Bildung Regulärer Schulunterricht in Thüringen nicht vor Ende April

In Thüringen würden Schüler selbst bei einem zügigen Ende der Corona-Beschränkungen erst Ende April wieder regulär unterrichtet.

Kerstin Schröter, Fachlehrerin für Biologie und Chemie, gibt einer neunten Klasse eine Biologiestunde am Tag der offiziellen Übergabe des Schulneubaus des Kyffhäusergymnasiums in Bad Frankenhausen.
Biologie-Unterricht am Kyffhäusergymnasium in Bad Frankenhausen. Bildrechte: dpa

Bildungsminister Helmut Holter (Die Linke) sagte der "Thüringischen Landeszeitung" (€), Bund und Länder würden erst kurz vor Ende der Thüringer Osterferien (6. April bis 18. April) entscheiden. Falls es bei dem Krisengipfel am 16. April "grünes Licht" gebe, brauche man noch mindestens eine Woche, bis der reguläre Schulbetrieb wieder beginnen könne. In Thüringen sind die Schulen seit 17. März landesweit geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen.

Bildungsministerium spricht von "Anlaufzeit"

Ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte am Freitag, mit regulär sei ein "Vollbetrieb der Schulen mit regulärem Stundenplan" gemeint. Dieser könne "realistischerweise erst nach einer rund einwöchigen Anlaufzeit wiederhergestellt" sein. So müsse der Schülerverkehr "pandemiefest" geregelt sein. Lehrer und Schüler bräuchten einige Tage, um zu einem geregelten Schulbetrieb zurückzukehren.

Eine Verschiebung oder verkürzte Sommerferien sind momentan im Freistaat kein Thema. Der Ministeriumssprecher betonte, dank des relativ späten Ferienbeginns gebe es noch ausreichend Zeit, um das Schuljahr ordentlich zu Ende zu bringen. Es gebe auch keine nennenswerten Pfingstferien wie in anderen Bundesländern. Das Schuljahr 2020 endet in Thüringen am 17. Juli.

Klassenfahrten und Wandertage fallen aus

Prüfungstermine sollen laut Holter erst dann festgelegt werden, wenn klar ist, dass die Schule wieder beginnt. Bereits am Donnerstag hatte Holter festgelegt, dass bis zum Schuljahresende alle Klassenfahrten und Wandertage abgesagt werden müssen. Die Stornokosten will das Land erstatten.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/seg

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 03. April 2020 | 19:00 Uhr

2 Kommentare

Demokrat vor 28 Wochen

Höchste Zeit, die Schulen nach den vermisten Ferien endlich wieder zu öffnen! Schließlich gibt es einen staatlichen Bildungsauftrag. Der derzeitige Zustand ist unerträglich, begünstigt Lagerkoller und häusliche Gewalt, führt bei Frauen leicht zu Doppel- und Dreifach-Belastung! Die Läden zu öffnen, die Schulen aber nicht, ergibt keinen Sinn. Für die Innenstädte ist die Lage katastrophal, ebenso für manchen Beschäftigten, dem gerade dann dauerhafte Arbeitslosigkeit droht, wenn der jetzige Ausnahmezustand nicht bald beendet wird.
Das Durchschnittsalter der an Corona Verstorbenen liegt bei 80 Jahren, etwa zwei Drittel sind Männer. Das relativiert die Corona-Gefahr doch etwas. Da sollen sich lieber die Risikogruppen besser schützen und zuhause bleiben, die hygienischen Zustände dort in den Heimen verbessert werden, als dass ein ganzes Volk in Sippenhaft genommen wird. Für Frauen ist das zuhause dagegen selbst in Corona-Zeiten (oder vielleicht gerade in der Krise) der allergefährlichste Ort!

martin vor 28 Wochen

Ob die Schulen wirklich der sinnigste Ort sind, um die Einschränkungen zurück zu nehmen, wage ich zu bezweifeln. Das RKI hat vor einigen Tagen ja darauf hingewiesen, dass jetzt die Ansteckung eher in den Familie stattfinden und wie in den Schulen der notwendige Abstand von 1,5 m gewahrt werden soll, das wissen vermutlich auch nur die Ministerialen in ihren Einzelbüros....

Dass die Jugendlichen selbst nicht zur Risikogruppe gehören mag zwar stimmen - aber es soll auch noch Familienangehörige geben. Und wenn die Infektionszahlen danach wieder kräftig ansteigen, dann werden die Schulen wieder dicht gemacht? Und der Lehrermangel wird durch Corona auch gelöst?

Ich finde, die Verantwortlichen sollten erst einmal zusehen, dass die Abiturienten halbwegs fair ihre Abiturprüfungen machen können und die Regelschüler ihre Abschlussprüfungen. Und wenn danach weitere Möglichkeiten bestehen, dann sollen sie den Schulbetrieb Stück für Stück wieder aufnehmen.

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