Umwelt Thüringen will mit Zuschüssen Altlastensanierung vorantreiben

Thüringen wird noch Jahre mit DDR-Umwelt-Altlasten zu kämpfen haben. Seit 2014 seien 76 Flächen saniert worden, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums MDR THÜRINGEN. Aktuell seien jedoch thüringenweit weitere 788 Altlastenflächen bekannt, von denen Umweltgefahren ausgehen. Dazu gehören demnach fast 600 ehemalige Betriebsgelände sowie einstige Deponien und frühere Militärgelände. Besonders schwerwiegende Altlasten sind beispielsweise das einstige Teerwerk in Rositz, die frühere Kettenfabrik in Barchfeld, die ehemalige Eisenacher Farbenfabrik Arzberger und das Minol-Tanklager in Erfurt. Dazu kommen weitere 10.944 so genannte Altlastenverdachtsflächen, die noch nicht abschließend untersucht wurden.

Anja Siegesmund, Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen in Thüringen, beantwortet Fragen von Journalisten in der Bundespressekonferenz über das Ergebnis der Landtagswahl in Thüringen.
Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund Bildrechte: dpa

Das Thüringer Umweltministerium will nun mit einem Landeszuschuss die Sanierung von kontaminierten Flächen "deutlich beschleunigen". Ministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte MDR THÜRINGEN, es habe sich gezeigt, dass viele Flächeneigentümer das notwendige Geld nicht aufbringen können. "In diesen Fällen wollen wir als Land Verantwortung für sauberes Grundwasser und giftfreie Böden übernehmen", so Siegesmund. Dafür stünden im Jahr 2020 insgesamt 5,9 Millionen Euro bereit. Damit solle erstmals seit zehn Jahre wieder eine Förderrichtlinie für Altlastensanierung greifen. Sie soll die bestehende Unterstützung auf Bundes- und Landesebene ergänzen und Privateigentümer sowie Kommunen entlasten.

Wieviel die Sanierung der zentral im so genannten Thüringer Altlasteninformationssystem (THALIS) erfassten Altlasten kostet, ist jedoch nicht abschätzbar. Denn solche Daten werden laut Ministerium nicht hinterlegt. Auch eine Bewertung der Gefährlichkeit der Flächen gibt es im aktuellen THALIS-System demnach nicht mehr. Eine entsprechende Klassifizierung habe es nur bis zum Jahr 2010 in der Vorgängerversion von THALIS gegeben. Zudem seien für Untersuchungen, Bewertungen und Sanierungen ohnehin allein die Bodenschutzbehörden der Landkreis zuständig. Sie machten unter anderem Grundstückeigentümern Vorgaben für die fachgerechte Flächensanierung

Quelle: MDR THÜRINGEN/dr

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. November 2019 | 05:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. November 2019, 06:54 Uhr

1 Kommentar

GerdMueller vor 2 Wochen

Wie viele Deponien gibt es in Thüringen und wie viele sind noch nicht erfasst?
Erde drüber und weg waren sie, so wurde vor und nach der Wende gehandelt.
Aus den Augen aus dem Sinn.
Hier schlummern noch große Umweltschäden aber da kann man keinen Abzocken, wie bei der CO2 Steuer.

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