Coronavirus in Thüringen Regelmäßige Corona-Tests für medizinisches Personal umstritten

Regelmäßige Corona-Tests für medizinisches Personal sind in Thüringen umstritten. Die Landesärztekammer spricht sich gegen routinemäßige Tests aus und begründet ihre Position vor allem mit zu geringen Testkapazitäten. Der Landespflegerat dagegen fordert, Pflegepersonal regelmäßig auf das Coronavirus testen zu lassen, um Risikopatienten zu schützen.

Heike Werner (Die Linke), Gesundheitsministerin von Thüringen
Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner Bildrechte: dpa

Regelmäßige Corona-Tests nicht vorgesehen

Corona-Tests für Menschen ohne Symptome sind in Deutschland bisher nicht vorgesehen. Doch die Kritik daran wird lauter. Auch die Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sieht Anpassungsbedarf bei den Vorgaben des Robert Koch-Instituts. Die Präsidentin der Landesärztekammer, Ellen Lundershausen, möchte dagegen daran festhalten, auch medizinisches Personal nur dann zu testen, wenn Symptome vorliegen.

Wenn Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger weiter arbeiten, während Testergebnisse ausstehen, wäre ein negatives Testergebnis, das nach vier Tagen ankommt, ohne Bedeutung und vielleicht schon überholt. Das wiegt uns in Scheinsicherheit.

Ellen Lundershausen Präsidentin der Landesärztekammer

Die Vorsitzende des Thüringer Landespflegerates, Martina Röder, dagegen hält Routinetests für wichtig, und auch das Helios-Klinikum Erfurt testet Mitarbeiter nach eigenen Angaben "über die RKI-Richtlinien hinaus".

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. April 2020 | 12:30 Uhr

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