SED-Dikatur Uni Jena soll Christen-Verfolgung in der DDR erforschen

Die Landesregierung will jetzt doch die Verfolgung von Christen in der DDR wissenschaftlich erforschen lassen. Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) sagte, das Thema solle nun an der Universität Jena von einem Kirchenhistoriker bearbeitet werden. Ursprünglich hatte sich die Universität Erfurt um das Projekt beworben. Ein Förderantrag der Hochschule war aber abgelehnt worden.

Schwerter zu Pflugscharen
Anhänger der kirchlichen Friedensbewegung wurden in der DDR verfolgt Bildrechte: dpa

Die Kosten für das Forschungsprojekt werden nach Angaben des Kulturministeriums mit rund 600.000 Euro Kosten veranschlagt. Minister Hoff sagte, er sehe einem positiven Bescheid für einen Förderantrag optimistisch entgegen. Ein Antragsentwurf nach den Richtlinien des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft soll bei der Aufbaubank eingereicht und dann darüber entschieden werden. Auf dessen Grundlage könne das Forschungsprojekt umgesetzt werden. Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland begrüßte das Vorhaben. Oberkirchenrat Christhard Wagner sagte, er hoffe, dass die Finanzierung diesmal wirklich zustande komme.

Die Landesregierung und die beiden großen Kirchen hatten sich wegen der geplatzten Förderung im vergangenen November einen heftigen öffentlichen Schlagabtausch geliefert. Zuvor hatte die für die DDR-Aufarbeitung zuständige Staatssekretärin Babette Winter (SPD) erklärt, Christen seien keine herausgehobene Opfergruppe der SED-Diktatur. Sie selbst wisse "von sieben Fällen, in denen die Aktivität in der Kirche zu einem Eingriff seitens des Staates in die Lebensbiografie geführt hat". Diese Aussage hatte zu heftiger Kritik an der Staatssekretärin geführt. Vor allem junge Christen waren in der DDR immer wieder Repressionen ausgesetzt: In den 1950er-Jahren wurden Mitglieder der Jungen Gemeinden verfolgt. Später wurden Jugendweihe-Verweigerer benachteiligt und Anhänger der Friedensbewegung verfolgt. Engagierte Christen mussten mitunter berufliche Nachteile in Kauf nehmen.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 26. März 2019 | 20:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 19:13 Uhr

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11 Kommentare

27.03.2019 14:25 paul 11

Noch-Landesbischöfin Ilse Junkermann wird ab 2019 an der Uni Leipzig "forschen". Dort widmet sie sich dem Leben in der Kirche zu DDR-Zeiten. Eigentlich wollte die 61-Jährige bis zu ihrem Ruhestand 2023 im Amt bleiben. Allerdings war ihre Amtszeit bereits 2017 nicht vom Landeskirchenrat verlängert worden.
[Anm. d. Red. Bitte Kennzeichnen Sie Zitate aus Artikeln. Hier: https://www.mdr.de/s/junkermann]

Die gleiche "Forschung" an der Uni in Jena!
Beides wird nicht gebraucht und ist echte"Geldverbrennung".
Auf diese Leute kann man verzichten!
Wie wäre es mit der Forschung in Krisengebieten und den Anteil der deutschen Rüstungsindustrie?
Nein, sie segnen noch immer Waffen!

27.03.2019 13:00 Paule 10

Irgendwie lustig die Angelegenheit. Die Linken wollen linkes Unrecht aufarbeiten. Das Ergebnis wird dann wieder link sein.

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