Tipps für Angebote im Netz Corona-Krise: Theater digital genießen

Wegen der Corona-Pandemie bleiben die Theater aktuell geschlossen. Die Zwangspause macht die Theaterschaffenden kreativ: Sie kommen mit ihrer Theaterkunst übers Netz zu uns ins Wohnzimmer, mit ganzen Aufführungsmitschnitten, Liedern, Lesungen und Monologen. Mit dabei sind u.a. das Volkstheater Bautzen, Anhaltische Theater Dessau und das Puppentheater Halle. Wir haben ein paar Aktionen zusammengestellt, die wir laufend aktualisieren.

Übermaltes Gesicht einer Frau
Szene aus "k." im Schauspiel Leipzig Bildrechte: Schauspiel Leipzig

Live-Premiere: Schauspiel Leipzig zeigt Kafka-Projekt

Philipp Preuss, Hausregisseur des Schauspiel Leipzig, startet mit "k." ein Internetprojekt nach dem Roman "Das Schloss" und weiteren Texten Franz Kafkas. Die Premiere der ersten Folge findet am Samstag, den 4. April um 19 Uhr statt und kann über das Videokonferenzformat zoom verfolgt werden. 

Über das Stück "k.": Eine neue Spezies Mensch ist derzeit im Entstehen beobachtbar: das "Zoon Zoomicon" – auf Videokonferenzplattformen tummeln sich Heimarbeiter, Partygänger, isolierte Existenzen auf der Suche nach einer Struktur, immer wieder unterbrochen durch Verbindungsschwankungen, Bildstörung, kommunikatives Stottern. So sucht auch K., der Protagonist aus Kafkas "Schloss", im Dorf nach Zugängen, Wegen, Netzknoten, Verbindungen zu den Bewohnern. K.s Irrlauf durch die Welt des Schlosses wird zu einer surrealen Parabel auf die neu entstandene hermetische Welt der Isolation. K. versucht, die Regeln der "Fearology" zu entschlüsseln, die die Medien der Stunde generieren.

Informationen und Termine: k. - Ein Internetprojekt von Philipp Preuss in 4 Folgen
nach Texten von Franz Kafka
Mit: Alina-Katharin Heipe, Roman Kanonik, Anna Keil, Andreas Keller, Markus Lerch, Felix Axel Preißler, Marie Rathscheck, Annett Sawallisch; Regie: Philipp Preuss, Kostüme: Eva Karobath, Video / Moderation: Konny Keller, Musik: Cornelius Heidebrecht, Dramaturgie: Georg Mellert

Termine
Folge 1 – Premiere am 4. April um 19 Uhr
Weitere Termine: 6. & 7. & 8. April, jeweils 19 Uhr

Folge 2 – Premiere am 11. April um 19 Uhr
Weitere Termine: 13. & 14. & 15. April, jeweils 19 Uhr

Folge 3 – Premiere am 18. April um 19 Uhr
Weitere Termine: 20. & 21. & 22. April, jeweils 19 Uhr

Folge 4 – Premiere am 25. April um 19 Uhr
Weitere Termine: 27. & 28. & 29. April, jeweils 19 Uhr

Gesicht eines Mannes, umgeben von weißer Landschaft
Szene aus "k." im Schauspiel Leipzig Bildrechte: Schauspiel Leipzig

Das Theater der Jungen Welt betreibt ein TdJW-Wohnzimmer

Täglich laden Schauspielerinnen und Schauspieler in das #TdJW-Wohnzimmer ein. In kleinen Videoclips werden Lese-Auszüge aus Stücken gezeigt, in denen sie erzählen, was sie sonst so umtreibt. Und es gibt Überraschungen digitaler Art. Los geht es mit "Peter Pan" gelesen von Tinkerbell-Darstellerin Julia Sontag am Montag den 6. April, 14 Uhr.

Digitale Ostergrüße mit dem TdJW

Dank dem "digitalen Wunschbriefkasten" können Kinder an ihre Großeltern (und natürlich auch umgekehrt) liebe Grüße senden. Die Fee Tinkerbell, der mutigen Emil Tischbein oder die taffe Sanna aus "Bergkristall" sind die perfekten Wunsch-Übermittler. Als digitale Oster-Botschaft geht das Ganze dann per Email (und/oder Facebook) an die Adressaten. Wer mitmachen will, kann seine Grüße unter Angabe des liebsten Wunsch-Übermittlers bis zum 6. April an kontakt@tdjw.de senden.

Persönliches aus dem "Home Office" vom DNT und der Staatskapelle Weimar

Beim Deutschen Nationaltheater und der Staatskapelle Weimar heißt es ab sofort im Netz: Vorhang auf für "WE@HOME". Frei nach Shakespeares "Die ganze Welt ist eine Bühne" schlagen Künstlerinnen und Künstler der Ensembles dafür die Bretter, die die Welt bedeuten, in den heimischen vier Wänden auf. Mal alleine, mal gemeinsam per Videokonferenz oder im multiplen Zusammenspiel mit sich selbst präsentieren sie Theater, Literatur, Musik und - mit einem Augenzwinkern - auch die ein oder andere Episode aus ihrem "Home Office". Mit ihren persönlichen Beiträgen wollen sie die spielfreie Zeit für ihr Publikum und sich überbrücken, Einblicke geben und neugierig machen, auf all das, womit sie hoffentlich bald wieder live zu erleben sind. Die Videos werden täglich auf den Facebook-Kanälen des DNT und der Staatskapelle Weimar sowie als digitaler Spielplan auf deren Webseite veröffentlicht.

DNT und Staatskapelle Weimar at home
Das Motto von DNT und Staatskapelle Weimar: "Wir zu Hause" Bildrechte: DNT Weimar

Mitmachabenteuer der Theater Chemnitz

Die Künstler der Theater Chemnitz nutzen die wegen der Corona-Virus-Krise auftrittsfreie Zeit für neue Formate. Die Künstlerinnen und Künstler bespielen unter dem Hashtag #BuehneZuhause mit kleinen Geschichten, individuellen Erlebnissen und Mitmachabenteuern den digitalen Raum und probieren neue Formate aus. Damit wollen sie im Austausch mit dem Publikum bleiben, es aufmuntern und neugierig machen auf Kommendes, hieß es. Puppenspieler Tobias Eisenkrämer hat kleine Trickfilme produziert - mit Origami-Pinguinen als Hauptdarsteller, Zu sehen sind diese und weitere Clips auf der Facebook-Seite der Theater Chemnitz.

Livestream-Theater mit dem Figurentheater des Leipziger Westflügels

Es geht es um die Erfüllung von Sofies größtem Wunsch: Alles. Ja, alles! Und die Zeit drängt. Ihre besten Freunde, allesamt Bewohner ihres Spielzeugschrankes, handeln eines Nachts. Für das Mädchen, das seit langem todkrank im Bett liegt, beginnt eine nächtliche Abenteuerreise. In Begleitung ihrer Freunde Langer Lappen und Kater Terror kann sich Sofie trauen, die Wirklichkeit, wie sie auch immer sei, anzunehmen und nicht vor ihr davon zu laufen.

Informationen zum Stück Lehmann und Wenzel (Leipzig) und Christiane Zanger (Stuttgart)
Spiel, Musik, Ausstattung: Pauline Drünert, Samira Lehmann, Stefan Wenzel
Regie, Textfassung: Christiane Zanger

Koproduktion mit dem Westflügel Leipzig und dem FITZ! Stuttgart
Aufführungsrechte beim Verlag für Kindertheater Weitendorf GmbH

Puppenspiel am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen

Aus Bautzen kommen die Puppen zu Wort: "Warten in Godow", das sind tägliche Videonachrichten einer kleinen Puppen-Inselgemeinde in der Ostsee. Dabei geht es um aktuelle gesellschaftspolitische Themen – natürlich auch Corona und die Folgen – wie auch naive philosophische oder albern religiöse Fragestellungen, die Puppentheaterleiter Stephan Siegfried hier aufgreift.

Zwei Figuren neben einer Hausattrape.
Eine Szene aus der Puppenspielreihe "Warten in Godow" Bildrechte: Stephan Siegfried

Theater Annaberg-Buchholz besucht uns auf der Couch

Theaterkunst ganz nah, aber ohne Ansteckungsgefahr, gibt es auch vom Eduard-von-Winterstein-Theater aus Annaberg-Buchholz. Das Online-Theaterprogramm "Couch Viewing" zeigt täglich Lesungen für Kinder und Erwachsene, Einblicke in laufende und zukünftige Inszenierungen und einen regelmäßigen Blick hinter die Kulissen. Dazu soll es virtuelle Workshops und jede Menge Musik geben. Das Theater arbeitet dabei mit der Alten Brauerei und dem Neuen Konsulat zusammen. Aktuell stehen Lesungen auf dem Programm: Das "Decamerone" von Giovanni Boccaccio wird gelesen von Udo Prucha und Marvin Thiede. Schauspielerin Gisa Kümmerling liest "Das Rotkäppchen" und Marie-Louise von Gottberg "Der kleine Prinz".

ein Plakat
Die Krise macht die Theaterschaffenden kreativ: Wenn das Publikum nicht kommen kann, kommen sie eben zu uns nach Hause. Bildrechte: Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz

Tanzen mit dem Europäischen Zentrum der Künste Hellerau

Konzertmitschnitte und Kurzfilme gibt es online vom Europäischen Zentrum der Künste Hellerau zu sehen, darunter Konzerte mit Barbara Thalheim, Lisa Bassenge und K.Zia. Im Bereich Performance zeigt das Zentrum Kurzfilme von Louise Lecavalier, der spanischen Flamenco-Tänzerin Rocío Molina sowie Auszüge aus Werken von Dimitris Papaioannou. Darüber hinaus sind verschiedene Produktionen der freien Szene zu sehen. Außerdem soll es Einblicke in den Probenprozess für die neue Performance "Spinner Light" geben.

Das Projekt "Dance in times of isolation" von Rosas lädt zum virtuell-gemeinsamen Tanzen ein. In einem Online-Tutorial können Tanzbegeisterte von zu Hause eine Choreografie erlernen und als Video hochladen.

Anhaltisches Theater in Dessau liest aus Dekameron

Italien 1348: Zehn junge Menschen fliehen vor der Pest in Florenz aufs Land. Zehn Tage lang erzählen sie sich jeweils zehn Geschichten, um sich die Zeit während der Seuche zu vertreiben. So geschieht es in Giovanni Boccaccios Novellensammlung "Dekameron". Dahinter stecken hundert Geschichten – Märchen, Sagen und Anekdoten. In Anlehnung an die aktuelle Situation lesen die Theaterschaffenden vom Anhaltischen Theater genau diese Geschichten für uns zu Hause.

Puppen in Quarantäne bei den Bühnen Halle

Die Bühnen Halle geben Einblick, wie die Theaterschaffenden mit ihrer Zeit zu Hause umgehen. Dazu gehören auch die Puppen des Puppentheaters, die jetzt bei ihren Spielern mit in Quarantäne sind. Absurde Situationen und viel Humor in den kurzen szenischen Clips sind vorprogrammiert.

Schauspiel Leipzig kommt ins Wohnzimmer

Das Schauspiel Leipzig zeigt Mitschnitte seiner Theateraufführungen im Internet. Jeweils dienstags und donnerstags sind für jeweils 24 Stunden Aufzeichnungen von Inszenierungen auf der Internetseite des Theaters abrufbar. Den Auftakt machte eine Inszenierung von Schillers "Die Räuber" der Regisseurin Konstanze Lauterbach aus dem Jahr 1998. Demnächst sind "Einige Nachrichten an das All" und "Geister sind auch nur Menschen" zu sehen, danach stehen "Prinzessin Hamlet" und "Every Body Electric" auf dem Programm. Auch ein Osterspecial für große und kleine Zuschauerinnen und Zuschauer ist geplant: Am Ostersonntag läuft "Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten".

Auf seinen Social Media-Kanälen postet das Schauspiel Leipzig außerdem kurze Videos, in denen Ensemblemitglieder Monologe oder szenische Ausschnitte aus aktuellen Texten interpretieren.

Schauspieler auf einer Bühne
Aus Wolfgang Engels Studio-Inszenierung von Goethes "Clavigo" aus dem Jahr 1997 Bildrechte: Rolf Arnold

Schauspiel-Homeoffice am Theater junge Generation

Kurze Videos aus dem schauspielerischen Homeoffice gibt es auch vom Theater Junge Generation (TJG) in Dresden. Die Theaterschaffenden spielen ihre Lieblingsszenen, erfinden Lieder oder werden anderweitig zu Hause kreativ.

Mehr Kulturtipps für den Corona-Shutdown

Kulturschaffende in der Corna-Krise unterstützen

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 23. März 2020 | 06:15 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 03. April 2020, 13:56 Uhr

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