Neues Virus in Europa Corona-Virus: Nachfrage nach Masken steigt in Thüringen

In Deutschland und Frankreich wird der Mundschutz knapp. Die Franzosen kaufen aus Angst vor Corona-Viren Masken in Apotheken und Drogerien. Wie ist die Lage in Thüringen? Und hilft der Mundschutz überhaupt?

Isabelle Fleck
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von Isabelle Fleck

Eine Frau trägt einen Schutz über Mund und Nase
Effektiver als ein Mundschutz sei das gründliche Waschen der Hände, teilte die Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände mit. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Mittwoch sollen wieder Masken kommen, sagt die Drogerie-Mitarbeiterin am Anger. "Sie sind ständig ausverkauft. Besonders Vietnamesen kaufen die Masken. Auch sonst. Nicht nur jetzt. Doch im Moment verkaufen wir täglich mindestens zehn Masken." Online ist der Mundschutz in keiner der Erfurter Filialen verfügbar. Weder am Anger noch in der Neuwerkstraße, nicht am Bahnhof, nicht im TEC oder im Thüringen Park.

Der Mundschutz soll vor Tröpfcheninfektion schützen. "Das Vlies besteht aus drei Lagen und wird mit Gummibändern an den Ohren befestigt. Der Nasenbügel ist individuell anpassbar", heißt es in der Produktbeschreibung.

Im Sanitätshaus in der Schlösserstraße gibt es solche Masken zu kaufen, dort wurde aber "noch kein Anstieg" bemerkt. Die Drogerie im Bahnhof führt solche Masken nicht. In einer anderen Drogerie in der Schlösserstraße sind noch zwei verfügbar. "Am 25. Januar haben wir neun Stück verkauft. Das ist mehr als sonst - da ist es vielleicht eine in der Woche", erzählt eine Mitarbeiterin.

Poren der Masken sind größer als Corona-Viren

Bei stichpunktartigen Nachfragen unter Erfurter Apotheken kommt Folgendes heraus: In der Talstraße ist die Nachfrage nach solchen Masken gestiegen. Konkrete Zahlen gibt es allerdings nicht. "Wir verkaufen es vermehrt, aber nicht übermäßig. Einige Kunden sagen schon, dass es wegen Corona ist", erzählt eine Apothekerin. "Doch ob dieser einfache Mundschutz aus Zellulose ausreicht? Die Poren sind recht groß - größer als die Viren. Es ist vielleicht eher für die Psyche", schätzt sie. In Japan beispielweise sei es üblich, im Alltag nur mit Mundschutz nach draußen zu gehen. Diese Masken seien dichter - aber eben hier unüblich.

Viele Thüringer Apotheken werden von den Pharmazeutischen Großhandlungen in Gotha und Neudietendorf mit Produkten beliefert. So auch eine Apotheke in der Bahnhofstraße. Doch die Masken sucht man dort aktuell vergeblich: "Die sind alle ausverkauft und nicht lieferbar", so eine Mitarbeiterin auf Nachfrage.

Jemand hält einen Mundschutz in der Hand
Die Nachfrage nach Mundschutz-Masken ist gestiegen. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

In der Neuwerkstraße hingegen hat Apotheker Ronald Schreiber bisher "keinen erhöhten Bedarf" bemerkt. Er rechnet aber damit, dass die Nachfrage steigt, und hat die Masken deshalb im Sortiment. Wichtig sei, dass die Maske den sogenannten FFP3-Standard erfüllt: Sie müsse besonders dicht und mit einem Filter ausgestattet sein. Ein Corona-Fall in Bayern ist seit Montagabend bestätigt, aber eine Warnung für Deutschland gebe es noch nicht, so Schreiber.

Ein Apotheker berät eine Frau
Apotheker Ronald Schreiber beantwortet dieser Tage immer wieder Fragen zu Gesichtsmasken. Bildrechte: MDR/Isabelle Fleck

Übliche Hygienemaßnahmen beachten

Zahlen, wie sich die Nachfrage nach Mundschutzen in den vergangenen Tagen entwickelt hat, gibt es nur von den Zentralen der Pharmazeutischen Großhandlungen - etwa von Noweda in Essen und Phoenix in Mannheim. So teilt Sprecher Jacob-Nicolas Sprengel von Phoenix mit, dass die Nachfrage nach Mundschutz-Masken generell stark gestiegen" ist. "

Aktuell ist der Anstieg deutschlandweit bis zu zehn Mal höher als im Regelfall. Phoenix hat deshalb bereits vorsorglich die Bevorratung aufgestockt". Konkrete Zahlen nennt Sprengel dabei nicht.

In Paris ist die Nachfrage nach Atemmasken um 43 Prozent gestiegen. Allerdings gibt es in Frankreich auch bestätigte Fälle des Corona-Virus. Am Pariser Hauptflughafen Roissy-Charles de Gaulle, an dem täglich mehrere Flüge aus China landen, lagen die Verkaufszahlen in einer Apotheke bei 240 Stück in einer Viertelstunde.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekenverbände erklärte, die "üblichen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen" seien wichtiger im Kampf gegen die neue Lungenkrankheit als "begrenzt hilfreiche" Masken.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 28. Januar 2020 | 09:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 19:17 Uhr

7 Kommentare

Lucas vor 3 Wochen

weiter so mit der Panikmacherei, dann laufen bald alle Deutschen mit z. B. Mundschutz herum. Die hiesige Medizin/Gesundheitswesen ist bestens gerüstet.

Durchblick vor 3 Wochen

Ich finde es verantwortungslos einen solchen Medienrummel zu veranstalten, wenn ein Virus letztendlich gar nicht so schlimm ist. Es ist jetzt das x-te Mal, dass sich die Gefahr in Luft auflöst. Die Vermeldungen nimmt man nicht mehr ernst, wenn Ärzte die Patienten bereits aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Horst Schlaemmer vor 3 Wochen

Masken ausverkauft. Halb so schlimm. Da ja die hiesigen medizinischen Masken Corona-Viren eh nicht abhalten können, kann jeder für das eigene gute Schutzgefühl bedenkenlos auf Karnevalsmasken zurückgreifen.

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