Corona Lockerungen: Was ist in Thüringen bald wieder möglich?

In Thüringen sollen die Corona-Schutz-Auflagen allmählich gelockert werden. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow nach einer Schaltkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Regierungschefs der Bundesländer an. Doch was ist wann wieder erlaubt und was bleibt verboten? In diesem Zeitplan finden Sie die wichtigsten Änderungen.

Eine Frau betritt ein Geschäft durch eine Tür, neben dem ein Schild mit der Aufschrift Nur Eingang steht
Vom 4. Mai an dürfen in Thüringen auch größere Geschäfte wieder öffnen. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Was Sie ab wann in Thüringen wieder dürfen

Ab 23. April:

  • Gottesdienste, Demonstrationen und Versammlungen sind früher wieder erlaubt als zunächst geplant. Doch es gibt Einschränkungen: In geschlossenen Räumen sind Versammlungen mit bis zu 30 Menschen erlaubt, unter freiem Himmel mit bis zu 50 Menschen. Außerdem müssen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten werden.

Ab 24. April:

  • Einzelhandel in Thüringen: Geschäfte mit einer Verkaufsfläche bis 800 Quadratmeter dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Auch größere Geschäfte dürfen öffnen, wenn sie ihre Ladenfläche verkleinern. Außerdem gilt die Auflage, dass pro 20 Quadratmeter Fläche nur ein Kunde den Laden betreten darf. Thüringen stellte hier eine Ausnahme dar, denn bundesweit war die Ladenöffnung unter Auflagen bereits ab dem 20. April geplant.

Ab 27. April:

  • Schulen werden für Abiturklassen wieder geöffnet. Damit sollen die Schülerinnen und Schüler genug Zeit bekommen, sich auf die am 18. Mai beginnenden Abiturprüfungen vorzubereiten. Es starten auch die Abschlussklassen der höheren Berufsfachschule in der Fachrichtung Altenpflege und die zentralen Abschlussprüfungen der Steuerfachangestellten.
  • Zoologische und Botanische Gärten, Freilichtmuseen sowie Galerien, Museen und Ausstellungshallen dürfen unter Auflagen öffnen.
  • Bibliotheken und Archive dürfen wieder Besucher empfangen.

Ab 4. Mai:

  • Öffnen auch Geschäfte mit Verkaufsflächen mit mehr als 800 Quadratmeter, also beispielsweise Möbelhäuser.
  • Öffnen Spielplätze.
  • Öffnen Einrichtungen der Fußpflege, Kosmetik- und Nagelstudios, wenn sie aufgrund der unvermeidbaren körperlichen Nähe spezifische Schutzerfordernisse einhalten.
  • Öffnen Musikschulen und Jugendkunstschulen für den Einzelunterricht und Unterricht in Kleinstgruppen auf Basis der von den Fachverbänden vorlegten Hygiene- und Sicherheitskonzepte.
  • Frisörläden dürfen wieder öffnen. Jedoch müssen Beschäftigte und Kunden Mundschutz tragen.
  • Öffnen Fahrschulen für den theoretischen Unterricht und die praktsche Ausbildung für die Führerscheinklassen AM, A1, A2 und A (Motorrad) unter Auflagen zur Hygiene und Sicherheitskonzepten.
  • Individualsport im Freien, bei dem die Kontaktbeschränkungen und der Mindestabstand eingehalten werden, wie beispielsweise Rudern, Segeln, Tennis, Luftsport, Leichtathletik, Golf, Reiten und ähnliche Sportarten.
  • Kehren die Abschlussklassen der Haupt- und Realschulen zurück sowie die zehnten Klassen, die die besondere Leistungsfeststellung (BLF) in diesem Jahr absolvieren.
  • Beginnen die letzten Thüringer Hochschulen und Universitäten ihr Sommersemester. Die TU Ilmenau, die Ernst-Abbe-Hochschule Jena, die Duale Hochschule Gera-Eisenach sowie die Hochschulen in Nordhausen und Schmalkalden hatten ihr Sommersemester bereits mit digitalen Lehrangeboten gestartet. Unter Auflagen können auch hier Bibliotheken und Archive besucht werden. Präsenzveranstaltungen bleiben ausgesetzt, mit Ausnahme von Prüfungen und Lehrveranstaltungen, die spezielle Arbeitsräume (Labore etc.) bedürfen. Letztere sind nur unter besonderen Schutzmaßnahmen erlaubt. Offiziell hat das Sommersemester bereits am 1. April begonnen.

Ab 7. Mai:

  • Unterrichtsbeginn für Schüler aller Jahrgänge, die besonderen Unterstützungsbedarf brauchen

Ab 11. Mai:

  • Viertklässler gehen wieder in die Schule.

Bis Ende Mai:

  • Die Schulen sollen schrittweise für alle anderen Klassenstufen geöffnet werden. Details dazu stehen noch nicht fest.

Was bleibt vorerst verboten bzw. geschlossen?

Bis 25. Mai:

  • Öffentliche Treffen von mehr als zwei Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben. Bei Treffen von Personen, die nicht im gleichen Haushalt leben, gilt weiterhin ein Mindestabstand von 1,5 Metern.

Bis auf Weiteres:

  • Konzertbühnen
  • Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen
  • Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder
  • Thüringeweit gilt eine Maskenpflicht. Damit ist es verboten, in Geschäften oder im Nahverkehr ohne Mund-Nasen-Schutz unterwegs zu sein. Ein Schal, Tuch oder eine selbstgenähte Maske gelten als ausreichend, wenn sie Mund und Nase bedecken.  

Bis 31. August:

  • Großveranstaltungen
  • Spielbetrieb in Theatern und Orchestern

Was Sie weiterhin tun sollten

  • Auf private Reisen und Besuche verzichten
  • Im ÖPNV und Einzelhandel eine Mund- und Nasenmaske tragen
  • Abstand zu Mitmenschen halten
  • Niesen- und Hustenetikette beachten
  • gute Handhygiene

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Quelle: MDR THÜRINGEN/ask,dr,mam,maf

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. Mai 2020 | 19:00 Uhr

9 Kommentare

romanc70 vor 23 Wochen

Weshalb müssen die Geschäfte schon am 24.4. aufmachen?
Gerade dann schon mit viel mehr Kunden zu rechnen ist mit Warteschlangen..muss man nicht verstehen..
Aber die Kirchen erst später öffnen lassen, ob wohl die bessere vorbereitet wären..
Und wenn ich sehe, hier bei mir in der Nähe bei NETTO werden keine Hygienerichtlinien eingehalten..es wird keine Einlasskontrolle gemacht, Personen können ohne Wagen rein, also auch die zulässige Anzahl überschritten wird...
Muss man sich nicht wundern, wenn die Zahl der Neuinfizierten immer noch hoch ist, auch wenn die Zahl der Genesenden schon höher ist..

Werner vor 23 Wochen

Das Geschwafle zu den Lockerung regt mich einfach nur auf. Andeutungen, einzelne Lockerungen, was ist aber zB. mit der kosmetischen Fußpflege ? Medizinische Fußpflege ist ja erlaubt, aber was ist mit der Oma die altersbedingt sich fußmäßig nicht mehr so pflegen kann wie sie möchte ? Und das Sorforthilfeprogramm sollte man umbenenen, von sofort kann ja keine Rede sein. Bis da was passiert sind viele Kleinselbständige pleite

SitBull vor 23 Wochen

Alleinerziehende sind in Krisenzeiten angearscht. Hier ist klar die Großfamilie mit Großeltern im Haushalt bevorteilt. War ja auch schon zu Urzeiten so. Bislang belächelt, heute von unschätzbaren Wert. Vielleicht kann man als Alleinerziehender über eine Zweckgemeinschaft in solchen Zeiten nachdenken. Zielobjekt wäre ein ausgebildeter Lehrer (-in), die im Home-Office für ein systemrelevantes Unternehmen arbeiten. Vielleicht gibt's bei Partnervermittlungen sowas.

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