Die Droge Crystal Meth
In Thüringen ist über die Hälfte der bekannten Suchtkranken abhängig von Crystal Meth. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Drogenkonsum Über 8.000 Crystal-Meth-Abhängige in Thüringen

Crystal Meth ist auf dem Vormarsch und ist dabei, anderen Suchtmitteln wie Alkohol den Rang abzulaufen. In Thüringen ist inzwischen über die Hälfe der bekannten Suchtkranken abhängig von Crystal.

Die Droge Crystal Meth
In Thüringen ist über die Hälfte der bekannten Suchtkranken abhängig von Crystal Meth. Bildrechte: imago/Christian Ohde

Im vergangenen Jahr sind 8.025 Thüringer als Crystal-Meth-Abhängige bekannt geworden. Die Betroffenen sind im Alter zwischen 14 und 64 Jahren. Das geht aus der Statistik der Thüringer Landesstelle für Suchtfragen (TLS) hervor. Damit ist jeder zweite Drogenabhängige im Freistaat von dieser "Modedroge" abhängig. Wie Dörte Peter, Koordinatorin der TLS, sagte, hat die Aufputschdroge mittlerweile alle Gesellschaftsschichten erreicht: Konsumenten gebe es sowohl unter Akademikern als auch den "klassischen" Sozialfällen.

Körperlicher Verfall

Als Ursache für den weiterhin steigenden Konsum von Crystal Meth in Thüringen wird die Nähe zu den tschechischen Laboren genannt. In Tschechien wird die Droge günstig verkauft. In Thüringen solle die Droge in manchen Asia-Märkten gehandelt werden, sagte Peter. Crystal Meth gilt nach ihren Angaben weiterhin als Modedroge. Sie passe in die Zeit, die Droge wirke aufputschend. Konsumenten könnten viel und lange arbeiten. Als dramatisch gelten die schnelle Abhängigkeit, sowie der körperliche Verfall, der durch die Droge verursacht wird.

Straftaten deutlich gestiegen

Im vergangenen Jahr hat die Polizei in Thüringen 2.679 Straftaten im Zusammenhang mit Crystal Meth erfasst. Seit 2014 registrierte sie einen kontinuierlichen Anstieg dieser Delikte. Damals waren es noch 2.084.

Crystal im Abwasser nachweisbar

Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Studie ist der hohe Crystal-Meth-Konsum in Thüringen durch Rückstände im Abwasser nachweisbar. Diesen gemessenen Mengen nach ist Erfurt inzwischen mit Abstand Spitzenreiterin im europaweiten Vergleich.

Ein Mann in einem wissenschaftlichen Labor im Interview 1 min
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Rückstände sind unbedenklich

Mit 211,3 Milligramm liegt der Wert um mehr als das hundertfache über den in Berlin gemessenen Rückstände im Abwasser. Aus Sicht von Experten ist das aber kein Grund zur Besorgnis. Andreas Raab, Leiter des Instituts für Wasser und Umweltanalytik in Luisenthal, sagte dem THÜRINGEN JOURNAL, dass die erfasste Menge an Crystal Meth im Vergleich zu Arzneimittel-Rückständen oder Hormonen auch sehr gering sei.

Die sind gesundheitlich völlig unbedenklich. Die im Abwasser gefundenen Konzentrationen werden durch die Reinigungsleistung der Kläranlage nochmal deutlich reduziert.

Andreas Raab, Wasser- und Umweltanalytik

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Thüringen Journal | 15. März 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. März 2019, 23:34 Uhr

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6 Kommentare

17.03.2019 14:23 Stefan (Der) 6

@5. Part: Ihre „Analyse“ ist falsch. In Dortmund (461mg/ 1000 Einwohner) wurden wesentlich mehr Kokainrückstände im Abwasser gefunden als in Frankfurt (342 mg/ 1000 Einwohner). Somit hapert es mit der Aussage zu „arm“ und „reich“. Gesundheitsschädlich sind im übrigen beide Drogen nahezu gleich, wobei Kokain eine größere mentale Suchtgefahr beinhaltet.

17.03.2019 11:28 part 5

An den Drogenrückständen im Abwasser der deutschen Städte lässt sich auch das Wohlstandsgefälle nachweisen. In den Banken- City Frankfurt am Main überwigt daher der Kokain- Anteil im Abwasser.

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