Nach Urteil Erfurter Doping-Arzt Mark Schmidt kündigt Revision an

Gegen das Urteil des Landgerichts München will der Erfurter Arzt Mark Schmidt Revision vor dem Bundesgerichtshof einlegen. Laut Schmidt soll es einen Verstoß gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens gegeben haben.

Ein mann mit rosa Hemd und blauem Mundschutz steht zwischen zwei Anwälten.
Der Erfurter Arzt Mark Schmidt während des Gerichtsverfahrens. (Archivbild) Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Der Erfurter Doping-Arzt Mark Schmidt geht gegen das Urteil des Landgerichts München vor und wird Revision vor dem Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Das teilte sein Anwalt Juri Goldstein am Montag mit. Der Mediziner argumentiert demnach, dass es einen "erheblichen Verstoß" gegen den Grundsatz eines fairen Verfahrens gegeben habe.

Mark Schmidt war am Freitag wegen jahrelangen Blutdopings an Sportlern und gefährlicher Körperverletzung zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Zudem bekam er ein Berufsverbot von drei Jahren.

Bundesgerichtshof entscheidet über Verfahrensfehler

Der BGH in Karlsruhe muss entscheiden, ob vor dem Landgericht München II Verfahrensfehler gemacht wurden. Die Staatsanwaltschaft teilte auf Anfrage mit, noch nicht entschieden zu haben, ebenfalls Revision einzulegen. Von den anderen Angeklagten war dies nicht zu erwarten.

Goldstein schrieb als Begründung für den Schritt in einer E-Mail, dass das Landgericht die Chance vertan habe, "einen wertvollen Einblick in die "verborgene" Welt des Sports zu erhalten, indem Sie dem Bestrafungsbedürfnis der Öffentlichkeit und Staatsanwaltschaft nachgegangen ist" und den Blick auf Wesentliches verloren habe, nämlich das "Insiderwissen" des Angeklagten.

Richterin wiedersprach Anwälten

Die Anwälte des Thüringer Mediziners hatten in der Verhandlung behauptet, dass der Spitzensport fest mit Doping verbunden sei. Dem widersprach Richterin Marion Tischler: Sie sah in dem Verfahren keine strafrechtlich relevanten Beweise dafür. Zudem bestritt die Kammer, dass Mark Schmidt kein faires Verfahren zugestanden habe, auch wenn es teils eine Vorverurteilung in der Öffentlichkeit gegeben habe.

Quelle: MDR THÜRINGEN/jn,dpa

Dieses Thema im Programm: MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 18. Januar 2021 | 17:00 Uhr

1 Kommentar

Emil Kaminsky vor 5 Wochen

Hat denn die "Opfer" jemand gezwungen, die Dienstleistungen des Arztes in Anspruch zu nehmen ?

Mehr aus Thüringen