Thüringer Demokratiepreis 2017 Demokratiepreis für Initiative aus Themar

Die Initiative "Kein Platz für Nazis - Themar bleibt bunt" hat den diesjährigen Thüringer Demokratiepreis erhalten. Der mit 3.000 Euro dotierte 1. Hauptpreis würdigt ihr gesellschaftliches Engagement für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit in Thüringen.

An einer Straße stehen Menschen mit Transparenten.
Bildrechte: MDR/Bert Weber

Thüringens Minister für Bildung, Jugend und Sport, Helmut Holter, sagte bei der Preisverleihung im Erfurter Augustiner-Kloster, seit mehreren Jahren etabliere sich im Landkreis Hildburghausen ein Schwerpunkt der europäischen Rechts-Rock-Szene. Die Stadt Themar sei in diesem Jahr gleich mehrmals Austragungsort rechtsextremer Veranstaltungen gewesen. Für ihr Engagement gegen diese Entwicklung hätten sich Bürgerinnen und Bürger, die Stadtverwaltung Themar sowie weitere Partner und Bündnisse aus dem Landkreis Hildburghausen vernetzt. Durch diese Zusammenarbeit hätte es in dem kleinen Ort vielfältige Gegenaktionen gegeben - damit sei ein klares Zeichen für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit gesetzt worden.

Auch "Frühstücksbus" und Wanderausstellung auf dem Treppchen

Der mit 2.000 Euro dotierte 2. Preis geht an den "Erfurter Frühstücksbus". Das von Studierenden der Erfurter Universität entwickelte und umgesetzte Projekt lädt Bürgerinnen und Bürger etwa vor Einkaufsmärkten zum Frühstück ein, um so zu politischen Themen ins Gespräch zu kommen.

Mit dem 3. Preis und 1.000 Euro werden die Macherinnen und Macher der Wanderausstellung "Mit unseren Augen - Gedanken in Bildern" geehrt. In dem von der Migrationsberatungsstelle des Thepra Landesverbandes Thüringen e. V. und vom Sömmerdaer Jugendtreff B 27 getragenen Projekt wurde eine Fotoausstellung von und mit geflüchteten Jugendlichen erstellt.

Anerkennungspreise von je 500 Euro gingen an das Bündnis für Demokratie und Weltoffenheit Kloster Veßra, an das Projekt "Oberbürgermeister-Jugendwahl in Nordhausen" des dortigen Kreisjugendrings, an den Trägerverein für das Open Air "Rock am Berg" in Merkers sowie an Gisela Reinhardt aus Leinefelde-Worbis für deren Engagement zugunsten behinderter Menschen und einer Freiwilligenagentur.

Bundespräsident bei Preisverleihung

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein laufen von Menschen umringt über die Krämerbrücke.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Erfurt-Besuch Bildrechte: MDR / Juliane Maier-Lorenz

An der Preisverleihung in Erfurt hat auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilgenommen. Laut Redeskript lobt er das bürgerschaftliche Engagement in Ostdeutschland. Nach der Wende hätten sich viele Vereine und Bürgerinitiativen erst wieder neu gründen müssen, so Steinmeier. Die Ostdeutschen hätten die Erfahrung machen müssen, dass sie auch außerhalb staatlicher oder betrieblicher Strukturen etwas bewirken könnten.

Bereits bei seiner Rede am Dienstag im Thüringer Landtag hatte der Bundespräsident von den Deutschen mehr Engagement für Demokratie gefordert. Viele Menschen spürten, dass das demokratische Gefüge keine Ewigkeitsgarantie habe, so Steinmeier. Bei seiner Reise durch Thüringen wolle er daher vor allem mit Menschen sprechen, die ehrenamtlich tätig sind. Laut Steinmeier hat - wenn es um Demokratie geht - Thüringen eine besondere Bedeutung. In Weimar ist die erste demokratische Verfassung entstanden. Die Weimarer Republik sei letztlich untergegangen, weil sich zu wenige Menschen für die Demokratie eingesetzt hätten, so Steinmeier.

Unterstützung für Arbeit in schwierigem Umfeld

Der Thüringer Demokratiepreis wird seit dem Jahr 2013 verliehen. Er wurde geschaffen, um langfristigen Einsatz und innovative Arbeit für Demokratie anzuerkennen. Er soll laut Holter Unterstützung und Kraft für die weitere Arbeit geben, die oft in einem sehr schwierigen und häufig gefährlichen Umfeld geleistet werde. Der Thüringer Demokratiepreis ist Teil des Landesprogramms für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit. Eine Jury hatte aus dem Kreis der 33 nominierten Projekte, Initiativen und Einzelpersonen die Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. Die Auszeichnungen sind mit insgesamt 8.000 Euro dotiert.

Quelle: MDR THÜRINGEN / KNA

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN | THÜRINGEN JOURNAL | 05. Dezember 2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 05. Dezember 2017, 19:00 Uhr

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32 Kommentare

07.12.2017 03:34 Gustav Mix 32

Und wieder sinnlose Steuergeldverschwendung an Hetzer und Anti-Demokraten meiner Meinung nach.

06.12.2017 22:07 Iris 31

@26... Mut? Wozu wurde hier Mut benötigt. Zum Todlachen. Die kleine Teilnehmerzahl der Gegner waren ja auch total in Gefahr. Mussten um Leib und Leben bangen. Dummheit wäre es gewesen, eine andere Partei als die AfD zu wählen. Ich bin froh, das in Themar und Umgebung keine Ausländer untergebracht wurden. Und so soll es auch bleiben. Es reicht schon, was man in Hildburghausen sieht. Ich möchte gern als Frau weiterhin auch nachts auf die Straße gehen können.

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