Covid-19 Corona-News vom 23. Dezember: Mehrere Thüringer Kreise verschärfen Corona-Regeln

Das Innenministerium erwägt den Einsatz des Katastrophenschutzes in Pflegeheimen. Das Eichsfeld meldet ein Allzeithoch von Neuinfektionen. In mehreren Thüringer Landkreisen gelten strengere Corona-Regeln. Alle Entwicklungen im Überblick.

Zwei Männer joggen am Abend
Für den Aufenthalt im Freien gelten in Thüringen vor allem nachts verschärfte Regeln. (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Thür­ringen | Knapp 1.400 Neuinfektionen am Mittwoch

Die Thüringer Gesundheitsämter haben am Mittwoch 1.398 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Weitere 1.013 Menschen gelten als genesen. Die Zahl der aktiv Erkrankten erhöhte sich um 360 auf 12.676. Damit gibt es 4.807 aktive Fälle mehr als vor zwei Wochen. 25 weitere Menschen starben an oder mit dem Virus, die Zahl der Verstorbenen stieg damit auf insgesamt 777.

Die Durchschnitts-Inzidenz in Thüringen erhöhte sich im Tagesvergleich von 346 auf 374. Die Zahl der auf Intensivstationen behandelten Corona-Patienten stieg von 157 auf 173. Beatmet werden müssen 88 Corona-Patienten - elf mehr als am Dienstag.

Wart­burg­kreis | Neue Regeln auch in Wartburgkreis und Eisenach

Mit einer neuen Allgemeinverfügung des Wartburgkreises sind auch bei Trauerfeiern und Eheschließungen neue Regelungen zu beachten. Sie tritt am 24. Dezember in Kraft.

Unter anderem sind bei Beerdigungen ab sofort nur noch Angehörige ersten Grades des Verstorbenen gestattet. Bei Eheschließlungen dürfen, neben den Trauzeugen, nur noch Angehörige des eigenen Haushaltes teilnehmen.

Spiel- und Bolzplätze in Eisenach sind ab Donnerstag gesperrt. Wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte, ergibt auch das sich aus der neuen Allgemeinverfügung, die auch für Eisenach gilt.

Schmal­kalden-Meinin­gen | Verschärfung der Allgemeinverfügung

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat wegen der Corona-Pandemie eine verschärfte Allgemeinverfügung erlassen. Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, tritt sie am 24. Dezember in Kraft. Die zunächst vorgesehenen Lockerungen der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen an Weihnachten und Silvester sind damit aufgehoben.

Private Treffen mit Freunden, Verwandten und Bekannten sind nun auch an den Feiertagen auf den eigenen und einen weiteren Haushalt zu beschränken. Maximal fünf Personen dürfen zusammen feiern. Kinder einschließlich 14 Jahre werden bei der Personenanzahl nicht mitgezählt. Die Ausgangsbeschränkung ab 22 Uhr gilt auch vom 24. bis 26. Dezember sowie am 31. Dezember 2020. Laut Landratsamt überschritt der Inzidenzwert am Mittwoch die 400er-Marke.

Thü­ringen | Innenministerium erwägt Einsatz von Katastrophenschutz in Pflegeheimen

Das Thüringer Innenministerium schließt einen Einsatz von Katastrophenschutzeinheiten in Pflegeheimen nicht aus. Sprecherin Anke Bressem sagte MDR THÜRINGEN, die Unterstützung der Hilfsorganisationen und privaten Unternehmen im Katastrophenschutz, des THW und der Bundeswehr bei der Bewältigung der Corona-Pandemie sei sehr zu begrüßen.

Bei einem entsprechenden Hilfeersuchen müsse aber geprüft werden, ob für einen Einsatz zunächst der Katastrophenfall ausgerufen werden muss. Anfang der Woche hatte die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege gefordert, Einheiten des Katastrophenschutzes in der stationären und ambulanten Pflege einzusetzen. Hintergrund ist ein akuter Personalmangel durch die Corona-Pandemie. Die Hilfskräfte könnten demnach Essen verteilen und bei Corona-Tests und beim Besuchermanagement helfen.

Aussenansicht des Thüringer Innenministeriums
Außenansicht des Thüringer Innenministeriums. (Archivbild) Bildrechte: imago/Steve Bauerschmidt

Nord­hausen | Bundeswehr hilft im Landkreis Nordhausen

Der Landkreis Nordhausen wird ab 4. Januar 2021 die Hilfe der Bundeswehr in Anspruch nehmen. Damit will Landrat Matthias Jendricke (SPD) auf die erhöhten Covid-19-Fallzahlen aus den Weihnachtstreffen reagieren. Fünf Bundeswehrsoldaten der Reserve werden bei der Kontaktermittlung helfen, zwei weitere die Abstrichteams unterstützen. Der Landkreis Nordhausen hat aktuell 163 Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner - und damit vergleichsweise wenig. Landrat Jendricke will verhindern, dass dieser Wert über 200 steigt, weil die Verbreitung des Virus dann nach seiner Einschätzung nicht mehr aufzuhalten ist.

Eichs­feld | Neuinfektionen im Eichsfeld auf Allzeithoch

Im Landkreis Eichsfeld gibt es binnen eines Tages 91 Corona-Neuinfektionen. Wie das Landratsamt am Mittwoch mitteilte, erreicht die Zahl der Infizierten mit 647 ein Allzeithoch. Die Sieben-Tagesinzidenz steigt auf 375. Seit gestern seien zudem vier weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu betrauern.

Die Lage im Landkreis Eichsfeld bleibt nach Einschätzung des Krisenstabes weiterhin sehr angespannt. Bürgerinnen und Bürger, insbesondere mit Hinblick auf die bevorstehenden Feiertage, sind deshalb angehalten, private Kontakte auf das absolut nötige Minimum zu beschränken und die allgemeinen Hygieneregeln einzuhalten.

Es kann aktuell bis zu drei Tage dauern, bis das Gesundheitsamt Kontaktpersonen positiv getesteter Personen telefonisch kontaktiert. Deshalb werden alle Bürgerinnen und Bürger dringend aufgefordert, sich in Quarantäne zu begeben, wenn sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten.

Alten­burg | Kreis verschärft Corona-Regeln deutlich

Die Sieben-Tage-Inzidenz im Altenburger Land nähert sich der 600er-Marke. Mit aktuell 585 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen hat der Kreis weiterhin die höchste Inzidenz in Thüringen.

Der Landkreis reagiert auf diese Entwicklung: Ab Sonntag gelten im Altenburger Land Ausgangsbeschränkungen auch am Tag. Zwischen 5 und 22 Uhr dürfen die Menschen nur noch aus triftigen Gründen nach draußen; dazu zählen der Weg zur Arbeit, Einkaufen und medizinische Notfälle. Nachts gilt dies bereits über die Landesverordnung. Außerdem dürfen nur Mitglieder eines Haushalts gemeinsam in die Öffentlichkeit. Sport- und Spielplätze werden geschlossen. Die neue Allgemeinverfügung gilt vom 27. Dezember zunächst bis 10. Januar.

Elxleben | "Thuringia Bulls" wieder liquide

Der Rollstuhlbasketballverein "Thuringia Bulls" aus Elxleben erhält nun doch Corona-Hilfen in Höhe von rund 70.000 Euro. 

Thüringen | Weihnachtsansprache der Landtagspräsidentin

Die Thüringer Landtagspräsidentin Birgit Keller (Linke) hat an die Solidarität der Bürgerinnen und Bürger appelliert. In ihrer Weihnachtsansprache sagte sie, 2020 sei ein Jahr, das wegen der Corona-Pandemie allen viel abverlangt habe - und immer noch viel abverlange.

Elxleben | Ausgelassene Party - Polizei muss eingreifen

Eine Party mit einer noch unbekannten Zahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hat die Polizei in der Nacht zum Mittwoch in Elxleben im Landkreis Sömmerda beendet. Zeugen hatten die Polizei informiert, weil jungen Leute gemeinsam Alkohol tranken und keinen Abstand hielten. Als die Polizei eintraf, flüchteten die Feiernden. Ein 18-Jähriger wurde den Angaben zufolge gefasst. Wegen des Verstoßes gegen die Corona-Eindämmungsverordnung kommt nun ein Ordnungsgeld auf ihn zu.

Thüringen | AfD gegen Verbot von Alkohol-Ausschank

Die AfD-Landtagsfraktion hat beim Thüringer Verfassungsgerichtshof einen Eilantrag gegen die Corona-Verordnung des Landes eingereicht. Eine Sprecherin des Gerichts in Weimar bestätigte den Eingang des Antrags. Voraussichtlich werde kommende Woche darüber entschieden.

Die Partei wendet sich eigenen Angaben nach gegen die Bestimmungen zum Verbot des Ausschanks und Konsums von Alkohol in der Öffentlichkeit, zum Verkauf und dem Abbrennen von Pyrotechnik auf öffentlichen Plätzen zu Silvester sowie die in der Verordnung verhängten Ausgangsbeschränkungen. Letztere sind zu Weihnachten und zum Jahreswechsel gelockert.

Ernährungsbranche verzeichnet Plus

Thüringens Unternehmen ziehen für das für das zurückliegende Jahr eine überwiegend negative Bilanz. Ute Zacharias vom Verband der Wirtschaft sagte, 2020 habe massiv unter dem Einfluss der Corona-Krise gestanden. In fast allen Branchen seien Aufträge, Auslastung und Umsätze deutlich zurückgegangen.

Hart getroffen hat es unter anderem die Industrie, darunter vor allem die Metall- und Elektrounternehmen und die Autozulieferer. Dort gingen die Umsätze um rund ein Fünftel zurück. Auch das Gastgewerbe spricht von einer dramatischen Lage. Die Handwerker melden ebenfalls schlechtere Geschäfte. Erstaunlich gut schlug sich laut Verband der Wirtschaft dagegen die Ernährungsbranche. Sie verzeichnete ein Umsatzplus von 15 Prozent.

Deutsch­land | Überregionale Corona-News

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn geht davon aus, bis zum Sommer allen Bürgern in Deutschland ein "Impfangebot" machen zu können. Die Krematorien in Sachsen sind nach Einschätzung der Bestatter-Innung wegen der Corona-Pandemie an der "Grenze des Machbaren" angelangt. Mehr überregionale Corona-News im MDR AKTUELL-Ticker.

Thüringen | Corona-Prämie für Krankenhaus-Mitarbeiter

Mehrere Thüringer Krankenhäuser zahlen ihren Mitarbeitern eine Corona-Prämie als Ausgleich für den entgangenen Bonus vom Bund. Das Pflegepersonal sei seit Wochen stark gefordert, betonen mehrere Klinik-Leiter.

Der Überblick am Mittwoch

Auch kurz vor den Weihnachtstagen halten wir Sie wie gewohnt über die Entwicklungen zum Coronavirus in Thüringen auf dem Laufenden. Mehr Informationen gibt es auch auf unseren Ratgeber-Seiten.

Das waren die Corona-News am Dienstag:

  • Gesundheitsministerin Heike Werner bittet die Thüringer um Hilfe in der Pflege
  • Jena registriert die meisten Neu-Infektionen seit Beginn der Pandemie
  • Thüringen erhält für die letzte Dezemberwoche 19.500 Impfdosen
  • Beratungsstellen erwarten mehr häusliche Gewalt an Feiertagen
  • Bischof Neymeyr kritisiert antisemitisches Gedankengut auf Corona-Demos

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 23. Dezember 2020 | 19:00 Uhr

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