Covid-19 Corona-News für Thüringen vom 6. Januar: Höcke revidiert Aussage

Thüringens AfD-Chef Höcke revidiert teilweise seine Aussage zum Ende der Corona-Pandemie. Die Gesundheitsämter melden 48 weitere Todesfälle. Und: Die Winterferien in Thüringen werden vorgezogen. Mehr dazu in den Corona-News.

Björn Höcke mit einer Mund-Nasen-Bedeckung mit der Aufschrift 'Meinungsfreiheit' beim Landesparteitag der Thüringer AfD.
Björn Höcke Bildrechte: dpa

Ticker-Ende

Das waren die Corona-News für Thüringen von Mittwoch, 6. Januar 2021. Am Donnerstag berichten wir in einem neuen Ticker über Entwicklungen im Zusammenhang mit der Pandemie im Freistaat.

Thüringen | Corona-Zahlen vom Mittwoch

Die Zahl der aktiven Corona-Infektionen ist im Vergleich zu vor zwei Wochen gesunken. Die Gesundheitsämter meldeten am Mittwoch 11.839 aktive Fälle, das waren fast 840 weniger als am Tag vor Weihnachten. Dennoch gab es innerhalb eines Tages wieder 1.256 neue Infektionen und 48 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit Corona.

Ministerpräsident Bodo Ramelow wies am Dienstag darauf hin, dass ein Teil der Zahlen gegenwärtig nicht abgebildet werde. So sei beispielsweise über die Feiertage weniger getestet worden. Vor dem 17. Januar traue sich das Robert-Koch-Institut deshalb keine Analyse der Gesamtsituation zu, so Ramelow.

Thüringen | Polizei kontrolliert auf Autobahnen wegen möglicher Querdenker-Aktion

Mit einem Großaufgebot kontolliert die Polizei die Thüringer Autobahnen. Hintergrund sind Absprachen sogenannter Querdenker, gezielt den Verkehr auf wichtigen Verkehrsadern zu stören. Mehr:

Thüringen | Höcke revidiert teilweise Aussage zu Ende der Corona-Pandemie

Thüringens AfD-Chef Björn Höcke hat seine Aussage zum Ende der Corona-Pandemie teilweise revidiert. Höcke sagte MDR THÜRINGEN, als Politiker müsse man manchmal verdichtete, überspitzte Aussagen machen, um Aufmerksamkeit zu erregen. Aber natürlich gebe es Corona weiterhin, das habe er nie geleugnet. Im MDR-Sommer-Interview im August hatte Höcke noch erklärt, Corona sei vorbei und werde auch nicht wiederkommen.

Der AfD-Landeschef wiederholte allerdings die Behauptung, dass die von Corona ausgehenden Gefahren überschätzt würden. Eine Corona-Infektion sei in etwa so gefährlich wie eine Grippe. Corona sei eine herbeigetestete Pandemie, es gebe deswegen in Deutschland keine signifikante Übersterblichkeit.

Laut Studien ist Covid-19 deutlich gefährlicher und tödlicher als die Grippe. Das Statistische Bundesamt sieht außerdem eine Übersterblichkeit in der Corona-Pandemie. Vor allem seit Mitte Oktober, also mit Anschwellen der zweiten Welle, liegt die Zahl der Sterbefälle deutlich über jener der Vorjahre. In Kalenderwoche 48 (23. bis 29. November) war die Zahl der Sterbefälle gar um 14 Prozent höher als in den Vorjahren.

Sömmerda | Gesundheitsamt bekommt Hilfe

Das Gesundheitsamt Sömmerda bekommt externe Hilfe. Wie das Landratsamt mitteilte, helfen Bundeswehrsoldaten und Mitarbeiter des Robert Koch-Instituts beim Ermitteln von Kontaktpersonen. Hintergrund ist die hohe Zahl an Neuinfektionen. Auch das Gesundheitsamt Weimarer Land erhält Hilfe von außerhalb, nachdem dort einige Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden. Neben der Bundeswehr arbeiten dort temporär auch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes Weimar.

Erfurt | 500 Beschäftigte am Helios-Klinikum geimpft

Am Helios-Klinikum in Erfurt sind bis Mittwoch 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen das Coronavirus geimpft worden. Wie die Klinik mitteilte, waren am 29. Dezember rund 2.000 Impfdosen angekommen. Noch bevor eine zentrale Impfstelle eingerichtet wurde, seien die Beschäftigten direkt auf den Stationen geimpft worden, so auf der Corona-Station, den Intensivstationen und im Notfallzentrum. Die Leiterin der Neugeborenen-Intensivstation, Pia Schäffer, erhielt am Mittwoch die 500. Impfung.

Thüringen | CDU-Fraktion will besseres Impfmanagement

Nach der SPD hat auch die CDU im Thüringer Landtag das Impfmanagement der Landesregierung kritisiert. Fraktionschef Mario Voigt sagte, zuerst müssten die Impfstellen geöffnet werden. Die Landesregierung müsse dann sicherstellen, dass vor allem ältere und gebrechliche Menschen auch dorthin gelangten. Eine Möglichkeit seien Taxifahrten zu ÖPNV-Preisen.

Der CDU-Politiker schlug zudem vor, vier regionale Impf-Koordinatoren einzusetzen. Diese sollten die mobilen Impfteams steuern. Im Moment halte das Land im bundesweiten Vergleich die Rote Laterne fest in beiden Händen, so Voigt. Bereits am Dienstag hatte die SPD-Fraktion ähnliche Nachbesserungen bei der Thüringer Impfstrategie gefordert.

Erfurt | Katholisches Krankenhaus kann nicht impfen

Im Katholischen Krankenhaus konnten nach Angaben der Klinikleitung bisher noch keine Mitarbeiter geimpft werden, weil die versprochenen Impfdosen nicht angeliefert wurden. Von den rund 1.000 Beschäftigten des KKH sind 177 in die höchste Impfkategorie eingeordnet, weil sie in der Notaufnahme oder Intensivmedizin arbeiten. Im Helios-Klinikum sind nach Angaben des Ärztlichen Direktors Thomas Steinert inzwischen 600 Mitarbeiter geimpft worden. Weitere 600 zählen in die höchste Kategorie. Auch in den Erfurter Altenheimen läuft das Impfen nur schleppend an. Dort liege die Impfbereitschaft der Bewohner zwar bei fast 100 Prozent, aber von 50 Altenheimen hätten erst vier impfen können, weil für die anderen der Impfstoff nicht geliefert wurde. Am 13. Januar sollen in Erfurt auch die beiden Impfzentren in der Alten Mensa des Helios-Klinikums und am Katholischen Krankenhaus starten.

Thüringen | Zusammenfassung der neuen Corona-Regeln

Die Thüringer Landesregierung hat sich auf neue Corona-Regeln verständigt, die ab 10. Januar gelten sollen. Die wichtigsten Punkte fassen wir hier im Video zusammen:

Erfurt | IHK Erfurt befürchtet Insolvenzwelle wegen verzögerter Hilfen

Dr. Cornelia Haase-Lerch
Dr. Cornelia Haase-Lerch Bildrechte: Marcel Krummrich

Die Industrie- und Handelskammer Erfurt warnt vor einer Insolvenzwelle durch verzögerte Auszahlungen der Wirtschaftshilfen. Noch immer seien die November- und Dezemberhilfen nicht komplett ausgezahlt worden, teilte IHK-Hauptgeschäftsführerin Cornelia Haase-Lerch mit. Vor allem die größeren Unternehmen treffe die zögerliche Auszahlung, da sie bis jetzt nur verhältnismäßig kleine Abschläge bekommen hätten. Viele von ihnen hätten bereits nach der ersten Coronawelle das Eigenkapital beziehungsweise die Rücklagen aufgebraucht. Die IHK fordert daher, die Überbrückungshilfen bis spätestens 31. Januar zu bearbeiten und auszuzahlen. Für die schnellere Bearbeitung sollten wie bereits im ersten Lockdown wieder öffentliche Personalressourcen gebündelt werden.

Thüringen | Holter verspricht Schulzeugnisse

Thüringen | Einzelhandel begrüßt "Click & Collect"-Erlaubnis

Der Thüringer Einzelhandel freut sich über die angekündigten eingeschränkten Verkaufsmöglichkeiten trotz des Lockdown. Geschäftsführer Knut Bernsen sagte MDR THÜRINGEN, sie seien für viele Händler die letzte Möglichkeit, noch Umsatz zu erzielen. Er bewerte es positiv, dass Kunden die Möglichkeit bekommen sollen, vorbestellte Waren in den Geschäften abzuholen. Dabei muss ohne Bargeld bezahlt werden. Das sogenannte "Click & Collect" lässt sich laut Bernsen unter Hygiene-Aspekten gut umsetzen.

Gleichzeitig forderte er erneut eine Perspektive für die Händler, wann sie ihre Geschäfte wieder öffnen können. Der Lockdown habe bisher enorme wirtschaftliche Schäden angerichtet. Seit dem ersten Herunterfahren vor knapp einem Jahr hätten die Einzelhändler bundesweit Fixkosten von zwölf Milliarden Euro gehabt. Demgegenüber seien nur 90 Millionen Euro an Hilfsgeldern geflossen, so Bernsen. Die staatlichen Hilfsprogramme seien nicht passgenau und müssten noch anders ausgestaltet werden.

Die FDP-Fraktion im Thüringer Landtag erklärte, "Click & Collect" helfe dem Einzelhandel, die hohen Einbußen beim Umsatz wenigstens teilweise auszugleichen. Gleichzeitig stelle sich die Frage, warum die Landeregierung dieses Verkaufsprinzip nicht schon im Weihnachtsgeschäft erlaubt habe. Das sei in den meisten anderen Bundesländern der Fall gewesen.

Menschen tragen volle Einkaufstüten nach Hause, aufgenommen am 24.10.2009 vor dem Einkaufs- und Erlebniszentrum nova eventis in Günthersdorf an der A9 zwischen Leipzig und Halle, einem der größten Einkaufszentren Deutschlands.
Menschen mit vollen Einkaufstüten (Symbolfoto) Bildrechte: dpa

Kyffhäuser-kreis | Alten- und Pflegeheime suchen ehrenamtliche Helfer

Die 16 Alten- und Pflegeheime im Kyffhäuserkreis suchen ehrenamtliche Helfer. Wie das Landratsamt mitteilt, werden die Ehrenamtlichen unter anderem für Corona-Schnelltests von Mitarbeitern, Bewohnern und Besuchern gebraucht. Auch bei hauswirtschaftlichen und organisatorischen Aufgaben könnten sie eingesetzt werden. Medizinische Kenntnisse seien wünschenswert aber nicht bei allen Aufgaben notwendig, so das Landratsamt.

Thüringen | Lockdown wird verlängert

Weida | Matratzen-Hersteller investiert in Masken-Produktion

Der Matratzen-Hersteller Breckle aus Weida (Landkreis Greiz) hat 1,6 Millionen Euro in neue Technik zur Maskenproduktion investiert. Corina Breckle sagte MDR THÜRINGEN, damit seien Maschinen zum Herstellen und Verpacken von OP- und FFP-2-Masken angeschafft worden. Auch in die Qualitätssicherung wurden demnach 150.000 Euro investiert. Wöchentlich laufen bei Breckle 100.000 FFP-Masken und 1,5 Millionen OP-Masken vom Band. Die Rohstoffe für die Masken kommen laut Geschäftsführung ausschließlich aus deutscher Produktion. Bei Breckle in Weida sind nach Firmenangaben 310 Mitarbeiter beschäftigt, 30 von ihnen in der Maskenproduktion.

Saale-Holzland-Kreis | Freiwillige Helfer für Pflegeheime gesucht

Im Saale-Holzland-Kreis sind Bewohner und Mitarbeiter in mehreren Pflegeeinrichtungen stark von Corona betroffen. Wie das Landratsamt mitteilte, werden für Heime in Hummelshain, Eisenberg und Bad Klosterlausnitz dringend freiwillige Helfer gesucht - sowohl Fachpersonal als auch Helfer. Im Pflegeheim "Am Lindenplatz" in Bad Klosterlausnitz sind vor allem Freiwillige für hauswirtschaftliche Tätigkeiten gefragt. Zudem seien negativ getestete Heimbewohner, die sich derzeit dennoch vorwiegend in ihren Zimmern aufhalten müssen, dankbar für Ablenkung, Gespräche und Beschäftigung.

Das waren die Corona-News vom 5. Januar:

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 06. Januar 2021 | 19:00 Uhr

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