300 Millionen Euro Frist für Thüringer Corona-Soforthilfe läuft ab - bisher 50.000 Empfänger

Die Corona-Krise hat kleine Unternehmen, Künstler und Vereine in Thüringen hart getroffen. Die Landesregierung steuerte mit einem millionenschweren Hilfsprogramm gegen, fast 50.000 Empfänger haben bisher Soforthilfe erhalten. Nun läuft die Frist für neue Anträge ab.

Thüringer Aufbaubank
Bei der Thüringer Aufbaubank sind Zehntausende Anträge auf Corona-Soforthilfe eingegangen. (Archivfoto) Bildrechte: MDR/Dirk Reinhardt

In Thüringen sind inzwischen 96 Prozent aller Anträge auf Corona-Soforthilfe bearbeitet. Wie die Thüringer Aufbaubank (TAB) MDR THÜRINGEN mitteilte, haben rund 49.600 Selbstständige, kleine Unternehmen und gemeinnützige Vereine Geld bekommen. Rund 307 Millionen Euro seien ausgezahlt worden. Das Geld stammt aus einem Bundes- und einem Landesprogramm. Im deutschlandweiten Vergleich liegt Thüringen nach einem Bericht des Wirtschaftsportals "Gründerlexikon" bei der Bearbeitung der Anträge auf Platz zwei nach Sachsen. An diesem Sonntag, dem 31. Mai, können noch bis Mitternacht online Anträge auf Corona-Soforthilfe gestellt werden. Dann endet die Frist.

Bis zu 30.000 Euro Soforthilfe

Seit dem 9. April konnten Betriebe und Soloselbstständige unter gewissen Voraussetzungen bei der Thüringer Aufbaubank die Gelder anfordern, wenn sie in Folge der Corona-Pandemie in Schwierigkeiten geraten waren. Die Höhe der Hilfen ist nach Anzahl der Beschäftigten eines Betriebs gestaffelt gewesen und reichte von 9.000 bis 30.000 Euro.

Ein Viertel der Anträge auf Corona-Soforthilfe abgelehnt

Anfänglich konnten die Anträge nur zögerlich bearbeitet werden. Die verschiedenen Hilfsprogramme hatten für Verwirrung gesorgt; die Seite der Thüringer Aufbaubank war in den ersten Tagen wegen einer Flut von Anträgen nicht erreichbar und auch Datenschutzprobleme und Betrugsversuche brachten die Antragsbearbeitung zeitweise ins Stocken. Um die zahlreichen Anträge abzuarbeiten, hatte die Thüringer Aufbaubank Mitarbeiter aus allen Abteilungen zusammengezogen. Etwa drei Viertel der gestellten Anträge wurden bewilligt. Die übrigen Anträge waren laut TAB unvollständig, wurden doppelt gestellt oder abgelehnt, weil die Voraussetzungen fehlten.

Die meisten Anträge auf Corona-Soforthilfe wurden von Selbstständigen und Kleinunternehmern gestellt. Solo-Selbstständigen und Freiberuflern, die meist über keine oder nur geringfügige Rücklagen verfügen, sollte dadurch geholfen werden. Insgesamt 48.337 Anträge wurden in Höhe von 298 Millionen Euro bewilligt.

Künstler von Corona-Krise hart getroffen

Eine Branche, die es besonders hart getroffen hat, sind die Künstler. Aufgrund abgesagter Veranstaltungen, geschlossener Schulen und anderer Bildungseinrichtungen sowie Verboten von Großveranstaltungen wie Konzerten müssen sie Einnahmeverluste von Mitte April bis Ende August abfedern. Insgesamt 734 Künstler haben im Schnitt jeweils 4.700 Euro bekommen. Bei den Anträgen in der zweiten Phase auf Bundesgelder gingen sie jedoch fast alle leer aus, da sie als Solokünstler ohne eigene Räume keine Betriebskosten anrechnen konnten. Diese waren aber Voraussetzung für die zweite Soforthilfe des Bundes.

Hilfe auch für Vereine in Thüringen

Seit Mitte April konnten auch Träger aus den Bereichen Jugend, Soziales, Kunst und Kultur, Bildung, Sport und Medien von dem Soforthilfeprogramm profitieren. Insgesamt wurden von gemeinnützigen Vereinen in Thüringen 329 Anträge bewilligt. 3,1 Millionen Euro wurden ausgezahlt. Im Garten- und Landschaftsbau flossen an 197 Antragsteller insgesamt 2,3 Millionen Euro.

Bundesweit wurden bisher 2,14 Millionen Anträge auf Soforthilfe-Zuschuss gestellt. In der Regel haben die Bundesländer auf eine genaue Liquiditätsprüfung verzichtet und zunächst den Maximalbetrag an die Unternehmen ausgezahlt. Sofern die Begünstigten diesen vollständig benötigen, um ihre Liquidität aufrechtzuerhalten, muss der Zuschuss nicht zurückgezahlt werden.

Bei den Zahlen handelt es sich um eine vorläufige Bilanz. Da die Thüringer Aufbaubank zum Ende der Frist noch einmal mit einem Anstieg der Anträge rechnet, werden die endgültigen Zahlen erst am 3. Juni vorliegen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 31. Mai 2020 | 18:00 Uhr

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