Thüringen Gaststätten müssen Daten ihrer Gäste erfassen - Verband kritisiert Verordnung

Mit der neuen Corona-Verordnung in Thüringen gehen zahlreiche Lockerungen einher. Für die Gastronomie bedeutet sie aber auch zusätzlichen Aufwand. Vom Verband Dehoga kommt daher deutliche Kritik. Gleichzeitig hoffen Restaurant- und Gaststättenbetreiber auf finanzielle Hilfe. Denn in der Corona-Krise ist ihnen massiv Umsatz verloren gegangen.

Bitte auf Abstand achten! Maximal 2 Personen pro Tisch steht auf einem Schild vor einem Lokal
In Thüringen wird weiterhin Abstandhalten empfohlen. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Der Thüringer Gaststättenverband hat sich von der neuen Corona-Verordnung des Landes enttäuscht gezeigt. Dehoha-Hauptgeschäftsführer Dirk Ellinger sagte MDR THÜRINGEN, dass die neuen Regelungen faktisch einen Rückschritt bedeuteten. "Dies ist ein bürokratisches Monster", so Ellinger.

Registrierung der Gäste in Restaurants Pflicht

Als Beispiel nannte er die Registrierungspflicht in Gaststätten und Restaurants. Sie verlangt, dass alle Besucher mit Vor- und Zuname, Wohnanschrift und Telefonnummer, Datum und Dauer des Aufenthaltes erfasst werden. Die Daten müssen vier Wochen aufbewahrt werden. Bisher sei von den Gaststätten eine Person registriert worden, um eine Kontaktaufnahme mit dem Teilnehmern eines gemeinsamen Aufenthalts zu ermöglichen, so Ellinger.

Dirk Ellinger
Dirk Ellinger, Dehoga-Hauptgeschäftsführer in Thüringen (Archivfoto) Bildrechte: dpa

Unverständnis äußerte er auch darüber, dass künftig Treffen ab 30 Personen in geschlossenen Räumen den Gesundheitsbehörden angezeigt werden sollen. Aktuell seien bereits Treffen mit 100 auch in geschlossenen Räumen möglich.

Thüringer Gastgewerbe büßt 300 Millionen Euro Umsatz ein

Nach Angaben des Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga sind im Thüringer Gastgewerbe seit Beginn der Corona-Pandemie bereits 300 Millionen Euro an Umsatz verloren gegangen. "Dieser ist unaufholbar verloren und auch ein Erreichen des Umsatzes auf Normalniveau wird aufgrund der gegenwärtigen Einschränkungen noch dauern", schätzte Hauptgeschäftsführer Ellinger die Lage ein.

Zwar hätten 90 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gaststättengewerbe in Thüringen wieder geöffnet, aber für 87 Prozent der geöffneten Betriebe habe sich die Umsatzerwartung auch nach der Lockerung der Corona-Regeln bisher nicht erfüllt und sie könnten nicht wirtschaftlich arbeiten. Deshalb werde dringend finanzielle Hilfe des Bundes gebraucht, hieß es vom Verband.

Quelle: MDR THÜRINGEN/maf,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 10. Juni 2020 | 10:00 Uhr

50 Kommentare

Critica vor 3 Wochen

@emlo: "In Deutschland gab es im Sept. 2019 58 Mio aktive WhatsAppNutzer. Wir haben im Land 80 Mio Einwohner. Da haben 22 Mio wohl vor dem Registrieren erst einmal nachgedacht... :)

Critica vor 3 Wochen

Sie haben Recht. Aber - man muss ja nicht alles mitmachen. Muss es denn ein Smartphon sein? Geht ein "einfaches" Mobiltelefon nicht auch? Man muss es den Datenhaien nur richtig schwer machen...

part vor 3 Wochen

Der gläserne Bürger- Herr Seehofer hat jetzt einen BPA durchgesetzt, der zwei Fingerabdrücke beinhalten soll, natürlich gespeichert. Man braucht sich keinen Aluhut aufsetzen um zu erkennen wozu bestimmte zufällige Ereignisse natürlichen Ursprungs mit Aufwertung führen. Von China kontrollieren lernen... heißt siegen lernen..., zumindestetens einmal eine erfolgreiche Kopie des Westens vom Osten...

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