Vorbereitungen und Hotline Thüringen rüstet sich für mögliche Ausbreitung des Coronavirus

Das Coronavirus breitet sich in Deutschland aus. Auch in Thüringen wird über das weitere Vorgehen beraten. Bei einem Infektionsverdacht sollen sich Betroffene bei ihrem Hausarzt oder dem Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung melden - und nicht einfach in der Praxis vorbeikommen.

Eine Frau trägt vor einer Apotheke eine Mund- und Nasenmaske.
Atemmasken sind vielerorts ausverkauft. Effektiver seien grundlegende Hygieneregeln, sagen Mediziner. Bildrechte: dpa

Das Thüringer Gesundheitsministerium hat die Lage zum möglichen Ausbruch des Coronavirus neu bewertet und zu besonderer Vorsicht aufgerufen.

Bei einem Treffen des Krisenstabes sei zudem über das weitere Vorgehen beraten worden. Um der Verbreitung von Corona- oder auch Grippe-Erregern vorzubeugen, sei es wichtig, die grundlegenden Hygiene-Regeln einzuhalten. So sollte nur in ein Taschentuch oder in die Armbeuge geniest werden.

Bei Verdacht: Nicht direkt zum Arzt gehen

Bei einem konkreten Infektionsverdacht sollten sich die Thüringer über den Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung melden oder den Hausarzt anrufen. Wichtig sei es, keine Arztpraxis oder Notaufnahme aufsuchen, dadurch könnten im Zweifel andere Patientinnen und Patienten angesteckt werden.

Welche Symptome treten auf? Bei den in Deutschland bekannt gewordenen Fällen äußerte sich die Erkrankung durch Erkältungssymptome. Die Erkrankten hatten Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber, einige auch Durchfall. Nur bei einem Teil der Patienten scheint das Virus nach Angaben des RKI mit einem schwereren Verlauf einherzugehen und zu Atemproblemen und Lungenentzündungen zu führen.

Corona-Hotlines
Arztruf der Kassenärztlichen Vereinigung 116 117
Landesamt für Verbraucherschutz 0361 - 573 815 099
Hotline der Stadt Weimar 03643 - 762 555

Zusätzliche Untersuchungsstation in Weimar

Auch die Kommunen bereiten sich auf ein mögliches Auftreten des Coronavirus vor. In Weimar wurde ein Krisenstab einberufen. Die Klassikerstadt entschied wegen der vielen internationalen Gäste und Studierenden, ab Freitagmittag eine Hotline zu schalten. Zudem wurde eine zusätzliche Untersuchungsstation aufgebaut, in der Tests auf das Virus zentral möglich sind. Aus personellen Gründen würden im Gegenzug Schuleingangsuntersuchungen vorerst ausgesetzt, hieß es.

Ein Schild mit Hinweise zum Corona-Virus hängt an einer Glastür.
Liegt der Verdacht auf eine Coronavirus-Infektion nahe, sollen Kliniken und Arztpraxen nicht einfach betreten werden. Darauf weist auch das Klinikum Weimar am Eingang hin. Bildrechte: MDR/Siegfried Haarbeck

Klinikum in Gera bereitet Isolationszimmer vor

Das SRH Waldklinikum in Gera hält für mögliche Corona-Verdachtsfälle 17 spezielle Isolationszimmer vor. Wie Krankenhaus-Sprecherin Katrin Wieser MDR THÜRINGEN sagte, haben sich im SRH-Verbund Ärztliche Direktoren, Fachleute für Hygiene und des Deutschen Beratungszentrum abgestimmt. Vor dem Hintergrund erster Lieferengpässe habe das Krankenhaus in Gera auch den Vorrat an Schutzbrillen, Atemmasken, Desinfektionsmittel und Schutzkitteln deutlich aufgestockt.

Robert-Koch-Institut informiert Arztpraxen

Der Landkreis Schmalkalden-Meiningen hat eine Informationskampagne mit wichtigen Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus auf der Internetseite des Kreises gestartet. Auch der Kreis Hildburghausen informiert auf seiner Internetseite über typische Anzeichen und wie sich Betroffene bei konkretem Infektionsverdacht verhalten sollen.

Die niedergelassenen Ärzte im Freistaat rüsten sich für den Fall eines größeren Ausbruchs. Die Kassenärztliche Vereinigung bereitet das Konzept für zusätzliche Hausbesuchsdienste vor. Praxen würden ständig sachgerecht mit aktuellen Informationen des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) zum Virus versorgt, betonte Rommel. Zudem sei dem Thüringer Gesundheitsministerium der Bedarf der Praxen an Schutzkleidung und Atemmasken übermittelt worden. Viele niedergelassene Ärzte hätten sich diese aber schon selbst besorgt.

Nicht nur Mediziner und Behörden rüsten sich, auch die Menschen. Apotheken sind derzeit hoch frequentiert. Hilfsmittel wie Atemmasken und Desinfektionslösung sind vielerorts ausverkauft.

Quelle: MDR THÜRINGEN/mm

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 28. Februar 2020 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

MAENNLEiN-VON-DiESER-WELT vor 23 Wochen

Ist zu befürchten, dass die Wahl des neuen Thüringer Ministerpräsidenten (zweiter Wahltag) und die Landtagssitzung in der nächsten Woche der CORONA zum Opfer fällt und abgesagt werden muss ?

MDR-Team vor 24 Wochen

Hallo DaniMue,
Aufgabe der Medien ist es, über aktuelle Ereignisse zu berichten. Hierzu zählen auch die Entwicklungen rund um den Coronavirus. Zu groß angelegten Schließungen kam es allerdings nicht. Aufgrund eines Verdachtsfalles wurden am Freitag in Ichtershausen lediglich eine Schule sowie einige öffentliche Einrichtungen geschlossen.

DaniMue vor 24 Wochen

Ich kann es nicht mehr lesen /hören!
Jeder zweite Artikel, egal bei welchem Nachrichtenanbieter, handelt vom Coronavirus.
Es gibt etliche davon, in denen steht, dass man um Gottes Willen keine Panik verbreiten soll.
Aber genau das tun doch die Medien!
Es gibt Belege dafür, dass eine Grippe weitaus mehr Todesopfer aufweist, als dieses neuartige Virus.
Schulen, Firmen, Kindergärten werden geschlossen, weil irgendeiner niest?
Ich frage mich, wer für den wirtschaftlichen Ruin irgendwann den Kopf hinhalten wird!
Wahrscheinlich niemand

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