Kampf gegen Coronavirus Das steht im Thüringer Notfall-Erlass

In Thüringen kommt das öffentliche Leben zum Stillstand. Laut einem Erlass der Landesregierung sollen öffentliche Einrichtungen wie Bars, Theater oder Schwimmbäder ab Mittwoch geschlossen werden.

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Ab Mittwoch sollen fast alle Einrichtungen des öffentlichen Lebens geschlossen bleiben. Bildrechte: MDR THÜRINGEN

Ab Mittwoch bleiben alle öffentlichen Einrichtungen in Thüringen geschlossen. Das geht aus einem Maßnahmenpaket der Landesregierung hervor. In dem Erlass ist unter anderem von Bars, Theatern, Schwimmbädern, Kinos sowie Sporteinrichtungen die Rede.

Gaststätten bleiben geöffnet

Gaststätten dürfen offen bleiben, sofern ihre Betreiber garantieren, dass zwischen den Plätzen jeweils ein Abstand von eineinhalb Metern besteht. Strenge Regeln sieht der Erlass für Rückkehrer aus Risikogebieten vor. Sie dürfen bis auf Weiteres weder Kindertagesstätten noch Gaststätten noch etliche andere öffentliche Einrichtungen betreten.

Bereits jetzt gilt landesweit ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern. Für Veranstaltungen mit weniger Teilnehmern gelten besonders strenge Auflagen. Etliche Kommunen haben noch strengere Regeln eingeführt. So hatte zum Beispiel Jena am Wochenende angekündigt, Kneipen, Cafés und Sporthäuser schließen zu lassen. Einen ähnlichen Schritt ging Berlin am Samstag.

Wirtschaftsvertreter reagieren mit Verständnis

Die Thüringer Wirtschaft hat mit Verständnis auf die Notverordnung der Landesregierung reagiert. Verbandssprecherin Ute Zacharias sagte MDR THÜRINGEN, dieser Schritt sei zu erwarten gewesen. Es gehe darum, dass sich das Corona-Virus langsamer verbreite und das Gesundheitssystem nicht überfordert werde.

Cornelia Haase-Lerch von der IHK Erfurt sprach von einer dramatischen Situation für die Wirtschaft. Ihren Angaben nach laufen bei der IHK die Telefone heiß, wegen der Anrufe besorgter Unternehmer.

Ramelow: Gesellschaftliches Leben runterfahren

Bodo Ramelow im Interview
Thüringen Ministerpräsident kündigte an, das gesellschaftliche Leben herunterzufahren. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte bereits am Wochenende angedeutet, dass es zu weiteren Einschränkungen im öffentlichen Leben wegen des grassierenden Coronavirus kommen wird. "Wir werden das gesellschaftliche Leben Stück für Stück, Schritt für Schritt herunterfahren", sagte Ramelow.

Besuchsverbote für Krankenhäuser

Von den nun verschärften Regeln in Thüringen sind auch Saunen, Bäder, Bordelle, Fitnessstudios und Sportanlagen betroffen, die ab Mittwoch ebenfalls schließen müssen. Zudem sollen Besuchsverbote für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen ausgesprochen werden. Laut dem Erlass ist unter bestimmten Voraussetzungen maximal ein Besucher pro Patient und pro Tag erlaubt - und nur mit Schutzmaßnahmen und Hygieneunterweisungen. Der Erlass soll zunächst bis einschließlich 19. April gelten.

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Quelle: MDR THÜRINGEN/nis,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 16. März 2020 | 16:55 Uhr

56 Kommentare

Youn8805 vor 28 Wochen

@Guter Schwabe: Was soll ich sagen, das liegt nicht an der Regierung, sondern der Unvernunft der Menschen, die nichts ernst nehmen. Was würden die Menschen machen, wenn die Regierung eine sofortige Ausgangssperre verhängt hätte? Das Geschrei WÄRE groß. Lesen Sie in diversen Foren, wie einige über die bisher getroffenen Maßnahmen denken u. welche kruden Verschwörungsgeschichten gedacht werden. Man hätte sich das Virus ausgedacht oder ausgesetzt hat, um Millionen Flüchtlinge, besonders nach Deutschland in Nacht und Nebelaktionen zu verbringen. Seltsam nur, das diejenigen keinerlei Belege für ihre Aussagen haben und Bildchen schicken, wo man gewöhnliche Gewächshäuser als von der Regierung heimlich aufgestellte Zeltstätte deklariert. Ich frage mich manchmal, wie krank und ignorant müssen die Verbreiter und die das glauben sein. Aber wie wäre es mit den Ungläubigen, ewig Besserwissenden und Bessermachenden. Fahrt`s doch nach Italien, um den Menschen dort zu helfen.

AKHB vor 28 Wochen

Würde mich unheimlich gerne selbst schützen aber leider sind uns als Physiotherapeuten sehr die Hände gebunden. Wir müssen täglich zahlreiche Menschen anfassen ohne Handschuhe und Mundschutz. Wenn nur ein Patient infiziert ist dann stecke ich täglich mindestens 10 weitere an. Es ist für mich unverständlich wie es kein Verbot für unsere Berufsgruppe geben kann. Es ist auch wirklich schön durchdacht den Desinfektionsplan aufzustocken, leider haben wir fast kein Desinfektionsmittel mehr und so schnell kann ja auch leider keines nachgeliefert werden. Das selbe ist es mit Mundschutz und Handschuhen die wir leider nicht vorrätig haben weil wir in einer privaten Praxis nicht mit Akutpatien arbeiten. Ich komme mir wirklich veralbert vor und von unserer Regierung allein gelassen. Ich kann sagen was die Leute jetz mit ihrem Arbeitsverbot machen! Sie kommen zu uns zur Massage und arbeiten Termine ab die in meiner Betrachtung geade nicht lebensnotwendig sind. Bitte stellt unseren Betrieb ein.

Guter Schwabe vor 28 Wochen

Dabei macht diese, dieser Tage wirklich das beste was man in einer derartigen Situation machen kann.

Das glauben Sie wirklich?
Beispiel, am Freitag wurde als erstes hier in Bayern die Schulen und Kitas geschlossen und was war die Schlussfolgerung vieler Eltern? Nach dem Skiurlaub mach noch noch ne Woche Urlaub im Norden. Gott sei Dank, schmeißt Schleswig Holstein die alle morgen wieder raus.

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