Covid-19 Neue Corona-Verordnung: Das gilt seit 2. November in Thüringen

Seit Montag, 2. November, gilt in Thüringen eine neue Corona-Sonderverordnung. Sie soll das öffentliche Leben in weiten Teilen einschränken, steht aber unter einem Parlamentsvorbehalt. Das heißt, der Landtag kann noch Änderungen daran beschließen. Was ab Montag in Thüringen gilt, haben wir hier zusammengefasst.

In Thüringen sind am Montag schärfere Regeln zur Eindämmung der Coronavirus-Ausbreitung in Kraft getreten. So dürfen sich nur bis zu zehn Menschen aus höchstens zwei Haushalten in der Öffentlichkeit treffen. Restaurants, Gaststätten und Bars müssen schließen. Sie dürfen aber noch Speisen und Getränke zum Mitnehmen anbieten. Auch ein Großteil der Kultur- und Freizeiteinrichtungen muss für voraussichtlich einen Monat schließen. Schulen, Kindergärten und andere Bildungsangebote - darunter Bibliotheken, Musik- und Volkshochschulen - bleiben hingegen offen. Auch eingekauft werden kann weiter.

Bis voraussichtlich 30. November müssen folgende Einrichtungen geschlossen bleiben:

  • Kinos, Theater, Opern, Konzerthäuser
  • Museen, mit Ausnahme entgeltfreier Bildungsangebote
  • Schwimm- und Spaßbäder, außer für den Schulsport, den Trainings- und Wettkampfbetrieb von Spitzensportlern sowie medizinisch notwendige Angebote
  • Fitnessstudios, außer für medizinisch notwendige Vorsorge und Rehabilitation
  • Saunen
  • Freizeitparks
  • Spielhallen
  • Bordelle

Auf private Reisen sollen die Menschen in Thüringen möglichst verzichten. Übernachtungen sind nur noch für Geschäftsreisende oder bei beruflich oder medizinisch notwendigen Reisen erlaubt. Touristen müssen in Thüringen ihren Urlaub bis zum 5. November beenden. Auch überregionale Tagesausflüge sollen vermieden werden. Zoos und Tierparks können allerdings weiter Besucher empfangen, jedoch nur in den Außenbereichen. Im Gegensatz zu ersten Plänen dürfen nicht nur Friseursalons, sondern auch Kosmetik- und Fußpflege-Studios bei Einhaltung der Hygienekonzepte weiter öffnen.

Individueller Sport ohne Körperkontakt bleibt erlaubt

Erlaubt bleibt außerdem individueller Sport ohne Körperkontakt - allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts. Zu den möglichen Sportarten zählen unter anderem Radsport, Reiten, Leichtathletik, Tennis, Golf und Schießsport. Für die Kontaktbeschränkungen gelten überdies Ausnahmen: Bei Beerdigungen und standesamtlichen Eheschließungen dürfen mehr als zehn Personen aus höchstens zwei Haushalten teilnehmen. Dabei müssen jedoch die jeweils geltenden Regeln der Städte und Landkreise für private Feiern und Treffen beachtet werden.

Offen bleiben Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe, sämtliche Beratungsstellen, Tagespflege-Einrichtungen, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, therapeutische Einrichtungen sowie Spielplätze.

Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) sprach am Samstagabend von einem Kraftakt, mit dem die sprunghafte Ausbreitung des Coronavirus eingedämmt werden solle. Erstmals enthält eine Thüringer Corona-Verordnung einen Parlamentsvorbehalt. Damit kann der Landtag, der am Dienstag zu einer Sondersitzung zusammenkommt, Änderungen an den Regeln vornehmen. Die Verordnung, die seit Samstag vorliegt, tritt trotz dieses Vorbehalts zunächst uneingeschränkt in Kraft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/uka, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 01. November 2020 | 19:00 Uhr

105 Kommentare

Grosser Klaus vor 10 Wochen

In einer freiheitlich demokratischen Grundordnung, die auf rechtsstaatlichen Prinzipien und per Grundgesetz garantierten Freiheitsrechten basiert, haben alle Maßnahmen auf dem Boden des Gesetzes zu stehen.
Wenn die Regierung der Meinung ist, Maßnahmen zu verordnen, dann müssen diese Maßnahmen geeignet, erforderlich, angemessen und legitim sein.
Halten die Maßnahmen dieser Überprüfung nicht stand, so sind sie zu kassieren.
Verunsicherung verbreitet derjenige, der ständige Angst sät.

martin vor 10 Wochen

@berggeist: Die Skihalle kenne ich in der Tat nur von außen. Aber ich habe mich zum Infektionsrisiko in der Skihalle (deshalb) auch gar nicht geäußert. Ich schrieb, dass die Skihalle (gibt es in D überhaupt noch eine zweite Langlaufhalle?) als Spezialität (wie die anderen Spezialitäten) in einer landesweiten Allgemeinverordnung nicht speziell berücksichtigt wurden.

Übrigens darf man auch noch die Behauptung aufstellen, dass die Erde eine Scheibe sei. Die Infektiösität bei symptomarmen Verläufen gilt aber gemeinhin als gesichert.

MDR-Team vor 10 Wochen

Liebe User,
weitere Informationen zum Thema Symptomfreiheit und Infektiosität finden Sie hier: https://www.mdr.de/sachsen-anhalt/corona-newsletter-dienstag-ist-corona-auch-ansteckend-ohne-symptome-100.html

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