Fragen und Antworten So sollen Corona-Impfungen in Thüringen ablaufen

Das Thüringer Kabinett hat eine Corona-Impfstrategie beschlossen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums könnten bis Mitte Januar etwa 60.000 Menschen in Thüringen geimpft werden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wer übernimmt die Impfung?

In Thüringen sollen 29 Impfstellen eingerichtet werden. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt erhält mindestens eines, die Städte Erfurt, Jena und Gera zwei. Die Anlaufstellen befinden sich entweder in den Abstrichstellen oder in den Räumen des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Sie sollen werktags zwischen sechs und zwölf Stunden geöffnet sein.

Außerdem sollen zehn mobile Teams gebildet werden, die unter anderem in Senioren- und Pflegeheime fahren. Das Personal von Pflegeheimen und Krankenhäusern soll vor Ort geimpft werden - auch mithilfe von Betriebsärzten und niedergelassenen Ärzten.

Wann ist mit dem Start zu rechnen?

Das hängt davon ab, wann die ersten Impfdosen zur Verfügung stehen. Kassenärztliche Vereinigung und Thüringer Gesundheitsministerium rechnen damit, dass dies frühestens im Januar 2021 so weit ist. Die Impfzentren sollen aber schon Mitte Dezember startklar sein - für den Fall, dass dann schon ein Impfstoff auf dem Markt sein sollte.

Wie viele Impfungen sind nötig?

Um einen Schutz vor einer Corona-Infektion zu erreichen, sind zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen nötig.

Mit wie vielen Impfdosen kann Thüringen vorerst rechnen?

Nach jetzigem Stand geht Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) zunächst von etwa 125.000 Impfdosen aus, sobald ein Impfstoff auf dem Markt ist. Damit könnten etwa 60.000 Menschen mit den zwei erforderlichen Einzelimpfungen versorgt werden. Zum Erreichen der sogenannten Herdenimmunität müssten sich 60 Prozent der Thüringer impfen lassen. Experten gehen von insgesamt 2,2 Millionen benötigten Impfdosen im Land aus.

Wer wird zuerst geimpft?

Es gibt Empfehlungen zur Rangfolge von Ständiger Impfkommission (Stiko), Deutschem Ethikrat und Nationaler Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Demnach sollen etwa Pflegebedürftige, vorerkrankte Menschen, medizinisches Personal vorrangig an die Reihe kommen, aber auch für das Funktionieren des gesellschaftlichen Alltags wichtige Berufsgruppen wie Polizisten oder Rettungskräfte.

Eine endgültige Empfehlung der Stiko kann es aber erst dann geben, wenn klar ist, welcher Impfstoff zuerst auf dem Markt ist, weil die Präparate sich teilweise auch in ihrer Eignung für die einzelnen Altersgruppen unterscheiden können.

Warum wird nicht beim Hausarzt geimpft?

Derzeit ist das noch nicht möglich. Das hängt mit den Ansprüchen an die Lagerung bei einem der erwarteten Impfstoffe zusammen. Dieser muss bei minus 80 Grad gekühlt werden. Praxen niedergelassener Ärzte verfügen meist nicht über solche speziellen Kühlmöglichkeiten.

Der Impfstoff wird in Thüringen zentral in zwei streng bewachten Kühllagern aufbewahrt. Erst wenn ausreichend und in der Lagerung weniger anspruchsvolle Impfstoffe zur Verfügung stehen, sollen die Hausärzte eingebunden werden.

Wie und ab wann bekommt man einen Impftermin?

Termine werden entweder online über die Website www.impfen-thueringen.de vergeben oder für Menschen, die nicht über einen Internetzugang verfügen, unter der Telefonnummer (03643) 49 50 490. Wer einen Termin haben möchte, muss nachweisen, dass er einer vorrangig zu impfenden Bevölkerungsgruppe angehört.

Wie sind die Impfzentren personell ausgestattet?

Laut der KV Thüringen werden für den Betrieb der Einrichtungen rund 360 ärztlich und nichtärztliche Beschäftigte benötigt, um zwei Schichten von Montag bis Freitag besetzen zu können. Bisher haben sich 500 Ärzte freiwillig für den Impfeinsatz gemeldet. Die Standesorganisation geht davon aus, dass wöchentlich etwa 29.000 Menschen geimpft werden können.

Wie viele Thüringer wollen sich impfen lassen?

Das ist unklar. Eine Impfpflicht soll es nicht geben. In einer aktuellen Umfrage gaben über 80 Prozent der Befragten mit Wohnsitz in Thüringen an, sich "sofort" oder "nach einiger Zeit" impfen lassen zu wollen. Bundesweit gab in einer Umfrage des ARD-DeutschlandTrend mit 71 Prozent eine deutliche Mehrheit der Befragten an, sich "auf jeden Fall" oder "wahrscheinlich" impfen lassen zu wollen.

Quelle: MDR THÜRINGEN/sar, dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 01. Dezember 2020 | 18:15 Uhr

27 Kommentare

Berliner In Thueringen vor 7 Wochen

Natürlich können wir hier rechnerisch die werte hoch (Abzug z.B. von Kleinkindern) oder runter rechnen (Doppeldownloads). Aber das war nicht Sinn meines Kommentars.

Ich wollte damit sagen, dass es offensichtlich immer einen großen Unterschied zwischen den Werten aus Umfragen gibt, was Menschen machen wollen (x Proz wollen die Warn-App downloaden, sich impfen lassen) und dann was die Menschen tatsächlich machen.

Mensch vor 7 Wochen

Eine App ist zumindest nicht in Ihrem Körper, auch wenn sie ihr Bewegungsprofil offenbart. Ein Virus auf Ihrem Smartphone tötet Sie nicht. Ein Gift in Ihrem Körper ist was anderes. Ein Impfstoff auch.

Mensch vor 7 Wochen

Ich kann die Frage "Wieso wurde eine Haftung für Folgeschäden durch den Impfstoffhersteller durch die Regierung in: `der Steuerzahler übernimmt alle Folgeschäden´ umgewandelt? leider nicht finden. Versuchen Sie gerne, Ihren Irrglauben aufrecht zu halten! MDR: Im Falle der Zensur: BEWEISEN sie das Gegenteil!

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