Lehrerverband Kostenlose Corona-Tests für Thüringer Abschlussklassen starten verspätet

Der Thüringer Lehrerverband erwartet einen verzögerten Start der kostenlosen Corona-Tests für Schüler in Abschlussklassen. Das Bildungsministerium hatte die Tests Ende der vergangenen Woche zugesagt, um den Präsenzunterricht für Abschlussschüler zu sichern.

Apotheker nimmt Rachenabstrich
Thüringer Abschlussschüler sollen kostenlos auf das Coronavirus getestet werden können. (Symbolbild Corona-Test) Bildrechte: MDR/Stefanie Reinhardt

Die ab Montag möglichen Corona-Tests für Schüler der Abschlussklassen werden nach Einschätzung des Thüringer Lehrerverbandes erst Anfang Februar ins Rollen kommen. Der Vorsitzende Rolf Busch sagte, die Schulleiter müssten zunächst notwendige Formulare von den Schülern zurück erhalten. So beispielsweise Einverständniserklärungen von Eltern minderjähriger Schüler. Das könne bei dem derzeitigen Wechselunterricht einige Zeit in Anspruch nehmen, da nicht alle Abschluss-Schüler immer in den Klassen seien, so Busch.

Corona-Tests: Einige Schulen ohne Arztpraxen

Außerdem haben seinen Angaben zufolge nicht alle Schulen Arztpraxen an der Hand, die die Tests übernehmen. Da nächste Woche die vorgezogenen Ferien beginnen, bestehe die Möglichkeit, dass die Schulen im Anschluss daran alle Voraussetzungen für Schnelltests erfüllt haben werden. Das Bildungsministerium will den Schulen bei der Ärzte-Suche unter die Arme greifen. Dafür sollen sich Einrichtungen, die bis Freitag keinen Arzt finden, beim zuständigen Schulamt melden.

Wenn nötig, werde auch das DRK für Tests mit ins Boot geholt, so ein Sprecher.

Schülerin und Mutter vor einem Laptop 8 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Exakt Mi 13.01.2021 20:15Uhr 07:56 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Lehrerverband kritisiert mangelnde Vorbereitung

Die Kritik des Lehrerverbandes, dass die Testmöglichkeiten zwar kommuniziert, aber nicht vorbereitet wurden, nimmt das Bildungsministerium zur Kenntnis: In der Pandemie komme es oft zur Situation, dass Regelungen wirksam werden, und dann erst vor Ort umgesetzt werden könnten, hieß es.

Vergangenen Freitag hatte das Bildungsministerium mitgeteilt, dass Schulen ab Montag Testtermine für ihre Abschluss-Schüler vereinbaren können. Damit soll deren Präsenzunterricht abgesichert werden. Die in der Regel wöchentlichen Schnelltests sollen in den Schulen stattfinden. Bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern müssen die Eltern ihr schriftliches Einverständnis geben. Volljährige entscheiden selbst, ob sie sich testen lassen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/ls

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Januar 2021 | 17:00 Uhr

2 Kommentare

vermittler vor 5 Wochen

Kleine Ergänzung zu Ihrem Artikel:
Die Schulleitungen müssen selber eine Praxis finden die Tests durchführen. Die Praxis die das übernimmt muss dann die Test selber mitbringen und natürlich vorher anschaffen - also in Vorleistung gehen. Die Aussage der Regierung 100000 Test bereitzustellen ist also mindestens eine Irreführung der Öffentlichkeit.

Rico Marbach vor 5 Wochen

Frau Ministerin Werner sollte unverzüglich zurückträten. Das für die deutsche Bevölkerung, die die Impfstoffentwicklung aus ihren Steuermitteln gefördert hat, aus europaideologischen Gründen zu wenig Impfstoff bereitgestellt wird, ist inzwischen unstreitig und schlimm genug; aber der wenige vorhandene Impfstoff muss wenigstens verimpft werden. Ich fordere die Th. Landesregierung auf, sich mit der Beseitigung des Impfdesasters zu beschäftigen; Thüringen (22000 Impfungen) liegt bei den Impfungen immer noch mit Abstand hinten; wenn man es nicht kann, soll man sich bei Sachsen Anhalt (33000) oder Mecklenburg Vorpommern (37500) informieren; einige der Toten der nächsten Wochen gehen auf das Konto dieser Landesregierung... Wo bleiben die verspr. 12 FFP2 Masken für die ältern Menschen?

Mehr aus Thüringen

Eine Frau bekommt Blumen mit Video
Petra Rottschalk, Vorsitzende des Awo-Ortsverbandes Rudolstadt und bisher stellvertretende Awo-Landesvorsitzende steht seit Freitag an der Spitze des Wohlfahrtsverbandes. Bildrechte: MDR/Stefanie Magiera