Bisher keine Anträge möglich Trotz Fördergeld: Noch keine Leih-Laptops zum Schulbeginn in Thüringen

Schüler aus bedürftigen Familien werden zum Schulstart wohl noch keine vom Staat geförderten Computer erhalten. Für das Sofortprogramm des Bundes sei die nötige Richtlinie nicht fertig, teilte das Bildungsministerium mit. Sie muss noch abschließend geprüft werden.

Junge Schuelerin schaut skeptisch auf ein Laptop.
Förderung für digitales Lernen: In Thüringen stehen 14 Millionen Euro bereit, um Schulen mit Laptops und anderen Geräten für den Heimunterricht auszustatten. Bildrechte: IMAGO

Unterricht zu Hause wegen der Corona-Pandemie - sollte Thüringer Schülerinnen und Schüler gleich nach den Sommerferien wieder Homeschooling treffen, werden sie noch keine staatlich geförderten Laptops nutzen können. Denn bis die Schulträger Geld dafür beantragen können, wird es laut Thüringer Bildungsministerium wohl bis September dauern.

Grund ist eine fehlende Förderrichtlinie des Ministeriums für Bildung, Jugend und Sport (TMBJS). "Dadurch, dass die Schulträger den Entwurf für die Richtlinie kennen, bereiten sie jetzt bereits die Antragsstellung vor", sagte eine Ministeriumssprecherin. Geplant ist, dass Anträge bis Ende September eingereicht werden können. In Thüringen stehen 14 Millionen Euro für geförderte Computer bereit.

Sachsen-Anhalt hat bereits Großbestellung aufgegeben

Dass es auch schneller gehen kann, beweisen die Nachbarländer: In Sachsen-Anhalt ist schon die gesamte Fördersumme ausgezahlt worden. Das Land hat bereits eine Großbestellung aufgegeben, um Schulen mit Laptops zum Verleihen an Schüler auszustatten. Die Geräte sollen in einem Monat nutzbar sein - und damit wenige Wochen nach dem Schuljahresstart. In Sachsen sind 80 Prozent der Gelder ausgereicht worden.

Unter dem Eindruck der Corona-Krise hatte der Bund den bereits laufenden Digitalpakt erheblich erweitert und weitere 500 Millionen Euro für die Anschaffung von digitalen Geräten an Schulen in Aussicht gestellt. 14 Millionen Euro davon fließen nach Thüringen. Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hatte angekündigt, dass vor allem benachteiligte Schülerinnen und Schüler mit Leihgeräten ausgestattet werden sollen.

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Quelle: MDR THÜRINGEN, dpa/uka

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 12. August 2020 | 14:00 Uhr

7 Kommentare

Unstrutschiffer vor 5 Wochen

"...Nur dann bitte nicht so tun, als ob es nun am Rechner liegt, der nicht rechtzeitig kommt"

Wie würden sie denn die Situation einer betroffenen Schülerin bezeichnen, wenn sie ausschließlich nur über das Internet, ob per persönlicher Nachricht oder Einblicknahme in die website ihrer Schule Kenntnis von den sich ständig erweiterden und auf zuvor auf dem gleichen Weg vermittelten Lehrstoffen ihrer Lehrer erfährt und sich ausschließlich nur dadurch fort- und weiterbilden kann?

In Glaskugeln Zuhause findet sie vorbeschriebenes nicht, erträumen zweifele ich auch an und klar ist sie damit benachteiligt.

Und ist Benachteiligung denn keine Diskriminierung?

Ralf T. vor 5 Wochen

Die Rechner kommen sogar pünktlich. Und ein paar Wochen später hätte auch nichts gemacht.

Pobeln tu ich nicht, finde es lediglich maßlos übertrieben von "Diskriminierung" zu reden, weil die Rechner ein paar Wochen später kommen sollten. Jetzt kommen sie sogar pünktlich.

Selbstverständlich dürfen Sie als Großvater helfen... Habe ich mit keinem Wort kritisiert. Nur dann bitte nucht6so tun, als ob es nun am Rechner liegt, der nicht rechtzeitig kommt.

Lyn vor 5 Wochen

Ich kenne tatsächlich keinen Haushalt, der nicht mit Laptop oder Desktop und tablet ausgestattet ist.
Das Smartphone ist obligatorisch.
Gebrauchsgegenstand.

Mit Filmen auf dem tablet werden schon die Kleinsten ruhig gestellt.


Gerade auch in H4 - Haushalten.

Vielleicht kenne ich da ja die Falschen.

Natürlich gibt es die Kinder "ohne".

Und da darf man sich tatsächlich mal austriefen.

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