Covid-19 Corona-News für Thüringen vom 9. Januar: Landkreis Hildburghausen verfügt 15-Kilometer-Mobilitätsgrenze

Die Thüringer CDU kritisiert die Corona-Bildungspolitik, in den Wintersport-Orten im Freistaat wird am Wochenende stärker kontrolliert. Die Corona-News des Tages im Überblick.

Rathaus und Marktplatz in Hildburghausen
Der Marktplatz in Hildburghausen. Bildrechte: imago/Schöning

Hildburg-hausen | Kreis verbietet Wintersport-Tagesausflüge

Der Südthüringer Landkreis Hildburghausen will sich aufgrund der hohen Infektionszahlen vor Wintersportbesuchern abschotten. Vom kommenden Montag an sind Tagesausflüge zum Zwecke sportlicher Betätigung und Bewegung an der frischen Luft in das Kreisgebiet untersagt. Das geht aus der neuen Verordnung des Landkreises hervor, die am Samstag veröffentlicht wurde.

In dem Kreis liegt unter anderem der bei Wintersportfans beliebte Ausflugsort Masserberg. Auch die Bewohner des Kreises dürfen sich demnach nur noch im Umkreis von 15 Kilometern ihres Wohnortes sportlich betätigen oder an der frischen Luft bewegen. Das Verbot gilt bis Ende Januar. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag nach Angaben des Landratsamtes am Samstag bei 424,1.

Thüringen | Zahl der Trauungen geht trotz Corona nicht zurück

Die Corona-Pandemie wirkt sich in diesem Jahr bisher kaum auf die Zahl der Trauungen aus. Der Stand der Anmeldungen ist aktuell auf einem ähnlichen Niveau wie im Vorjahr, heißt es vom Verband der Thüringer Standesbeamten. Viele Paare lassen sich demnach standesamtlich trauen und verschieben die Feier auf einen späteren Termin. Einen leichten Rückgang bei den Anmeldungen für eine Hochzeit verzeichneten die Standesämter in Gera, Weimar, Erfurt und der Landgemeinde Am Ettersberg.

Erfurt | Mehr als 12.000 aktive Corona-Infizierte in Thüringen gemeldet

Die Zahl aktiver Corona-Infektionen hat erneut die 12.000-er-Schwelle überschritten. Am Samstag haben die Gesundheitsämter 350 neu nachgewiesene Infektionen gemeldet. Damit gelten nun 12.273 Menschen als akut erkrankt. Dennoch sind das 2.000 aktive Fälle weniger als vor zwei Wochen. Die Zahl verstorbener Infizierter in Thüringen stieg um zehn auf 1.352. 204 Corona-Patienten werden momentan in Thüringen intensivmedizinisch betreut.

Die meisten nachgewiesenen Infektionen rechnerisch bezogen auf 100.000 Einwohner weist aktuell der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt auf. Die Sieben-Tages-Inzidenz beträgt dort 477. Es folgen der Landkreis Hildburghausen mit 424 und das Altenburger Land mit 421. Einzig die Stadt Jena und der Landkreis Nordhausen liegen in Thüringen aktuell unter der Schwelle von 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

Jena | Wirtschaftsvertreter warnen vor Zwangspause

Regionalvertreter des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft halten einen Wirtschafts-Lockdown für nicht umsetzbar. Die Forderung des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (LINKE) käme einem "Todesstoß für die Mehrheit der mittelständischen Thüringer Unternehmen" gleich, sagten die Verbandsvertreter Dietmar Winter und Ringo Siemon am Samstag.

Sie warnen vor zahlreichen Insolvenzen und massiver Arbeitslosigkeit. Eine wirtschaftliche Zwangspause gefährde internationale Lieferketten. Zudem widerspreche sie den Aussagen, dass das Corona-Virus vor allem im privaten Bereich verbreitet werde.

Thüringen | Verschärfte Corona-Regeln ab 10. Januar

Ab Sonntag gelten in Thüringen schärfere Corona-Regeln. Die zugehörige Verordnung wurde vom Gesundheitsministerium am Samstagnachmittag veröffentlicht. Hier lesen Sie im Überblick, was ab dem 10. Januar in Thüringen gilt.

Hildburg-hausen | Landkreis legt 15-Kilometer-Radius fest

Im Landkreis Hildburghausen gilt ab Montag eine 15-Kilometer-Mobilitätsgrenze. Sport und Bewegung im Freien sind der neuen Allgemeinverfügung zufolge nur in diesem Radius um den eigenen Wohnort erlaubt. Begründet wird das mit den steigenden Corona-Infektionszahlen.

Versammlungen, Gottesdienste und Sitzungen von Kommunalparlamenten sind verboten. In Krankenhäusern herrscht Besuchsverbot. Ausgenommen von den Verboten sind Seelsorge und Sterbebegleitung. Die Allgemeinverfügung gilt zunächst bis 31. Januar 2021. Bei Verstößen drohen Geldbußen bis 25.000 Euro.

Deutsch-land | Der MDR-AKTUELL-Ticker

In Deutschland sind nun eine halbe Million Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Die Kanzlerin hat erneut den Nutzen von konsequentem Handeln zur Pandemie-Eindämmung hervorgehoben. Aktuelles im Ticker.

Ein Polizeifahrzeug steht vor dem zukünftigen Impfzentrum für das Vogtland. mit Video
Das Impfzentrum in Treuen im Vogtlandkreis hat bereits einen Tag vor dem offziellen Start den Betrieb aufgenommen. Bildrechte: dpa

Oberhof | Ausflugsverkehr bislang beherrschbar

Der Thüringer Wald hat auch am Samstag wieder zahlreiche Ausflügler in den Schnee gelockt. Parkplätze etwa rund um Neuhaus am Rennweg im Landkreis Sonneberg, Ilmenau und Masserberg im Landkreis Hildburghausen waren bis zum Mittag gut gefüllt.

Wintersport und Tagesgäste im Thüringer Wald
Bildrechte: MDR/Bettina Ehrlich

Laut Polizei gab es zwar regen Anreiseverkehr, aber keine gravierenden Situationen. Ein Sprecher der Landeseinsatzzentrale sagte, es sei alles mit kurzfristigen Verkehrsumleitungen beherrschbar gewesen. Es seien auch keine Verstöße gegen den Corona-Infektionsschutz festgestellt worden. Nun seien die meisten wieder auf der Heimreise.

Thüringen | Freizeitbäder kämpfen mit finanziellen Engpässen

Die Thüringer Freizeitbäder haben ein wirtschaftlich schwieriges Jahr hinter sich. Der doppelte Corona-Lockdown im Frühjahr und Herbst hat bei vielen zu finanziellen Engpässen geführt. Jetzt hoffen sie auf ein baldiges Ende der Schließungen und auf eine Rückkehr der Gäste.

Erfurt | CDU-Fraktion kritisiert Corona-Bildungspolitik

Die Thüringer CDU-Landtagsfraktion kritisiert die Corona-Politik der Landesregierung im Bildungsbereich scharf. Niemand wisse mehr, was gelte. Lehrer, Schüler und Familien würden mit vagen Ankündigungen allein gelassen, sagte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Christian Tischner am Samstag. Erst sei beispielsweise von Coronatests vor Schulantritt die Rede gewesen, dann wieder nicht.

Arbeitshefte und ein Tablet liegen auf einem Tisch.
Bildrechte: MDR/Grit Hasselmann

Laut Tischner mangelt es seit Monaten an einem funktionierendem, professionellem Krisenkonzept. Stattdessen gebe es unzählige Unklarheiten hinsichtlich der Kommunikationswege, der Prüfungsanforderungen, der Präsenzpflicht und erlaubter digitaler Angebote. Das bleibe selbst für engagierte Pädagogen unübersichtlich, so Tischner. So verspiele die Landesregierung Zustimmung für notwendige Corona-Maßnahmen.

Bad Langen-salza | Erste Impfstelle eröffnet im Unstrut-Hainich-Kreis

Im Unstrut-Hainich-Kreis öffnet am kommenden Mittwoch eine erste Corona-Impfstelle in Bad Langensalza. Das teilte das Landratsamt am Samstag mit. Am 3. Februar soll dann eine zweite Impfstelle in Mühlhausen ihren Betrieb aufnehmen.

Die Impfstellen werden von der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen (KV) betrieben. Die KV vergibt auch die Impftermine, die telefonisch unter 03643-4950490 oder online unter www.impfen-thueringen.de vereinbart werden können. Berücksichtigt werden zunächst besonders gefährdete Menschen, wie Hochbetagte und Risikopatienten.

Neuhaus am Rennweg | Verstärkten Kontrollen in Wintersport-Orten

Mit verstärkten Kontrollen wollen die Wintersportorte im Thüringer Wald einem möglichen Ansturm von Tagesgästen begegnen. Neuhaus am Rennweg und Masserberg werden die Gäste zum Umdrehen oder Weiterfahren veranlassen, sobald die Parkplätze voll sind. Auch im Ilm-Kreis und Suhl kontrolliert die Polizei stichpunktartig in den Wintersportgebieten.

Die vielen Tagesausflügler hatte während der Feiertage zum Jahreswechsel sowie an den Wochenenden für teilweise chaotische Verhältnisse gesorgt. Die Skilifte in Thüringen bleiben bis mindestens Ende Februar geschlossen. Oberhof sollten Tagesgäste wegen des Biathlonweltcups bis zum 17. Januar meiden.

Merkers | Keine weiteren Infektionen in Flüchtlingsheim

Im Flüchtlingsheim in Merkers im Wartburgkreis sind keine weiteren Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das hat das Landratsamt MDR THÜRINGEN auf Anfrage mitgeteilt. Ende Dezember hatten sich dort 70 Menschen infiziert, darunter drei Mitarbeiter des Wachpersonals. Die Quarantäne für die insgesamt 117 Bewohner endet am Samstag.

Suhl | Inzidenzen steigen wieder

In Südthüringen sind die Corona-Inzidenzen wieder angestiegen. Den höchsten Wert verzeichnet der Landkreis Schmalkalden-Meiningen mit 358, gefolgt vom Landkreis Hildburghausen mit 354. In Suhl stieg die Zahl der neuen Fälle innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner auf 326, in Sonneberg auf 352. Das Gesundheitsamt im Hildburghausen meldete am Freitag außerdem fünf neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Eisenach | Hohe Inzidenzen wieder gesunken

In Eisenach und im Wartburgkreis sind die hohen Corona-Inzidenzwerte wieder gesunken. In Eisenach von 554 auf 294 und im Wartburgkreis von 470 auf 343. Die starken Schwankungen hängen damit zusammen, dass in den letzten Tagen Corona-Fälle und genesene Patienten nachgemeldet wurden. Das Gesundheitsamt in Gotha meldete am Freitag dagegen wieder einen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner von 300 auf 335. Auch zwei Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus sind am Freitag zu verzeichnen, einer in Eisenach und einer im Landkreis Gotha.

Apolda | Hundertwasser-Ausstellung erneut verschoben

Werke des Künstlers Friedensreich Hundertwasser werden frühestens ab 13. Februar in Apolda zu sehen sein. Das Kunsthaus Avantgarde hat die Eröffnung der geplanten Ausstellung "Schönheit ist ein Allheilmittel" noch einmal verschoben.

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Die Gebärde des Tages heute: "Hundertwasser".

Do 22.09.2016 11:14Uhr 00:08 min

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Ursprünglich sollte die Schau am 16. Januar eröffnet werden. Corona-bedingt könne das aber nicht funktionieren, hieß es. Der Leihgeber habe der Verschiebung zugestimmt. Die Ausstellung werde gegebenenfalls bis in den Herbst hinein verlängert, teilte das Kunsthaus mit.

Erfurt | Tiefensee gegen Aufstocken der Bundeshilfen

Das Land Thüringen stockt die November- und Dezemberhilfen des Bundes nicht mit eigenen Mitteln auf. Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) hat entsprechende Vorschläge der Linken als "ehrenwert, aber unpraktikabel" zurückgewiesen. So unzufrieden man mit dem Auszahlungstempo sei, nicht umsetzbare Vorschläge seien keine Hilfe, sagte er. Selbst wenn ein ländereinheitlicher Prozess zustande käme - und der wäre Voraussetzung - würde das bedeuten, dass sich die Auszahlungen noch einmal massiv verzögerten. Im Moment kommen laut Tiefensee die Auszahlungen ins Laufen, es sei deshalb kontraproduktiv, die Diskussion von vorn zu beginnen.

Das waren die Corona-News vom 8. Januar:

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 09. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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