Thüringen Noch mehr Corona-Tests im Vorbeifahren?

Schlange-Stehen ja, aber mit genügend Abstand. Beim Corona-Drive-In müssen Testpersonen nur die Autoscheibe runterlassen und werden getestet. Was in Gera seit vergangener Woche möglich ist, soll am Dienstag auch in Jena und Sömmerda starten. In Erfurt wurden die Pläne vorerst gestoppt.

von Isabelle Fleck

In Tübingen gibt es auf dem Festplatz einen Corona-Drive-In: Eine Ärztin entnimmt durchs Autofenster eine Speichelprobe
Eine Ärztin in Schutzkleidung testet in einem "Drive-In". Mehrere solcher Einrichtungen soll es im Freistaat geben. Bildrechte: imago images / ULMER Pressebildagentur

Der Schlüssel ist umgedreht, der Motor gestartet - aber noch ist kein Gang eingelegt, das Projekt "Corona-Drive-in" in einer ehemaligen Tankstelle in Erfurt steht auf der Bremse. Die Medizinische Versorgung GmbH Kielstein ist nach eigenen Angaben in einer "Lauerposition". Der Corona-Drive-in stehe in den Startlöchern und könne über Nacht starten - allerdings gebe es derzeit "keinen Konsens", ob es so eine Art von Test-Strecke in Erfurt brauche, so Betreiber Volker Kielstein. Die Stadt baut eine eigene Abstrichstelle aus. Unter anderem deshalb verzichtete Betreiber Volker Kielstein zunächst auf die geplante Eröffnung in der vergangenen Woche.

Stadt und Kassenärztliche Vereinigung erklären auf Anfrage, dass Teststellen gut und wichtig seien, bezüglich der Pläne des Arztes wollen beide aber keinen offiziellen Auftrag erteilen.

Wir freuen uns über jede neue Testmöglichkeit. Ob eine ehemalige Tankstelle eine günstige Variante für eine Abstrichstelle ist, das müssen die Mediziner und die zuständige Kassenärztliche Vereinigung entscheiden. Wir selbst haben gerade eine weitere kommunale Abstrichstelle eröffnet.

Daniel Baumbach Stadt Erfurt

30 Abstrichstellen für Corona in Thüringen

An etwa 20 Thüringer Orten gibt es rund 30 Stützpunkte, an denen potentielle Corona-Patienten "abgestrichen" werden. Gesundheitsbehörden, Kliniken, Kassenärtzliche Vereinigung, Praxen und Ärzte arbeiten hier zusammen.

So ein Drive-in hat den Charme, dass zwischen den Menschen das Auto ist. Es gibt keinen Wartebereich, an dem die Menschen aufeinandertreffen.

Veit Malolepsy Kassenärztliche Vereinigung

Ein ''Drive in'' Zelt.
Man kann wie hier in Jena direkt in das Testzelt fahren, um getestet zu werden. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Dort werden die Anrufer befragt nach Urlaub im Risikogebiet oder Kontakt zu bereits positiv Getesteten. Erst danach gibt es Termine und eine Wegbeschreibung für den Abstrich.

Für die Patienten von Kielsteins Praxis in Sömmerda soll es ab Dienstag einen "Drive-In" geben. Mögliche Corona-Infizierte sollen dann nach Absprache die mobile Abstrichstelle auf dem Praxis-Gelände durchfahren.

Damit entfallen die Abstriche in der Praxis. Das Ansteckungsrisiko wird noch einmal minimiert.

Dr. Volker Kielstein Betreiber

Hinweis zu einem Drive-in für einen Corona-Abstrich in Sömmerda
Hinweis zu einem Drive-in für einen Corona-Abstrich in Sömmerda. Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Drive-In-Tests in Jena seit Montag

In Jena ging der Drive-In offiziell am Montag in Betrieb. Getestet werden beim Gemeinschaftsprojekt der Stadt und Kielstein alle Jenaer. Termine dafür vergibt die Stadtverwaltung an ihrer Hotline.

Weitere Informationen zum Coronavirus in Thüringen

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 24. März 2020 | 10:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. März 2020, 12:14 Uhr

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