit diesen Diskussionsstrang.

Freies Moria vor 6 Wochen

@martin: Schieben Sie mir bitte keine Aussagen in die Schuhe. Alles was Sie mir unterjubeln, wollen Sie offensichtlich falsch verstehen, ich habe es aber so nicht geschrieben:
a) Ich habe nichts über allgemeine Gefährlichkeit gesagt, sondern über eine bestimmte Situation.
b) Ich habe nirgends behauptet, das VIrus sei abgeschwächt (andere, darunter auch Prof. Streeck haben so etwas als Vermutung geäußert).
c) Nur weil Forschungen weiter laufen, heißt das nicht, daß die Muster unbekannt seien. Ganz im Gegenteil, wenn die Muster nicht bekannt wären, könnte man gar keine spezifischen Verbote/Gebote aussprechen.

martin vor 6 Wochen

@freies: Ihre These, dass eine Gefährlichkeit wie bei Grippe bestehe, trifft weder auf die Bevölkerungssumme noch auf jede Alterskohorte zu. Darüber hinaus stellen sich mehr und mehr Langzeitfolgen (auch ohne längere Beatmung) heraus.

Das Virus hat sich nicht abgeschwächt - sondern durch die Temperaturen im Sommer war die Bevölkerung "mehr draußen" und konnte besser lüften - was bekanntlich das Infektionsrisiko deutlich mindert.

Ebenfalls unzutreffend ist Ihre These, dass die Ausbreitungsmuster sehr gut bekannt seien. Die Forschungen laufen weiter (bspw. bei dem Risiko von Schmier- oder Kontaktinfektionen gibt es keine klare Studienlage) - selbst zur Frage, wie die Infektiösizität von Kindern und Jugendlichen ist und die damit verbundene Fragen des Kita- und Schulbetriebs gibt es noch keine validierten Aussagen, sondern lediglich Tendenzen. Die direkte Fortschreibung dieser Tendenzen auch für die kältere Jahreszeit ist mindestens fraglich.

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