Pandemieplan Coronavirus: Thüringen auf möglichen Ausbruch vorbereitet

Der Thüringer Influenza-Pandemieplan kann in weiten Teilen auch für das Coronavirus übernommen werden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Arztpraxen rüsten sich für den möglichen Ausbruch von Erkrankungen durch das neuartige Virus.

Ein Stethoskop liegt auf einem Zettel mit der Aufschrift Coronavirus.
Patienten mit Grippeverdacht werden stichprobenartig auf das neue Coronavirus untersucht. Bildrechte: Colourbox.de

Thüringen ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf einen Ausbruch des Coronavirus vorbereitet. Seit Ende Januar gebe es einen Koordinierungsstab, teilte ein Sprecher des Ministeriums mit. Der vorliegende Influenza-Pandemieplan könne in weiten Teilen auch für das Coronavirus übernommen werden.

Was genau im Thüringer Influenza-Pandemie-Plan steht, ist für jeden sichtbar: Er ist auf der Seite des Gesundheitsministeriums veröffentlicht und basiert auf dem Nationalen Pandemieplan, der vom Bundesgesundheitsministerium empfohlen wurde. In dem Plan vom Februar 2009, der eigentlich für die Grippe aufgestellt wurde, ist festgehalten, wie Menschen medizinisch versorgt werden oder wie Ärzte, Pfleger und die Bevölkerung zu informieren sind.

Im schlimmsten Fall geht der nationale Influenza-Pandemie-Plan von 30 Prozent Erkrankten aus. Heruntergerechnet auf Thüringen bedeutet dies, dass zum Höhepunkt einer Grippe-Pandemie täglich 330 Patienten in Kliniken eingewiesen werden müssten.

Wichtig: Normale Hygieneregeln einhalten

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) in Thüringen arbeitet für den Fall eines größeren Corona-Ausbruchs an einem Hausbesuchsdienst-Konzept. Die niedergelassenen Ärzte würden ständig mit aktuellen Informationen des Robert-Koch-Instituts zum Virus versorgt, sagte die KV-Vorsitzende Annette Rommel.

Zudem habe die Kassenärztliche Vereinigung dem Thüringer Gesundheitsministerium mitgeteilt, wieviel Schutzkleidung und Atemmasken die Praxen benötigten. Viele niedergelassene Ärzte hätten sich diese aber schon selbst besorgt. Grund zur Panik sieht Annette Rommel nicht. Das Wichtigste sei, normale Hygieneregeln einzuhalten.

In Thüringen gibt bislang keine Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2, das jüngst bei Menschen in mehreren Bundesländern nachgewiesen wurde. Eine Handvoll Verdachtsfälle seit Anfang Februar in Thüringen hatten sich nicht bestätigt.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 27. Februar 2020 | 07:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 27. Februar 2020, 15:21 Uhr

14 Kommentare

G. Schmitz vor 5 Wochen

Eigentlich schon, dachte ich auch vor den Schulungen. Richtiges Händewaschen dauert mindestens 20 Sekunden, wenn man alles beachtet. Hände, Handrücken, Fingerzwischenräume, Daumen..
Über den Waschbecken hängen sogar Grafische Anweisungen wie man Schritt für Schritt richtig die Hände wäscht. Selbst der Seifenspender soll/darf nur aus hygienischen Gründen mit dem Ellenbogen bedient werden.
Und selbst bei der kleinsten Erkältung dürfen wir nicht mehr arbeiten und müssen wg. der Infektionsgefahr Zuhause bleiben, da wir Essen an Kitas und Schulen liefern.

G. Schmitz vor 5 Wochen

Gerade durch die Hände werden 80% der Keime, Pilze, Bakterien und Viren übertragen, von daher ist korrektes Händewaschen richtig.

Ich arbeite im Catering. Dort gelten sehr strenge Regeln bei der Verarbeitung von Lebensmitteln. U.a. werden wir jedes Jahr erneut in Sachen Hygieneverordnung geschult. Richtiges Händewaschen ist das A und O. Bei der letzten Schulung wurde eine Testlotion die nur unter UV-Licht sichtbar ist auf unsere Hände übertragen. Mit eindeutigem Ergebnis, alles was wir berührt haben; Gläser, Teller, Besteck, Lebensmittel wurde unter dem UV-Licht sichtbar.
Dieser Versuch ist auch als Ekel-Experiment bekannt.


Hans Dampf vor 5 Wochen

Na das ist doch wieder mal was genau nach dem Geschmack unserer Herrscher. Mit diesem Grippemist kann man schön von wichtigen Sachen ablenken. Der Bürger wird zum hammstern animiert und in zwei Monaten redet keiner mehr drüber. Da ist dann aber ein Impfstoff verfügbar mit dem sich der Staat eingedeckt und im nächsten Jahr wieder wegschmeißt. Irgendwie alles schon mal da gewesen.

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