Medien DJV kritisiert Schließung von Druckzentrum der Funke Medien in Erfurt

Der Deutsche Journalisten-Verband fordert vom Zeitungsverlag Funke Medien die Stärkung seiner journalistischen Angebote in Thüringen. Die Thüringer DJV-Vorstandsvorsitzende Heidje Beutel sagte am Samstag beim Landesverbandstag in Weimar, wenn Thüringen als Druckstandort aufgegeben werde, drohe der Freistaat als Medienstandort an Relevanz zu verlieren. Dem müsse Funke entgegen wirken.

Zustellung von Zeitungen sicherstellen

Beutel sagte, dafür müsse die Zustellung der Tageszeitungen weiter sicher gestellt und die Online-Angebote müssten qualitativ ausgebaut werden. Zudem seien ausreichend mit Journalisten ausgestattete Redaktionen nötig. Ihren Forderungen hat die Gewerkschaft mit einer Resolution Nachdruck verliehen.

Zeitungstitel der Funke Mediengruppe in Thüringen: Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung
Zeitungen der Funke Mediengruppe in Thüringen Bildrechte: MDR

270 Beschäftige verlieren ihre Stellen

Funke Medien Thüringen hatte Anfang des Monats angekündigt, ihr Druckzentrum in Erfurt-Bindersleben Ende 2021 zu schließen. Davon sind rund 270 Drucker und Versandmitarbeiter betroffen. Funke hatte den Schritt damit begründet, dass die notwendigen Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe in das in den 1990-er Jahren eröffnete Druckzentrum unwirtschaftlich wären.

Die Druckaufträge sollen künftig außerhalb Thüringen an fremde Unternehmen vergeben werden. Die Anzeigenblätter sollen voraussichtlich in Braunschweig gedruckt werden. Wo die Thüringer Tageszeitungen Thüringer Allgemeine, Thüringische Landeszeitung und Ostthüringer Zeitung künftig gedruckt werden und wie sich das auf die Aktualität auswirkt, steht dagegen laut einer Funke-Sprecherin noch nicht fest.

Quelle: MDR THÜRINGEN

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten regional | 05. September 2020 | 15:30 Uhr

5 Kommentare

Lothar Thomas vor 20 Wochen

Teil 2

Während meiner Berliner Zeit, in den 80-er Jahren, gab es nichts schöneres, als auf dem Weg zur Arbeit, in der S-Bahn früh's die Zeitung zu lesen.

Gut vielleicht bin ich etwas vorbelastet, weil in meinem weitläufigen Verwandtschaftskreis sich auch eine Druckerei befindet, wo schon der alte Lenin seine erste "Iskra" gedruckt hatte, bevor er wieder nach Russland zurück ist um die Revolution zu beginnen.

Diese Druckerei besteht auch heute noch.

Wo wären sie heute, ohne die Erfindung des Buchdrucks eines Johannes Gutenberg?

Sie würden doch immer noch jede Kopie einzeln mit der Hand abschreiben.

Wenn sie sich mal etwas mit der Thematik befassen würden, würden sie vielleicht sogar feststellen, dass DRUCKER ein hoch angesehener Beruf ist, wie jeder anderen Berufe im Druckwesen ebenfalls.

Ich möchte betonen, auch wenn ich mich für die Drucker und Andere hier einsetze, ich bin nicht in diesem Gewerbe tätig.

Ich bin aber auch Gewerkschafter und mit den Kollegen solidarisch.

Lothar Thomas vor 20 Wochen

Hallo @ Hans

Sie scheinen ja von der ganz schlauen Sorte zu sein.

Ich schätze mal, dass sie bestimmt gerade erst volljährig geworden sind und damit alles Besser wissen wollen, sonst würden sie nicht so überheblich zu den Printmedien stehen.

Vielleicht fragen sie auch einfach mal bei ihren Eltern nach dem Wert einer gedruckten Zeitung (nicht der Preis).

Ich jedenfalls bekenne mich dazu eine Zeitung lieber Richtig in den Händen zu halten, zu Falten und Vor- und Zurück zu blättern.

Ich gehöre nicht zu den Verrückten, die ständig nur auf ihr Smartphone oder Tablet glotzen, für die man in einigen Städten ja schon die Fußgängerampeln in den Bürgersteig eingelassen hat, sonst würden die Leute noch überfahren werden.

Ich habe aber mein Geburtsdatum auch etwa in der Mitte des letzten Jahrhunderts, wo sie höchstwahrscheinlich noch nicht einmal in der Planung waren.

Wir hatten noch in der Schule eine Zeitungsbesprechung.

Klar nutze ich auch die neuen Medien.


FORTSETZUNG folgt

Hans vor 20 Wochen

Leute, was soll es bringen, hier um Druckereien zu kämpfen. Dass die Zukunft digital ist und somit Printprodukte weniger stark nachgefragt werden bzw. einzelne Titel gar nicht mehr benötigt werden, sollte klar sein.
Natürlich machen Druckereien für Zeitungen zu. Problematisch wird es erst, wenn es als Ausgleich dafür keine digitalen Produkte gibt.

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